Saatgutkonzern Monsanto kapituliert in Europa

Die kritische Haltung der Verbraucher, eine geringe Nachfrage der Bauern und schließlich die Proteste haben Monsanto zumindest in Europa bezwungen. Der Saatgutkonzern will sich hier nun nicht mehr für den Anbau seiner Genpflanzen einsetzen. Es ist ein großer Erfolg für die Anti-Gentechnik-Bewegung.

Autor Frank Wichert, 03.06.13

Die kritische Haltung der Verbraucher, eine geringe Nachfrage der Bauern und schließlich die Proteste haben Monsanto zumindest in Europa bezwungen. Der Saatgutkonzern will sich hier nun nicht mehr für den Anbau seiner Genpflanzen einsetzen. Es ist ein großer Erfolg für die Anti-Gentechnik-Bewegung.

Die Konkurrenz Monsantos – Bayer CropScience, BASF und Syngenta – hatte sich schon früher mit ihren gentechnisch modifizierten Pflanzen aus dem deutschen Markt weitgehend verabschiedet. Jetzt tritt auch Monsanto selbst den Rückzug aus Europa an.

Laut Brandon Mitchener, dem Sprecher von Monsantos EU-Niederlassung, wird es von Unternehmensseite keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa geben. Auch die Beantragung der Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen ist nicht geplant. Feldversuche mit dem Saatgut soll es ebenfalls nicht geben. Man habe verstanden, „dass das im Moment nicht die breite Akzeptanz hat“, erläuterte die Sprecherin von Monsanto Deutschland, Ursula Lüttmer-Ouazane, gegenüber der taz.

In Deutschland darf schon seit 2009 keine Genpflanze von Monsanto mehr angebaut werden. Die Haltung der Konsumenten gegenüber Gentechnik ist gerade im Lebensmittelbereich EU-weit grundsätzlich relativ skeptisch. In Spanien, Portugal und Rumänien soll der Gentech-Mais MON810 jedoch vorerst weiter verkauft werden.

Die kontinuierlichen Proteste gegen das US-Unternehmen Monsanto, wie zum Beispiel die Demonstration Ende Mai in Berlin, haben sicher maßgeblich dazu beigetragen, dass das Unternehmen nun klein beigeben muss.

Jetzt unterzeichnen: Petitionen für Vielfalt des Saatguts

Auf EU-Ebene wird aktuell eine neue EU-Saatgutverordnung vorbereitet. Nach dem bestehenden Entwurf werden etliche seltene und alte Sorten von Obst, Gemüse und Getreide verschwinden. Die Unterzeichnung der Apelle stärkt die Front gegen diese Pläne.

Saatgut-Privatisierung: Monsanto und Co. auf dem Vormarsch

Längst gewinnen Bauern nicht mehr Jahr für Jahr das Saatgut aus den eigenen Pflanzen, sondern beziehen es von Züchtern. Da einige wenige Agrarkonzerne, allen voran Monsanto, Syngenta und DuPont, den Saatgutmarkt dominieren, ist die Sortenvielfalt der Nutzpflanzen und die Unabhängigket der Bauern schon jetzt stark eingeschränkt. Die Folgen für Menschen und Umwelt sind fatal.