Solarstraßen von Solmove nehmen Fahrt auf

Im November 2018 hat Solmove den ersten Radweg eröffnet, der Strom produziert. Seitdem gab es Rückschläge, aber auch Erfolge. Wo steht der sonnngespeiste Straßenbelag heute?

Autor Sarah-Indra Jungblut, 29.06.20

Das Berliner Startup Solmove hat einen multifunktionalen „Solarteppich“ entwickelt, der Straßen zu Stromproduzenten macht. Das modular aufgebaute System, das per Klicksystem elektrisch verbunden ist und auf Straßen und Wege geklebt wird, produziert Solarstrom, der dann ins Netz eingespeist oder direkt vor Ort genutzt werden kann. Da dazu keine zusätzlichen Flächen nötig sind oder versiegelt werden müssen, steckt darin ein enormes Potenzial.

Vor knapp zwei Jahren hat Solmove in der Nähe von Köln seinen ersten Radweg eröffnet – wir hatten damals berichtet. Doch der 90 Meter lange Radweg ist aktuell leider ungenutzt. Einige Monate nach der Eröffnung kam es nach einer langen Regenphase bei 12 der 520 verbauten Dosen zu Kurzschlüssen, da Feuchtigkeit in die Systeme eingedrungen war. „Darauf musste der Radweg gesperrt werden. Wir mussten den Radweg auch mit einer schwarzen Folie von der Feuerwehr abdecken und seitdem liegt er brach. Das hat natürlich zu einer ganzen Reihe Nachfragen geführt, unter anderem auch zu unerfreulichen Meldungen von Bürgern, die sich wiederum in der dortigen Presse niedergeschlagen haben. Das war für uns natürlich sehr unschön“, sagt Donald Müller-Judex, Gründer von Solmove, gegenüber RESET. Auf den unmittelbaren Lösungsvorschlag des Unternehmens sei die Gemeinde nicht eingegangen, sondern leitete rechtliche Schritte ein. Für Müller-Judex ist dieses Vorgehen bis heute nicht nachvollziehbar. „Natürlich ist das nicht gut, wenn Dosen durchbrennen. Aber aus unserer Sicht ist es normal, dass sich solche Schwachstellen im Testbetrieb zeigen und da muss man dann einfach nochmal nachbessern.“ Das Gerichtsverfahren läuft noch, doch der Solmove-Gründer ist nach wie vor hoffnungsvoll, dass eine außergerichtliche Einigung mit der Gemeinde zustande kommt.

Damit war der erste Radweg vor allem ein Lernfeld, wie Donald Müller-Judex einräumt, und man habe sowohl technische als auch juristische und politische Dinge gelernt. „Bei einer baugleichen Anlage, die wir kurz danach in Gelsenkirchen gebaut haben, haben wir die Anschlussdosen, die fehlerhaft konstruiert waren, umgebaut und diese Anlage läuft jetzt problemlos. Für uns ein schönes Ergebnis.“ Auch in einer weiteren Testanlage auf dem Betriebsgelände der Rhein Energie in Köln laufen die weiterentwickelten Module seit Monaten fehlerfrei und liefern zuverlässig Strom. Jetzt will das Team den solaren Straßenbelag weiterentwickeln, denn er soll nicht nur Strom erzeugen, sondern demnächst vollautomatisch Schnee und Eis im Winter abtauen können, durch LEDs beleuchtet sein sowie mit eingeblendeten Hinweisen oder Verkehrszeichen versehen werden können. Zudem sollen in Zukunft Elektromobile induktiv mit Strom aufgeladen werden.

Für seine Entwicklung hat das Unternehmen mehrere Preise gewonnen, es gibt eine Warteliste an Interessenten und weitere staatliche Förderungen sind bereits zugesagt. „Doch für die Serienfertigung und Markteinführung brauchen wir Geld“, sagt Donald. Daher läuft bei Solmove aktuell eine Crowdinvesting-Kampagne, um Eigenkapital  zu sammeln und Förderungen in Anspruch nehmen zu können. 

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