Von den alten Sicherheiten zu kreativen Unsicherheiten

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Klimakrise, Wirtschaftskrise, Eurokrise, Vertrauenskrise! Nichts ist mehr wie es gestern war. Am meisten verunsichert sind die Ökonomen, die an ewiges Wachstum geglaubt haben. Aber deren alte Wachstumsideologie hat uns exakt die heutigen Krisen beschert. Gibt es eine Ökonomie jenseits des klassischen Wachstums?

Autor*in RESET , 26.12.11

Klimakrise, Wirtschaftskrise, Eurokrise, Vertrauenskrise! Nichts ist mehr wie es gestern war. Am meisten verunsichert sind die Ökonomen, die an ewiges Wachstum geglaubt haben. Aber deren alte Wachstumsideologie hat uns exakt die heutigen Krisen beschert. Gibt es eine Ökonomie jenseits des klassischen Wachstums? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit 2011 endlich auch eine Kommission des Deutschen Bundestags.
Der Physiker und Philosoph Professor Hans Peter Dürr, Träger des Friedensnobelpreises und des Alternativen Nobelpreises, meint, dass unser altes Sicherheitsdenken uns in die Krisen geführt hat. Eine Welt im Umbruch brauche jedoch nicht mehr die alten Wachstumssicherheiten, sondern Kreativität und Unsicherheit, also neues ganzheitliches, an der Natur orientiertes Denken. Mit den Denkweisen des 19. Jahrhunderts und den Technologien des 20. Jahrhunderts lasse sich das 21. Jahrhundert nicht human gestalten.

Unsere Probleme kamen schon immer aus der Vergangenheit, nie aus der Zukunft. Die heutigen Krisen resultieren aus mentalen Ursachen. Wir sind vergangenheitsversessen und zukunftsvergessen, technikversessen und naturvergessen.

Doch jetzt an den Grenzen des alten Wachstumsdenkens erkennen wir – vielleicht zum erstenmal weltweit – dass unser Problem nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit ist. Und das alte Denken.

Die Technologien der Erneuerbaren Energien wie sie Hermann Scheer in seinem Vermächtnis „Der energethische Imperativ“ beschrieben hat und die schon heute mögliche Energie-Effizienz wie sie Ernst Ulrich von Weizsäcker in seinem Buch „Faktor Fünf“ aufzeigt, beweisen unwiderlegbar, dass die Zukunft offen und gestaltbar ist. Wir können mit dieser Doppelstrategie von Scheer und Weizsäcker in 20 Jahren zu 100% Energie-autonom werden.

Die Energiewende nimmt bereits Gestalt an. Eine riesige Chance für eine bessere Welt! Die Energiefrage war schon immer der Schlüssel für eine gute oder schlechte Zukunft.

2011 wurden in Deutschland schon 21% des Stroms erneuerbar produziert. Bis 2020 können es 50% bis 60% sein und bis 2025 schon 100%. Die Energiewende wird nicht von den großen Energiekonzernen getragen, sondern von Millionen BürgerInnen, von sozial und ökologisch verantwortlichen Unternehmern und von mutigen Politikern.

Wo früher Statik und kein Fortkommen und Bedenkenträger herrschten, gelingen jetzt Synergien, Fortschritt und Effizienz. Und wir erkennen eine Renaissance der Stadtwerke!

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