Und wer rettet die Löwen?

Der Handel mit Wildtieren boomt. Längst werden nicht mehr nur aus Elefanten und Nashörnern obskure Arzneien gebraut, sondern es geht auch den Löwen an den Kragen. Doch ausgerechnet der "König der Tiere" hat keine Tierschutzlobby.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 07.11.12

Vor allem auf dem asiatischen Markt wächst die Nachfrage nach Löwenknochen. Bis zu 10.000 US-Dollar (7.600 Euro) legen Kunden in Asien für ein Löwenkelett auf den Tisch. Helfen soll das Pulver aus Löwenknochen gegen allerlei – von Asthma bis zu Impotenz wird alles abgedeckt. Und seit der Handel mit Tigerknochen geächtet ist, werden statt „Tigerwein“ in Whiskey eingelegte Löwenknochen immer populärer.

Die Knochen stammen von legal erlegten Löwen in Wildparks, denn in den touristisch attraktiven Parks lassen sich auch Lizenzen zum Töten erwerben: Für bis zu 40.000 US-Dollar dürfen Großwildjäger aus aller Welt Löwen abschießen. Die Felle schmücken dann die Wohnzimmer und Bibliotheken, die Knochen werden von den Wildparkbesitzern verkauft.

Während Pieter Potgieter, der Vorsitzende des südafrikanischen Wildzuchtverbands, keine Gefahr für die wild lebenden Artgenossen sieht, da sich niemand auf das gefährliche Wildern einlassen müsste, wenn die Knochen legal erhältlich sind, sind die Tierschützer alarmiert. „Der Löwenknochenhandel bedeutet das Todesurteil für die wilden Löwen Südafrikas“, so die Leiterin einer Kampagne gegen den Handel mit Löwenknochen, die Kanadierin Emma Ruby-Sachs.

Avaaz hat bereits eine Kampagne gestartet; große Plakate am Flughafen in Johannesburg fordern den Stopp des Löwenknochenhandels. Allerdings wurden die Plakate bald entfernt, offenbar fürchtete der Flughafen einen Imageschaden für das Touristenland Südafrika. Leider wurden die Plakate sehr schnell wieder entfernt – vielleicht sollten zahlungskräftige Großwildjäger nicht abgeschreckt werden.

Die Taz berichet ausführlich: Handel mit Raubkatzenskeletten

Avaaz hat eine Petition gestartet. Unterzeichne jetzt: 1 Million gegen den Löwenhandel

MARKIERT MIT
Bedrohte Arten

Jährlich bringt die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) eine aktuelle Rote Liste von bedrohten Arten heraus, in der die bekannten Vertreter aus dem Tier- und Pflanzenreich auf ihren Bedrohtheitsgrad überprüft werden. 2011 konnten fast alle Säugetiere und Vögel untersucht werden und die Ergebnisse waren gravierend: 25% aller Säugetiere sowie 13% aller Vögel sind als vom Aussterben bedroht eingestuft.