Prima fürs Klima: Grüne Veranstaltungen

Ob Festival, Konferenz, Tagung, Sportevent oder Messe – wo viele Menschen zusammen kommen, entstehen CO2-Emissionen und Müll. Doch da lässt sich einiges tun! Hier findest du Tipps und Empfehlungen für Veranstaltungen mit kleinem Fussabdruck.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 10.07.12

Immer mehr Veranstalter sind bemüht, umwelt- und sozialverträglich zu feiern und tagen. Beispielsweise die re:campaign oder das Melt-Festival setzen auf Emmissionsvermeidung und -ausgleich, plastikfreies Bio-Catering und alternative Anreiseoptionen mit Bahn-Specials, Leihrädern oder Solarbooten.

Am energie- und ressourcenaufwändigsten sind Veranstaltungen vor allem in den Bereichen An- und Abreise, Verpflegung und Energie. Hier setzen unsere Tipps an. Und nicht vergessen: der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Mobilität: Die Vielfalt alternativer Reisewege

Die größten Umweltbelastungen enstehen durch die CO2-Emissionen bei der An- und Abreise der Teilnehmer und durch die Fahrten vor Ort.

Dazu einige grundsätzliche Überlegungen:

  • Gibt es eventuell Alternativen zu einem Treffen vor Ort, z.B. ein virtuelles Treffen (Video- oder Telefon­konferenz oder -zuschaltung einzelner TeilnehmerInnen)?
  • Ist der Veranstaltungsort bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und kann innerhalb der Konferenz das Prinzip der „kurzen Wege“ verwirklicht werden?

Tipps und Ideen

Informieren hift und genutzt wird, was da ist. Durch gezielte Informationen und eine leicht zugängliche Infrastruktur können die Teilnehmer auf alternative Reisewege geschickt werden, z.B. durch

  • Informationen zu umweltverträglichen Verkehrsmittel wie Bus, Bahn und geteilten Autos
  • Anbieten von Kombitickets (Eintrittskarte = kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel) oder Nutzungsmöglichkeiten von Fahrrädern vor Ort (z. B. Koope­ration mit einem lokalen Fahrradverleih, mit „Call a Bike“ oder nextbike)
  • Organisation eines Shuttle-Service oder von Fahrgemeinschaften für die Wege zwischen Hotel, Konferenzort und / oder Ankunfts- / Abreiseort (Bahnhof, Flughafen)
  • Information am Konferenzort zum ÖPNV z.B. durch Aushänge
  • Belohnung für Radler, z.B ein Erfrischungsgetränk oder ein kleiner Fahrradservice vor Ort
  • Velotaxis, Solarboote, Stadtpläne für Spaziergänger bereitstellen
  • Tipps zur Beteiligung an Klimaschutzprojekten auf der Internetseite und in den Einladungen, um bei unvermeidbaren Flugreisen CO2-Emissionen auszugleichen.

Energiequellen entdecken

Quelle: Organic Disco

Auf die Energiebilanz haben Veranstalter nicht immer Einfluss, da dies von der Ausstattung der Gebäude und Hotels abhängig ist. Was möglich ist:

  • Bei der Wahl des Veranstaltungsortes und der Hotels deren Energieversorgung berücksichtigen, z.B. die Nutzung von erneuerbaren Energien, Bezug von Ökostrom und Energieeffizienz
  • Möglichst Einsatz energieeffizienter Geräte (www.blauer-engel.de, www.topten.ch)
  • LEDs eindrehen und als Standard für die Lichtanlage verwenden, wo es geht
  • Erneuerbare Energie erfahrbar machen: Schon mal vom Sustainable Dancefloor gehört? Bei diesem Tanzboden erzeugen die Tanzenden Energie. Oder Energieerzeugung mit Muskelkraft: Bei der Fahrraddisko von Morgenwelt übernehmen Radler die Energieversorgung.
  • Ausgleichszahlungen an Kompensationsprojekte, z.B. über My Climate oder atmosfair.
  • Papier sparen mit digitalen Einladungen und Informationen, z.B. das Programm als App oder PDF zum Download anbieten.

Essen und Trinken

pixabay.com

Bei der Versorgung mit Essen und Getränken lässt sich sehr viel Einfluss nehmen, da hier jeder Veranstalter die Wahl hat zwischen verschiedenen Catering-Anbietern. Zu beachten ist hier:

  • Bevorzugung von Produkten aus ökologischem Landbau und fairem Handel
  • Verwendung von saisonalen und umweltschonend transportierten Lebensmitteln
  • Vegetarisches oder veganes Catering
  • Einsatz ökologisch vorteilhafter Verpackungen, z. B. Mehrweg oder Ökoeinweg
  • Bereitstellung von Leitungswasser in Karaffen
  • Aufstellen von Abfallinseln für die getrennte Abfallsammlung
  • Was zu viel ist: Über die Tafeln können überschüssige Lebensmittel an Bedürftige weitergegeben werden

Klimaneutrale Events

Die Idee eines klimaneutralen Events geht über partiellen Umweltschutz hinaus: Alle mit der Veranstaltung zusammenhängenden Fahrten als auch alle anderen Emissionen, die durch Heizung, Beleuchtung, Betrieb von Geräten etc. entstehen, werden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert. Geeignet ist dafür zum Beispiel die finanzielle Unterstützung von Projekten in Entwicklungsländern oder der Kauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten.

Es gibt inzwischen verschiedene Internetportale, die transportbedingte Treibhausgas-Emissionen berechnen; wer möchte, kann hier zusätzlich aus verschiedenen Ausgleichsprojekten auswählen.

It´s all about communication!

Nur eine Veranstaltung, die ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz kommuniziert und sichtbar macht, kann Vorbild und Ansporn sein. Auf der Internetseite und in der Einladung, aber auch auf der Veranstaltung selbst lassen sich Informationen streuen – mit Hintergrundinfos, inhaltlichen Verlinkungen zu einzelnen Themen oder kleinen Hinweisschildern z.B. am Buffet.

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