Unser Wasser: Volksbegehren gegen die Teilprivatisierung der Berliner Wasserwerke

blogactionday3
©

Zum heutigen Blog-Action-Day zum Thema Wasser möchte ich auf eine Initiative aus Berlin hinweisen, die sich für den Zugang zu Wasser als ein Menschenrecht einsetzt: der Berliner Wassertisch.

Autor*in Sarah-Indra Jungblut, 15.10.10

Zum heutigen Blog-Action-Day zum Thema Wasser möchte ich auf eine Initiative aus Berlin hinweisen, die sich für den Zugang zu Wasser als ein Menschenrecht einsetzt: der Berliner Wassertisch.

Noch immer haben viele Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser, vielerorts ist Wasser ein knappes Gut. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass nur 1% Prozent  der Wasservorräte weltweit direkt als Trinkwasser verfügbar und extrem ungleich verteilt ist. Projekte, die in diesem Bereich aktiv sind, gibt es viele, wie z.B. auch Viva con Aqua, die Du auf unserer Seite unterstützen kannst.

Doch auch in Deutschland, in diesem speziellen Fall in Berlin, sieht die wasserversorgung nicht nur rosig aus. Unsere Hähne spucken scheinbar endlos Wasser aus, ja. Aber:

„Wasser gehört in Bürgerhand – Schluss mit den Geheimverträgen!“

Der Hintergrund: 1999 wurden die Berliner Wasserbetriebe zu 49,9% an RWE Aqua und Veolia verkauft – die größte Teilprivatisierung in Europa. Die negativen Folgen sind der Verlust von Arbeitsplätzen, die Schließung von Wasserwerken – und die Berliner zahlen im internationalen Städtevergleich mit die höchsten Wasserpreise. Das Problem: mit dem Verkauf sind auch Geheimverträge abgeschlossen worden, die hohe Gewinne garantieren. Demokratie sieht anders aus!

Der Berliner Wassertisch ist ein lokales Netzwerk von VertreterInnen unterschiedlicher Gruppen, Initiativen und interessierter BürgerInnen, die sich unter dem gemeinsamen Thema „Wasser gehört uns allen – Wasser ist ein Menschenrecht“ zusammengefunden haben. Als lokales Netzwerk konzentrieren sie sich zur Zeit auf das Ziel, die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe aufzuheben.

Bisher wurden 135.000 Unterschriften für das Wasser-Volksbegehren gesammelt. Wenn Du Dich auch beteiligen möchtest, hast Du noch 11 Tage Zeit, das Volksbegehren zu unterstützen. Leider ist das nicht unmittelbar online möglich, aber auf jedem Bürgeramt und bei Infoständen auf öffentlichen Plätzen.

 

Wann und wo und findest Du hier: berliner-wassertisch.net, unten rechts

„Unser Wasser“ findest Du auch auf Facebook.

Lies auch andere spannende Beiträge auf RESET zum Thema Wasser:

Mangelware Wasser

Was in einem T-Shirt steckt: Chemie, Wasser, Niedriglohn

Bye, bye Badewanne…

Leitungswasser statt Plastikwasser

Torge Peters
Die Digitalisierung kann die nachhaltige Landwirtschaft voranbringen – unter bestimmten Voraussetzungen

In der Landwirtschaft ist die Digitalisierung längst angekommen. Wie aber zahlen diese Entwicklungen auf den Umwelt- und Klimaschutz ein? Wir stellen Lösungen vor.

Symolbild: Nachhaltige Künstliche Intelligenz
Torge Peters
Wie wird der Energiefresser Künstliche Intelligenz nachhaltiger? Friederike Rohde (IÖW) im Interview

Unsere neue KI-Welt hat einen großen CO2-Fußabdruck. Mit erneuerbare Energien allein ist das Problem nicht gelöst, sagt Friederike Rohde. Gefragt sind weitere Maßnahmen.

The home screen of the Well Beyond App providing an array of valuable water system management tools and training resources - Courtesy photo by Well Aware
©
Mit der App Well Beyond können Menschen in abgelegenen Gebieten Kenias ihre Wasserversorgung selbst in die Hand nehmen

Eine App der NGO Well Aware unterstützt Gemeinden in Ostafrika bei der Wartung ihrer Brunnen – und sichert so die Wasserversorgung.

PFANDGEBEN – Flaschenpfand per App an Bedürftige spenden

Mit der App PFANDGEBEN wird Leergut als Ressource bedürftigen Menschen direkt zugänglich gemacht.

Podcast-Folge: Was kann die Digitalisierung zur Agrarwende beitragen?

Wie kommen wir zu einer nachhaltigen Landwirtschaft? Und wie können digitale Tools bei der Agrarwende unterstützen? Darüber sprechen wir mit der Agronomistin Prof. Dr. Bellingrath-Kimura (ZALF).

Fischklingel in Utrecht: Warum tausende Menschen im Internet auf Fische warten

Dank einer Fischklingel leben Fische in Utrecht sicherer. Das Projekt hilft nicht nur Wasserbewohnern auf ihrer Wanderung, es weist auch auf die Gefahren menschlicher Infrastruktur hin.

Künstliche Intelligenz – Können wir mit Rechenleistung unseren Planeten retten?

Längst löst Künstliche Intelligenz komplexe Aufgaben und erleichtert unseren Alltag. Doch liefern die intelligenten Computerprogramme auch neue Lösungen für den Umwelt- und Klimaschutz?

Baus Taka
Baus Taka
Baus Taka App bringt Abfallmanagement in Mombasa voran

Eine neue App bietet Nutzer*innen in Mombasa die Möglichkeit, Abfälle sammeln und recyceln zu lassen und damit Geld zu verdienen.