Rock im Karton: Die Kleiderspende mit PACKMEE

Für den ersten PACKMOB in München gaben die Teilnehmer "ihr letztes Hemd". (PACKMEE nimmt sicher auch das vorletzte!)

Die Container-Kleiderspende kämpft mit ihrem schlechten Ruf. Zu viele dubiose Anbieter, die aus gespendeten Altkleidern ein Geschäft machen wollen. Das muss besser gehen dachten sich Marco Solá und Paul Schmitz und gründeten PACKMEE. Sie meinen: „Altkleidercontainer sind genauso veraltet wie Telefonzellen.“

Autor Laura Holzäpfel, 09.09.14

Vor allem in den Großstädten stehen sie nahezu an jeder Ecke: die beigen Container mit der Aufschrift „Kleiderspende“. Wohin die Kleider wirklich gehen, ist dabei oft nicht ersichtlich. Und das hat seinen Grund: Bis zu 400€ machen unseriöse Firmen mit einer Tonne Altkleider. Gespendet wird davon nichts mehr. Anders macht es PACKMEE – die Kleiderspende im Karton. Einfach Kleider aussortieren, Karton packen, via packmee.de ein Versandlabel ausdrucken und das Paket an einer der über 50.000 Annahmestellen von DHL und Hermes abgeben.

„Wir wollen mit PACKMEE ein Umdenken beim Umgang mit aussortierter Kleidung in Gang setzen. Durch CO2- und Kosteneinsparungen zugunsten höherer Spendenerlöse, geben wir den Spendern die Sicherheit, auch wirklich etwas Gutes zu tun“, erläutert PACKMEE-Mitgründer Marco Solá. Im Gegensatz zur Abgabe am Container, die oft an Müll entsorgen erinnert, soll für die Kleidung beim Verpacken als Paket wieder ein Wertgefühl entstehen. Außerdem kommt mit dem Adressaufkleber alles trocken und sicher dort an, wo es hin soll.

PACKMEE hat mittlerweile zahlreiche Partner, die den Versand noch attraktiver machen. Als Dankeschön für jedes gespendete Paket gibt es einen kleinen Gutschein. Die Kosten für die Gutscheine tragen die Partner dabei natürlich selbst. Die  Spendenerlöse gehen dann an die Charity-Partner „CARE“, „RTL – Wir helfen Kindern“ und dem „Hilfswerk der Deutschen Lions e. V.“.  Mit diesem entzückenden Film stellt PACKMEE sich noch einmal selbst vor:

Otto hängt auch mit am Kleiderhaken

Nicht nur PACKMEE will mit alten Kleidern Gutes tun. Auch andere Initiativen wie zum Beispiel die Kampagne „Platz schaffen mit Herz“ des Ottoversands nehmen seriös und kostenlos alte Kleidung, Schuhe und sogar Gardinen an. Das Prinzip ist das gleiche: Karton packen, Paketaufkleber drauf und losschicken.

Und was ist jetzt mit den Containern?

Licensed under: All Rights reserved fairwertung und DZI Diesen Logos kann vertraut werden!

Wer seine Sachen lieber zum Container bringt, kann das auch weiterhin machen. Die Verbraucherzentrale Berlin nennt zwei seriöse Siegel für Altkleidercontainer: Das grüne Zeichen des Verbandes «FairWertung», dem mehr als 100 Organisationen und Gruppen angehören, und das orangefarbene Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Beide Organisationen geben im Internet Auskunft über Abgabestellen. Übersichtlich fasst der Artikel Altkleidersammlung: So entlarvt man die Tricks der falschen Wohltäter alles Wichtige zum Thema zusammen.

Neue Kleider ohne kaufen? Geht auch! Einfach mal tauschen zum Beispiel über www.dietauschboerse.de!

Mehr Tipps findest du auch in unserem Artikel These boots are made for…? Na, die Kleiderspende!

 

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Glimpse Clothing – Faire Mode mit Beziehungen

Glimpse Clothing ist Menschenrechtsinitiative und Modelabel in einem: die Kleider werden von Frauen genäht, die auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. Und über ein eingenähtes Etikett in den Kleidern können die KäuferInnen auf der Webseite Näheres über die Lebensgeschichten der Näherinnen erfahren.

Meins ist Deins – Teilen macht glücklich!

Geteilte Autos, getauschte Kleider und Wohnungen, geliehene Werkzeuge - die Möglichkeiten des kollektiven Konsums sind vielfältig und werden von Millionen Menschen weltweit genutzt - Tendenz steigend. Hier findest du Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene.

These Boots Are Made For …? Na die Kleiderspende!

Die Schuhe drücken, der einstige Lieblingspulli ist zu bunt, die Hose zu eng, der Rock jetzt doch zu kurz. Zeit zum Ausmisten. Aber wohin mit der getragenen Kleidung, wenn sie zum Wegwerfen zu schade ist? Na, spenden! An wen und warum erfährst du hier.