Mit der App Well Beyond können Menschen in abgelegenen Gebieten Kenias ihre Wasserversorgung selbst in die Hand nehmen

The home screen of the Well Beyond App providing an array of valuable water system management tools and training resources - Courtesy photo by Well Aware
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Eine App der NGO Well Aware unterstützt Gemeinden in Ostafrika bei der Wartung ihrer Brunnen – und sichert so die Wasserversorgung.

Autor*in Joseph Maina:

Übersetzung Sarah-Indra Jungblut, 05.06.24

Ein Dorf im Bezirk Laikipia, Kenia, stand einst vor einem Problem, das in abgelegenen Regionen Kenias häufig auftritt: Der Wasserhahn der Gemeinde gab keinen Tropfen her, die Wasserversorgung der Gemeinde war unterbrochen.

Technische Hilfe war weit entfernt und es hätte lange gedauert, bis diese eingetroffen wäre. Kathryn Bergmann, die Projektleiterin der internationalen gemeinnützigen Organisation Well Aware, erklärte gegenüber RESET, dass die Lösung eines solchen Problems unter den gegebenen Umständen normalerweise Wochen dauern würde. Oft bedeutet dies, dass die Gemeinden gezwungen sind, längere Zeit ohne Wasser auszukommen und hohe Reparaturkosten auf sie zukommen.

Die NGO Well Aware hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wasserknappheit anzugehen und Lösungen für eine nachhaltige Wasserversorgung in Ostafrika zu fördern. Das Team von Well Aware war sich der technischen und geografischen Herausforderungen bewusst, mit denen Gemeinden in abgelegenen Gebieten konfrontiert sind. Ihre Lösung war die Entwicklung der Well Beyond-App, die Gemeinden mit technischer Unterstützung verbindet.

Verbesserte Wasserversorgung – ein defekter Wasserhahn nach dem anderen

„Die Gemeinde in Laikipia County meldete, dass aus dem Wasserhahn kein Wasser mehr kam“, so Bergmann. „Mit unserer App halfen wir ihnen, das Problem aus der Ferne zu lösen und den Wasseranschluss zu reparieren. In weniger als zwei Stunden funktionierte ihr Wassersystem wieder.“

Die App ermöglicht es Gemeinden, Probleme in ihren Wassersystemen zu diagnostizieren und nach Möglichkeit selbst zu lösen. Dadurch wird das Management der Wassersysteme verbessert und die Ausfallzeit insgesamt verringert.

Systeme zur Wasserversorgung müssen regelmäßig gewartet, instand gehalten und ausgetauscht werden, wofür in der Regel ein Technikerbesuch erforderlich ist. Zu den typischen Problemen, die die Gemeinden mit Hilfe der App lösen, gehören der Austausch von Filtern, undichte Leitungen und Probleme mit Schwimmerschaltern. Laut Bergmann werden die Gemeindemitglieder mithilfe der App genau hierin geschult. „In der Karaus-Grundschule wurden beispielsweise verstopfte Filter durch die Zusendung von Ersatzfiltern ersetzt, die von den Lehrern anhand der über die App bereitgestellten Anweisungen erfolgreich installiert wurden“, erklärte sie.

Darüber hinaus ermöglicht die Well Beyond-App den Gemeinden die Verwaltung ihrer Wassersysteme auch in Gebieten mit begrenzter Internetverbindung oder offline.

Begrenztes Internet ist kein Problem

„Sobald die App heruntergeladen ist, ist sie auch offline voll funktionsfähig, so dass selbst die abgelegensten und isoliertesten Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsregionen besseren Zugang haben. Wenn sich das Gemeindemitglied in einem abgelegenen Gebiet ohne Internetverbindung befindet, kann die App die von den Nutzern eingegebenen Antworten und Daten speichern“, so Bergmann weiter.

Mesret Endale, Well Aware Project Manager, leads a training session for local community members, educating them on the effective utilization of the Well Beyond App
© Well Aware
Mesret Endale, Projektmanagerin von Well Aware, leitet eine Schulungsveranstaltung für lokale Gemeindemitglieder.

Die gespeicherten Antworten werden an das Dashboard übermittelt, sobald eine WLAN- oder Internetverbindung verfügbar ist. So wird sichergestellt, dass die von der App erfassten Daten auch in Gebieten mit eingeschränkter Verbindung nicht verloren gehen. Auf diese Weise können die Nutzer:innen Informationen wie Wartungschecklisten, Serviceanfragen und Berichte über die Auswirkungen auf die Gemeinschaft eingeben.

Wie bei vielen neuartigen Technologieanwendungen gab es auch bei der Well Beyond-App eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. Zu den wichtigsten Herausforderungen gehörte die Akzeptanz des Tools, die die Organisation das Unternehmen bei der Einführung der App am meisten beschäftigte.

Kein Telefon? Kein Problem

„Viele der Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, befinden sich in abgelegenen Gebieten, in denen Smartphones und mobile Apps noch nicht lange genug verbreitet sind, als dass die Menschen ihren Nutzen vollständig verstehen könnten“, erklärt Mesret Endale, Projektmanagerin und Ingenieurin. „Das bedeutet, dass die Integration der App in ihre täglichen Projektüberwachungs- und -steuerungsroutinen Zeit braucht und geschult werden muss.“

Um diese Herausforderung anzugehen, hat Well Aware Schulungsprogramme für die Gemeinden eingeführt. „Wir schulen drei bis vier Personen in jeder Gemeinde, um den Informationsfluss mithilfe der App zu steuern. Dies hilft den Gemeindemitgliedern nicht nur, sich mit der Technologie vertraut zu machen, sondern befähigt sie auch, die Verantwortung für ihre Wassersysteme zu übernehmen und Probleme selbst zu lösen.“ Durch die Schulung der Gemeindemitglieder konnte die Organisation eine deutliche Verringerung der Ausfallzeiten der Wassersysteme feststellen. Derzeit hat das Unternehmen über 80 Gemeinden geschult, die die App nutzen.

Die App ermöglicht den Zugriff auf den gesamten Projektverlauf an einem Ort, einschließlich Spezifikationen, Wartung, Berichterstattung und Problemen. Die Organisation kann die Fortschritte der Gemeinschaft, den Abschluss von Schulungen und den Wissenszuwachs überwachen und gleichzeitig Daten über den Erfolg des Wassersystems sammeln.

Als gemeinnützige Organisation finanziert Well Aware seinen Betrieb durch Spenden.

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