Wo zum Geier..? Technisch aufgepimpte Geier spüren illegale Müllkippen auf

Perus Umweltbehörde hat das illegale Deponieren von Müll satt. Mit Kameras und GPS ausgerüstete Geier sollen nun aus der Luft ausspähen, wo Müllsünder am Werk sind.

Autor Silvana Steiniger, 13.01.16

Mülldeponien sind für Geier eine willkommene, leicht zugängliche Nahrungsquelle und werden von ihnen mit Vorliebe angeflogen. Das brachte die Umweltbehörde in Peru auf die Idee, den Geiern Kameras und GPS-Sender zu verpassen und zu kartieren, wo sie hinfliegen. Das Ziel: illegale Müllkippen lokalisieren. Das kann man sich sogar live auf einer Karte ansehen, auf der angezeigt wird, wo die Geier gerade kreisen. Inklusive Namen der Tiere und wo sie die letzten 30 Tage unterwegs waren.

Die Idee hört sich im ersten Moment putzig an, hat aber einen sehr ernsten Hintergrund. Schätzungsweise 20 % des Mülls der peruanischen Hauptstadt Lima werden nicht richtig entsorgt, sondern fliegen einfach irgendwohin. Bei 2,1 Millionen Tonnen Müll jährlich sind das stolze 420 000 Tonnen Müll, der am Straßenrand, im Wald oder an Flüssen vor sich hinverrottet. Das stellt nicht nur ein Umweltproblem dar, sondern ist in Konsequenz auch eine beachtliche Gesundheitsgefährdung.

Ziel ist nicht nur, den Müll zu finden und fachgerecht zu entsorgen, sondern auch das Bewusstsein der Bevölkerung für das Thema Müll zu sensibilisieren. Daher ziehen die Geier nicht still ihre Kreise, sondern sind Teil einer modernen und medienwirksamen Kampagne, in der sie die Helden im Kampf gegen den Müll sind. Sogar Superhelden mit Namen wie Captain Fénix oder Capitana Aella, die sich auf der Homepage und im Video zur Kampagne persönlich vorstellen und klar machen, wie wichtig ihre Arbeit ist, um dem Unhold Müll im Auftrag der Umweltbehörde den Garaus zu machen. Und die scheint einen ganz guten Riecher gehabt zu haben, denn die Kampagne hat aktuell knapp 25 000 Fans allein auf Facebook.

Satelliten: Umweltschützer und Entwicklungshelfer aus dem All?

Satelliten, einst für militärische Zwecke entwickelt, werden heute immer öfter auch für den Umwelt- und Naturschutz und im humanitären Bereich eingesetzt. Damit ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für den Kampf gegen illegale Abholzung, Epidemien, Umweltverschmutzung und für die Überwachung und den Schutz bedrohter Tierarten. Was aber machen Satelliten eigentlich und wozu braucht man ihre gesammelten Daten? Können sie tatsächlich als Umweltschützer und Entwiklungshelfer hilfreich sein?

Produkt-Recycling kontra Wegwerfgesellschaft

Industriezeitalter, Computerzeitalter, Informationszeitalter, all diese Namen wurden unserer Zeit schon gegeben; am treffendsten dürfte aber "Wegwerfgesellschaft" sein. Viele Waren kosten heute kaum mehr etwas. Computer, Telefone, Fernseher: hochkomplexe Gebilde aus verschiedensten Materialien, für wenig Geld erworben und nur für kürzeste Zeit in Nutzung, bis ein neueres Modell angesagt ist. Geht es vielleicht auch anders?

Abfall trennen

Es ist nicht immer ganz leicht zu entscheiden, wo denn jetzt welcher Abfall hinkommt. In die blaue, braune, gelbe, grüne oder dann doch in die schwarze Tonne? Klar ist, Abfalltrennung ist Ressourcen- und Klimaschutz. So wird bspw. zum Einschmelzen von Altglas oder zum Altpapierrecycling weitaus weniger Energie benötig als zur Herstellung von Glas oder Papier aus „neuen“ Rohstoffen.