Smartes Wasserkraftmanagement: Sauberer Strom aus der Kanalisation

Thomas Rousing (CC BY 2.0)

Die Nutzung von Wasserkraft zur Energiegewinnung ist nichts Ungewöhnliches. Kommt aber die Energie aus Abwasserkanälen kann von einem smarten Wassermanagement gesprochen werden. LucidEnergy aus den USA installieren Wasserturbinen in Abwasserkanäle und erzeugen so sauberen Strom für Haushalte. 

Autor Hanadi Siering, 23.02.15

Unter jeder Stadt gibt es sie: Abwasserkanäle. Bisher hatten sie nur die Funktion, unsere Abwässer, die beispielsweise aus jeder Klospülung stammen, zu Kläranlagen abzuleiten. Ein Startup aus den USA sieht das Potenzial, dass in der Kanalisation für die Stromgewinnung steckt. Die Idee von LucidEnergy ist es, die Abwasserkanäle so umzubauen, dass sie Abwässer transportieren und gleichzeitig Strom für die Stadt erzeugen.

Mit den von ihnen entwickelten Turbinen, die in die Kanäle eingebaut werden sollen, kann aus Schmutzwasser einfach und günstig erneuerbare Energie für Gebäude und Straßenbeleuchtung gewonnen werden. So wird aus den Kanälen und Turbinen ein sauberer Stromgenerator, dessen Erzeugung in keiner Weise die Umwelt negativ beeinflusst. Ein weiterer Vorteil ist die Wetterunabhängigkeit. Es spielt keine Rolle, ob die Sonne scheint oder der Wind weht. Es müssen keine Staudämme gebaut werden Landschaften dafür verändert werden.

Von ersten Kanalturbinen und intelligenten Stromnetzen

In der US-amerikanischen Stadt Portland in Oregon wurde dieses Jahr die erste Abwasser-Strom-Turbine installiert. Sie soll etwa 150 Haushalte mit sauberer und kosteneffizienter Energie versorgen. Damit ist natürlich noch nicht die ganze Stadt abgedeckt, aber es ist immerhin ein Anfang.

Gemeinsam mit anderen erneuerbaren Energiequellen könnte das Prinzip der Strom-aus-Kanal-Turbinen dem Ansatz des Smart Grids (dt. intelligentes Stromnetz) einen Schritt näher kommen. „Smart“ meint dabei die intelligente Nutzung aller zur Verfügung stehenden erneuerbaren Ressourcen als Energiequellen sowie die Verbesserung des Gesamtsystems inklusive der Stromgewinnung, der Speicherung, des Transports und der Verteilung bis hin zur effizienten Verwendung seitens des Endverbrauchers. Mehr dazu im RESET-Wissensartikel zum Thema Smart Grid.

Auf jeden Fall bleibt es spannend, wie sich das Projekt von LucidEnergy weiterentwickelt und ob es für unsere Städte auch bald Strom liefern könnte.

Smart Grid – Die Hoffnung der Energiewende?

Bis zum Jahre 2020 soll ein Drittel des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen, die großen Kohle- und Atomkraftwerke sollen bis dahin abgedankt haben. Viel wird in den Medien und der Politik über die hohen Kosten der Energiewende gesprochen. Warum können wir nicht einfach die Energiequellen austauschen und was wird sich alles bei der Energiewende verändern müssen?

Erneuerbare Energien – klimafreundlich und zukunftsfähig

In Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten und Anforderungen hat die Menschheit der westlichen Welt schon mehrfach ihre Energiequellen gewechselt. Vom Holz bis hinein ins 18. Jahrhundert zur Kohle während der Industrialisierung bis hin zu Öl und Gas im 20. Jahrhundert. Die Frage ist nun, wie schnell wir den Sprung ins Zeitalter erneuerbarer Energien schaffen.