Urbane Klima-Folgen: Alle sind betroffen, am schwersten die Armen

Die Metropolen der Welt spüren jetzt schon die Folgen des Klimawandels, stellt der kürzlich veröffentlichte CDP-Cities Report 2011 fest. Zwei Drittel der 42 teilnehmenden Städte entwickeln bereits Klimastrategien. Besonders betroffen sind die Armen in den Städten.

Autor Helge Peters, 08.06.11

Hitzewellen, Dürren und Hochwasser sind Folgen des Klimawandels, die in den Metropolen der Welt jetzt schon spürbar sind. Sie schädigen nicht nur die städtische Infrastruktur, sondern auch die Gesundheit der Stadtbewohner, so der CDP-Cities Report 2011, der kürzlich vorgestellt wurde. Teilgenommen an der Studie haben 42 Städte der Welt, darunter Seoul, Buenos Aires, London und Tokio. Aus Deutschland sind Berlin und Heidelberg dabei.

Die Schwere der Folgen des Klimwandels für Städte lässt sich auch daran ablesen, dass mittlerweile 93% der teilnehmenden Städte die Verantwortlichkeit für Klimastrategie auf der höchsten Ebene der Stadtregierung angesiedelt haben. Kein Wunder, erwarten die meisten Städte doch nicht nur unmittelbare physische Schäden durch den Klimawandel, sondern auch eine Beeinträchtigung ihrer Wirtschaftskraft.

Ein weiterer, kürzlich veröffentlichter Bericht der Weltbank weist darauf hin, wer die hauptleidtragenden Stadtbewohner sein werden: Die Armen. Etwa eine Milliarde Menschen leben in den Slums der Welt. Ihnen fehlt jetzt bereits der Zugang zur städtischen Infrastruktur und Slums sind oft auf unsicherem Terrain errichtet. Deshalb sind arme Slumbewohner von extremen Wetterereignissen besonders bedroht, etwa durch Landrutsche und Fluten. Die Weltbank empfiehlt daher, zukünftig die Entwicklung von Slums auch im Kontext des Klimawandels zu verstehen.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Viele Städte haben ambitionierte Pläne entwickelt, auf den Klimawandel zu reagieren. So will London etwa bis 2020 bis zu 100.000 E-Autos auf die Strassen bringen, das texanische Austin will bis 2040 eine Null-Müll-Stadt werden und Sao Paulo will schon in sechs Jahren im öffentlichen Nahverkehr ausschließlich erneuerbare Energien nutzen.

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