SuperTower: Wie schwebende Ballons Mobilfunktürme ersetzen sollen

Ein SuperTower in der Luft

Googles Internet-Ballon-Projekt Loon bekommt einen Konkurrenten: Der Supertower von Altaeros soll schnelle, mobile Breitbanddienste in ländlichen, schwer zu erreichenden Gegenden bereitstellen.

Autor Jasmina Schmidt, 28.08.18

Übersetzung Jasmina Schmidt:

Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen“ – so lautet das Ziel 9 der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN. Und zu einer solchen belastbaren Infrastruktur gehört auch der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Bis 2030 soll universaler und erschwinglicher Zugang zum Internet in den am wenigsten entwickelten Ländern ermöglicht werden. Laut der Internationalen Fernnmeldeunion (ITU), einer Sonderorganisation der UN, verfügen aber nur 53 Prozent der Haushalte weltweit über einen Internetzugang. In den am wenigsten entwickelten Ländern dieser Welt sind es sogar nur 15 Prozent. In diesen Ländern nutzen viele Menschen das Internet von der Arbeit, von Schulen und Universitäten oder von anderen öffentlichen Anschlüssen außerhalb des Hauses. Vor allem mobiles Internet auf dem Handy boomt dort, was an den niedrigeren Preisen und der besseren Verfügbarkeit liegt. Trotzdem liegt die Anzahl der Menschen in diesen Ländern, die Zugang zu diesen Technologien haben, weit unter dem weltweiten Durchschnitt.

Mit Ballons ins Internet

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass etwa die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zum Internet hat. Insbesondere in ländlichen Gebieten ist ein Netzanschluss rar. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass eine Infrastruktur dafür sehr teuer und für Telekommunikationsunternehmen nicht lohnend ist. Mit seinen SuperTowers will das US-Unternehmen Altaeros mit Helium gefüllte, an Zeppeline erinnernde Plattformen in die Lüfte schicken, die diese Infrastruktur ersetzen können. Die am Boden befestigten Ballons sollen mit über 10.000 km2 pro SuperTower eine Reichweite von 30 konventionellen Mobilfunkmasten haben. Außerdem nutzen sie eine Flugsteuerung, um den personellen Bedarf an Überwachung und Betrieb der Plattformen und die Kosten für die Bereitstellung der Systeme zu senken. Der Bau von Mobilfunkmasten entfällt, was für eine schnellere Bereitstellung von Internet und Mobilfunk sorgen könnte.

Altaeros wurde 2010 im Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet. Ende dieses Jahres sollen Testläufe mit verschiedenen Mobilfunkanbietern erfolgen. 2019 will das Unternehmen dann die ersten SuperTower bereitstellen. Außerdem arbeitet Altaeros an einer luftgestützten Windturbine in 600 Metern Höhe, die in der Lage sein soll, Energie bei starken, gleichmäßigen Winden in höheren Lagen zu nutzen.

Doch wie bei dem Google-Projekt Loon stellt sich auch hier die Frage, inwieweit der Dienst zu vertretbaren Kosten angeboten wird. Vor allem in ländlichen, schwer erreichbaren Regionen könnten die Ballons eine Monopolstellung einnehmen. Ob dann noch ein „erschwinglicher Zugang zum Internet“ angeboten wird, wie es die UN in ihrem Nachhaltigkeitsziel fordert, bleibt abzuwarten.

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