SET Awards 2018: Diese sechs Startups bringen die Energiewende voran

Bei der diesjährigen Verleihung der SET Awards wurden sechs Unternehmen aus fünf Ländern ausgezeichnet, u.a. ein stromloser Kühlschrank, 4D-Simulationen für eine nachhaltige Stadtplanung und ein Solarenergiesystem für Gewächshäuser.

Autor Lydia Skrabania, 19.04.18

Übersetzung Lydia Skrabania:

Die internationale Plattform Start Up Energy Transition (SET), eine Initiative der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Kooperation mit dem World Energy Council, fördert Innovationen in der Energiewende. Mit dem SET Award werden junge Unternehmen für die vielversprechendsten Beiträge zur Energiewende und zum Klimaschutz ausgezeichnet. In diesem Jahr hatten sich mehr als 400 Startups aus 68 Ländern beworben, insgesamt 18 wurden in sechs Kategorien nominiert. Nun stehen die Preisträger des SET Award 2018 fest.

In der Kategorie Emissionsarme Produktion gewann Ionomr Innovations den Award. Das kanadische Startup entwickelt und produziert die Ionenaustauschmembran „Aemion“. Die Membrantechnologie wird für die kostengünstige Erzeugung und Speicherung von sauberer Energie und zur Abwasseraufbereitung eingesetzt.

Den Preis für die Kategorie Intelligente Netze und Plattformen erhielt das französische Unternehmen ForCity für seine Software-Plattform für intelligente Stadtplanung. Mithilfe von 4D-Simulationen können hier urbane Entwicklungen, Anforderungen an die Stadtplanung und künftige Herausforderungen nachgestellt und abgebildet werden, beispielsweise Schwächen im Versorgungsnetz. Die Simulationen dienen so als Grundlage für stadtplanerische Entscheidungen und für frühzeitige Maßnahmen.

In der Kategorie Energieeffizienz, smarte Geräte und Speicher konnte ein Startup überzeugen, über das wir bei RESET bereits berichtet haben: Das Berliner Startup Coolar hat einen Kühlschrank entwickelt, der ohne Strom funktioniert, stattdessen nutzt die Kühltechnik Solarwärme und Wasser bzw. Verdunstung. Damit können nicht nur Lebensmittel oder Medikamente in Regionen ohne Zugang zu Elektrizität gekühlt werden – die Technologie ist zudem eine Alternative zu ineffizienten Kühlgeräten mit hohen Emissionen.

Ein weiteres deutsches Unternehmen gewann den Preis in der Kategorie Innovative Mobilität: Skeleton Technologies produziert Ultrakondensatoren und Energiespeichersysteme auf Basis von Graphen, einem extrem widerstandsfähigem Material aus Kohlenstoff. Die von dem Startup hergestellten Ultrakondensatoren bieten im Vergleich zu anderen Produkten eine vier Mal so große Leistungsdichte und eine doppelt so große Energiedichte. Im Schwerlastverkehr eingesetzt kann das System die Kraftstoffeffizienz steigern und CO2-Emissionen senken.

Auch für die Kategorie Energie, Wasser und Nahrung wurde ein Award verliehen. Dieser ging an SOLHO, ein Jungunternehmen aus den Niederlanden, das Solarenergiesysteme für die Energieversorgung für den Anbau in Gewächshäusern entwickelt. Das System des Startups nutzt Solarstrom, thermische Energie und Meerwasser und ermöglicht eine gleichmäßige Stromversorgung des Gewächshauses – auch ohne Zugang zu Elektrizität.

In der sechsten Kategorie wird ein Sonderpreis für das UN-Nachhaltigkeitsziel 7 (Bezahlbare und saubere Energie für alle) verliehen. Hier überzeugte das kenianische Unternehmen Acacia Innovations, das günstige und umweltfreundliche Brennstoffe aus Rohrzuckerabfällen vertreibt. Im Vergleich zu dem für die Gesundheit schädlichen Feuerholz, das von vielen Millionen Menschen vor allem im Globalen Süden als Brennstoff genutzt wird, sind die Briketts des Startups fast rauchfrei. Durch ihren Einsatz werden deutlich weniger CO2- und Schadstoffemissionen frei – zudem müssen dafür keine Bäume abgeholzt werden.

Energieeffiziente Häuser durch intelligente Algorithmen und Big Data?

Gebäude sind enorme Energiefresser und müssen viel effizienter werden, damit die Energiewende gelingen kann. Dabei können auch smarte Technologien helfen.

„Strom mit anderen zu teilen ist die Zukunft“

Nicht nur Eigenheimbesitzer, auch Mieter von Wohnungen können inzwischen von der Stromerzeugung aus regenerativen Energien auf ihrem Gebäude profitieren. RESET hat mit dem Polarstern-Gründer Florian Henle über Eigen- und Mieterstrom gesprochen.

09_14_nacht
Green City Solutions
Es sind Startups, die den Klimaschutz voranbringen

Warum wir gerade auf Startups setzen sollten, um die Klimaschutzziele zu erreichen, dazu Malte Schneider, Direktor von Climate-KIC Deutschland, in diesem Kommentar.

E-Autos für die Energiewende…

…nicht als E-Mobilität, sondern als Stromspeicher. Ein Joint Venture von Daimler & Co nutzt ein System aus Auto-Akkus, um das Stromnetz zu stabilisieren.

Klimaschutz: „Die Lücke zwischen Wissen und Handeln ist enorm“

Die meisten von uns wissen, welches Verhalten für Umwelt und Klima gut ist. Trotzdem handeln wir oft nicht danach. Woran liegt das und wie kann man solche Verhaltensweisen von Verbrauchern ändern? Boris Demrovski von CO2Online beschäftigt sich mit eben dieser Frage und gibt im Interview Antworten.