E-Mails löschen, Umwelt schonen: Tipps für ein grünes Mailkonto

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Schon gewusst, dass deine gespeicherten E-Mails permanent Strom verbrauchen? Deinen Posteingang zu „entrümpeln“ ist also ein einfacher Weg, deinen Energieverbrauch zu reduzieren.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 07.08.19

Nichts geht mehr ohne E-Mails, denn die Online-Korrespondenz ist schnell und bequem. Auf den ersten Blick sind die digitalen Nachrichten Ressourcen-sparend – kein Papier, keine Briefmarke, kein einziger Postbote nebst Logistik ist nötig, damit eine Botschaft ihren Empfänger erreicht. Doch E-Mails haben echte Auswirkungen auf unseren Planeten, denn bis eine Mail am Ziel angekommen ist, wird Energie für die Übermittlung der Daten aufgewendet. Und jede Mail, die in unserem Posteingang ruht, wird auf Servern gespeichert. Da wir zusammengenommen ziemlich viele Mails hin- und herschicken und lagern, werden riesige Serverfarmen benötigt, die rund um die Uhr große Mengen Energie verbrauchen. Die Rechnung ist daher eigentlich ganz einfach: Je mehr Nachrichten wir senden, empfangen und speichern, desto mehr Server und damit auch mehr Energie werden benötigt – und desto größer ist auch unser CO2-Fußabdruck.

Die Umweltauswirkungen deiner digitalen Nachrichten

Den konkreten Zahlen können wir uns nur annähern, da es bisher wenig Daten dazu gibt. Laut dem Spezialisten Mike Berners-Lee gibt jede Spam-Mail – auch dann, wenn wir sie nicht öffnen – 0,3 Gramm CO2 an die Atmosphäre ab. Diese 0,3 Gramm stammen aus der Energie, die für den Betrieb der Computer, die Nutzung des Internets und des gesamten physischen Systems und der dahinter liegenden Infrastrukturen aufgewendet wird, einschließlich der Speicherung und Übertragung der Informationen über Rechenzentren. Eine E-Mail mit Langtext und Anhang kann dementsprechend für bis zu 50 Gramm CO2 verantwortlich sein. Die französische Fernsehanstalt France Télévisions hat berechnet, dass ein Angestellter mit seinem durchschnittlichen E-Mail-Verkehr pro Tag genauso viele Treibhausgase produziert wie bei einer 11 Kilometer langen Autofahrt. Dazu kommen noch rund 12 Liter Wasser für die Kühlung von Servern.

Es lohnt sich also unbedingt, unnötige Mails zu vermeiden, Spamnachrichten einzudämmen und deinen Posteingang regelmäßig von Altlasten zu befreien.

Tipps für deinen umweltfreundlicheren Posteingang

  • Suchen und löschen: Verschiebe regelmäßig, zum Beispiel einmal im Monat, alte, nicht mehr benötigte E-Mails in den Papierkorb und lösche seinen Inhalt dann. Achte dabei besonders auf Mails mit großen Daten-Anhängen.
  • Leere deinen Junk-E-Mail-Ordner regelmäßig. Einige E-Mail-Programme machen das auch automatisch; checke die Einstellungen und wähle evtl. einen kürzen Speicherzeitraum.
  • Verwalte deine Abonnements: Überprüfe, ob du die Newsletter, die in deinem Posteingang landen, wirklich liest. Landen die meisten davon ungelesen in deinem Papierkorb? Dann bestell diese doch einfach ab. 
  • Soziale Medien: Erhältst du Benachrichtigungs-E-Mails von sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn, Instagram und Twitter? Deaktiviere diese, wenn du sie nicht wirklich benötigst. Meistens hast du die Informationen schon direkt über die Website oder App des Netzwerks erhalten.
  • Die richtige Wahl des Anbieters: Mittlerweile gibt es einige E-Mail-Dienste, die auf Ökostrom, Werbefreiheit und Datenschutz setzen, zum Beispiel Posteo.de, Mailbox.org, Ownbay.net, Mail.de, Biomail.de und Greensta.de.
  • Schütze deine persönlichen Daten: Fühlst du dich unwohl mit Anzeigen, die dich verfolgen, sobald du online bist? Gefällt dir der Gedanke nicht, dass alle deine Online-Aktivitäten aufgezeichnet werden? Dann kümmere dich doch auch um deine persönlichen Daten. Die Digital Tech Organisation hat hier einfache Schritte dafür zusammengestellt: Data Detox Kit

Klar, das umweltbewusste Senden und Empfangen von elektronischen Nachrichten reicht längst nicht aus, wenn es darum geht den Klimawandel aufzuhalten. Nichtsdestotrotz lassen sich hier leicht unnötige CO2-Emissionen vermeiden.

Willst du mehr Tipps dazu, wie du deinen Stromverbrauch im Alltag reduzieren kannst? Unser Artikel 12 Tipps zum Energiesparen zu Hause hilft dir weiter!

 
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