Sind E-Autos nicht umweltfreundlich?

Dieser Tage geht es hoch her um die Elektromobilität. Von "Elektrolüge" gar ist die Rede und davon, dass E-Autos keine umwelt- und klimaschonende Technologie sind. Anlass der neuerlichen Kontroverse ist eine Mitte Januar erschienene Studie des Öko-Instituts. Doch die war gar nicht so gemeint.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 07.02.12

 

Ein hauptsächliches Ergebnis der Studie des Öko-Institut ist, dass E-Autos wenig umweltfreundlicher sind als Benziner, so sie mit dem derzeitigen Strom betrieben werden. Dieser ist nur zu einem kleinen Teil aus erneuerbaren Energiequellen, der Rest wird aus fossilen Quellen gewonnen. Aus diesem Ergebnis leiten sich nun viele der Schlagzeilen ab: „Elektroautos sind nicht klimafreundlich“, „Elektroautos sind eine Ökolüge“. Und in so manchem Artikel wird der E-Mobilität jegliche Zukunft abgesprochen.

Doch laut des Öko-Instituts ist genau das nicht der richtige Umgang mit dem Ergebnis:

Aus Sicht des Öko-Instituts helfen einfache Parolen nicht, die drängenden Fragen des Klimaschutzes national wie international zu beantworten. Wir arbeiten vielmehr daran, Lösungen zu entwickeln und Schwachstellen bestimmter Technologien frühzeitig aufzuzeigen, damit politische Entscheider und wirtschaftliche Akteure entsprechend gegensteuern können. 

In Bezug auf den erhöhten Strombedarf, der mit einem Ausbau der E-Mobilität einhergeht heißt das z.B.:

Zeitgleich mit dem Ausbau der Elektromobilität müssen deshalb zusätzlich zu den bestehenden Ausbauplänen der Bundesregierung für erneuerbare Energien weitere Stromerzeugungsanlagen aus Sonne, Wind und Wasser gebaut werden. Nur dann wäre der Strom, den Elektroautos zum Fahren benötigen, emissionsfrei. Unter diesen Bedingungen können mit der Elektromobilität im Jahr 2020 0,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Im Jahr 2030 wären es bereits 5,2 Millionen Tonnen – verglichen mit einem Szenario ohne Elektrofahrzeuge. Dies entspricht einer Minderung der CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs von 0,6 Prozent bis 2020 bzw. sechs Prozent bis 2030.

Jedoch ist es so, dass das größte Potential für den Klimaschutz weiterhin bei den konventionellen Pkw ist: Wird ihre Effizienz gesteigert, können bis 2030 rund ein Viertel der CO2-Emissionen des Pkw-Bestands eingespart werden. Aber: dieser Effekt ist nur kurz- bis mittelfristig. Auf lange Sicht erreicht das Einsparpotential seine Grenzen und wirklich saubere Technologien sind gefragt! Wie eine sinnvolle Nutzung von E-Autos aussehen kann beschreibt z.B. die oekonews-Chefredakteurin Doris Holler-Bruckner.

Weitere Fragen und Antworten zu Potenzialen und Klimaschutzwirkung der Elektromobilität hat das Öko-Intitut in einem Hintergrundpapier und einer Broschüre zusammengefasst:

Zum Hintergrundpapier „Zukunft Elektromobilität? Potenziale und Umweltauswirkungen“ des Öko-Instituts

Die komplette Studie kannst du hier als pdf herunterladen:

Zur Studie OPTUM des Öko-Instituts und des ISOE

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Gedanken zum Tanken: Treibstoff-Alternativen

Ein Großteil des weltweiten CO2-Ausstosses geht auf den Verkehr zurück. Dazu kommt die Abhängigkeit vom Erdöl: Rund 95 Prozent der Treibstoffe für Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe stammen aus Mineralöl. Um die Mobilität der Gesellschaft klima- und umweltfreundlich zu gestalten, sind heute schon Alternativen gefragt.