Satellitenbilder zeigen, was wirklich im Sudan geschieht

Das Satellite Sentinel Project (SSP) ermittelt Fakten und beobachtet, was sich tatsächlich im Sudan ereignet. Satellitenbilder zeigen Belege für mutmaßliche Gräueltaten. So werden Umstände deutlich, von denen die Kriegstreibenden nicht erzählen wollen. "Die Welt schaut zu, weil Sie zuschauen."

Autor Frank Wichert, 08.04.13

Das Satellite Sentinel Project (SSP) ermittelt Fakten und beobachtet, was sich tatsächlich im Sudan ereignet. Satellitenbilder zeigen Belege für mutmaßliche Gräueltaten. So werden Umstände deutlich, von denen die Kriegstreibenden nicht erzählen wollen. „Die Welt schaut zu, weil Sie zuschauen.“

Auf einer Reise in den Süden des Sudan im Oktober 2010 hatten George Clooney und der Mitbegründer des Enough-Projektes John Prendergast die Idee, das Satellite Sentinel Project ins Leben zu rufen. SSP startete mit dem Ziel, die Rückkehr zu einem umfassenden Bürgerkrieg zwischen Nord- und Süd-Sudan zu verhindern. Zudem sollten Bedrohungen für die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten der Grenze dokumentiert werden. Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit wird auf die Vorgänge im Sudan gelenkt. Bilder und Analysen stehen zur Verfügung, um schnelle Antworten auf Menschenrechtsverletzungen zu ermöglichen.

Licensed under: Creative Commons - Attribution No Derivatives ENOUGH Project SAF Attack Aircraft, Transports at El Obeid Airbase

Wie funktioniert das Projekt technisch? Satelliten von DigitalGlobe, die den Raum über dem Sudan passieren, liefern Bilder von für die Bevölkerung bedrohlichen Situationen, zeigen zerstörte Dörfer oder geben Hinweise auf andere Formen von Massengewalt. Aus dem Bildmaterial und den Informationen aus Quellen vor Ort erstellen Experten von DigitalGlobe zusammen mit dem Enough Project Berichte. Das Enough Project schlägt dann gegebenenfalls Alarm, indem Presse und Aktivisten über die Zustände informiert werden.

Die Berichte und Satellitenbilder sowie weitere Hintergrundinformationen sind über die Website des Satellite Sentinel Project verfügbar.

Vergessene Krisen

Das Leid von Millionen von Menschen in Konflikt- und Krisengebieten bleibt für die Weltöffentlichkeit weitestgehend unsichtbar. Über Krisen wie die in der Zentralafrikanischen Republik, in Somalia oder in Sri Lanka wurde 2007 - wie auch in den vorangegangenen Jahren - in den Medien kaum berichtet. Auf der Liste der vergessenen Krisen 2007 von Ärzte ohne Grenzen stehen auch die Demokratische Republik Kongo, Kolumbien, Myanmar (Burma), Simbabwe, Tschetschenien, Tuberkulose und Mangelernährung.