RANK A BRAND geht dir an die Wäsche!

Wäsche in der Räuberhöhle.

Shorts, Slips, BHs und Hemdchen - unten drunter geht’s drunter und drüber. RESET und Rank a Brand stellen die Frage: Wie sieht’s hier aus mit der Performance der Hersteller? "Aussen hui, dahinter pfui" oder so ähnlich lässt sich diese auf den Punkt bringen. In Bezug auf Arbeitsrechte, Klima- und Umweltschutz lassen die Geschäftemacher mit dem "Untendrunter" so einiges zu wünschen übrig.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 30.08.11

Im Rank a Brand-Check ist einzig der Unterwäsche-Hersteller Pants to Poverty im grünen Bereich und punktet damit in allen Kategorien Klimaschutz, Arbeitsbedingungen/ Fairer Handel und Umweltschutz. Ein Fragezeichen finden sich bei der CO2-Bilanz und den Plänen zur Reduzierung von CO2; hierzu sind keine Angaben veröffentlicht worden.

Trigema schneidet schon deutlich schlechter ab. Bei den Arbeitsbedingungen ist zwar alles top, aber im Bereich Umwelt- und Klimaschutz gibt es nur Angaben dazu, dass Trigema selbst öko-korrekten Strom für ihre Produktion herstellt. Fair ja, und auch bemerkenswert, dass Trigema einige Produkte nach dem Cradle to Cradle-Prinzip produziert, aber unklar bleibt, zu welchem Anteil und was es für Pläne in die Zukunft gibt.

Direkt darunter befindet sich H&M, der nicht wenig Unterwäsche vertreibt. Die Performance ist sehr durchwachsen und die Punkte verteilen sich auf die 3 Sparten. So hat der Mode-Großkonzern vor, seine CO2-Emissionen zu senken, in dem Ökostrom bezogen und die Energieeffizienz in den Filialen verbessert wird. Ausserdem hat H&M Fabrik-Berichte ermöglicht, die Potentiale zur CO2-Einsparung aufdecken sollen und Pilot-Projekte in China und Indien angestossen, die die Energieeffizienz verbessern sollen. Auch wenn Biobaumwoll-Produkte vertrieben werden, macht H&M keine Angaben, zu welchem Anteil. Ausserdem ist H&M Mitglied der Fair Labor Organisation (FLA), in der bestimmte Arbeitsrechte festgelegt werden, wie z.B. eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden. Ein Mindestlohn findet sich darin allerdings nicht.

Mit Wonderbra und Victoria´s Secret fällt dann die Bewertung rapide ab. Jedoch: Wonderbras Markenbesitzer Hanesbrands hat verschiedene Regelungen zur Einsparung von CO2, wie z.B. die Verwendung von erneuerbaren Energien und den Einsatz von Transportmethoden mit dem niedrigsten Umwelt-Einfluss. Ausserdem misst Hanesbrands die Emissionen, die in der Produktionskette entstehen und das Ziel ist es, in der gesamten Kette einzusparen. Auch informiert die Marke über ihr Wasser- und Abwassermanagement. Hanesbrands ist Mitglied der FLA und alle Firmen ausserhalb der USA sind von dem Worldwide Responsible Accreditation Program (WRAP) zertifiziert. 

Bei Victoria´s Secret haben einige wenige Brands verschiedene Regelungen zur Reduzierung von CO2 und eine Partnerschaft mit dem US EPA Smart Way Transport Programm, um in diesem Bereich Emissionen zu reduzieren.

American Apparel ist vor allem dafür bekannt, dass das Unternehmen alle Sachen in den USA herstellt und hat sich damit einen ganz guten Ruf gemacht. Allerdings punktet der Hersteller nicht in den anderen Bereichen: Arbeitsrechte sind nicht wirklich festgelegt und auch der Umweltschutz lässt sehr zu wünschen übrig. Pluspunkte gibt es nur dafür, dass American Apparel Solarenergie verwendet und Materialreste recycelt.

Sloggi und Triumph sind immerhin noch in einem Punkt erwähnenswert: Triumph ist immerhin dabei, Energie-Sparkonzepte in allen internationalen Orten zu installieren. Sloggi (als Untermarke von Triumph) hat zusätzlich noch ein paar Arbeitsschutzbedingungen.

Weitere Marken – Hema, Marie Jo, Prima Donna, VALISERE, La Senza – im Check findest Du hier:  rankabrand.de

Unbedenkliche Unterwäsche

Dies ist nur eine Bewertung der Performance der Hersteller; nicht betrachtet wurde dabei die Qualität der Produkte; in wie weit die Shorts, Slips und Hemdchen aus unbedenklichen Materialien bestehen ist fraglich. All zu viel Vertrauen kann man da nicht haben.

So stellte z.B. Ökotest fest, dass es die schwarze Farbe in sich zu haben scheint und nannte als  Hauptproblem die Färbemittel in den BHs und Slips. Einige der getesteten Modelle wiesen große Mengen an Farbstoffen auf, die in Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Was das für die Abwässer bedeutet, lässt sich ahnen.

Festzuhalten bleibt, dass viele Hersteller ökologisch und sozial verträgliche Produkte aus Biobaumwolle und Co im Angebot haben und diese im Zweifelsfall immer die bessere Wahl sind; wie z.B. bei Pants for Poverty oder bei einem anderen Hersteller, der Biobaumwolle verwendet und fair und sozial produziert. Diese findest Du z.B. bei Hess Natur oder dem Avocado Store. Weitere Tipps findest Du auch in dem Artikel Schick mit gutem Gewissen- in Biobaumwolle, Bambus und Co.

MARKIERT MIT
Grüne Mode – Schick mit gutem Gewissen

Längst wird „Öko-Mode“ auf dem Laufsteg präsentiert. Bio-Baumwolle ist angesagt. Green Chic, Green Glamour, Fair Fashion – ethischer Konsum setzt auch in der Mode Zeichen. Die Mischung von modischem Stil, ökologischer Herstellung und fairem Handel liegt im Trend.