Neue App für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Altglas wegzubringen, kann eine "Challenge" sein. Foto: Polina Tankilevitch/Pexels

Die App NachhaltICH vom BMZ stellt den Nutzer*innen Challenges, die sie Stück für Stück an die unterschiedlichen Herausforderungen unseres ressourcenintensiven Lebens heranführen.

Autor Jasmina Schmidt, 14.05.20

Wie kann ich mein Leben und vor allem meinen Alltag nachhaltiger gestalten? Diese Frage stellen sich viele Menschen – und sind vielleicht von den vielen Facetten, die „Nachhaltigkeit“ umfasst, überfordert oder abgeschreckt, wirkliche Veränderungen in ihrem Leben durchzuführen. Sie wirken groß, diese Veränderungen und die Informationsflut ist enorm. Denn wo soll man anfangen? An den Essgewohnheiten? Bio, regional, am besten frei von Fleisch- und Milchprodukten, verpackungsfrei? Und schnell werden hier Grenzen für den einzelnen Menschen aufgezeigt:  Im Laden gibt es die regionalen Karotten zum Beispiel nur in der Plastikverpackung und der nächste Bio-Laden ist so weit weg, dass man mit dem Auto fahren müsste und für diesen Weg wieder nicht nachhaltig handeln würde. Und dabei ist Einkaufen nur eine Komponente im großen Komplex „Nachhaltigkeit“.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat eine App entwickelt, die bei einem nachhaltigeren Leben unterstützen soll. Dabei ist der Nachhaltigkeitsbegriff der App relativ weit gefasst und basiert auf den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Die App „NachhaltICH“ führt spielerisch, mit einem Gamification-Ansatz, an Themen der Nachhaltigkeit heran. Mit wechselnden „Challenges“ werden verschiedene Themen aufgegriffen, die Menschen in ihrem Alltagsleben relativ einfach umsetzen können. Eine Challenge kann sein, das Altglas zu Fuß zu einer Sammelstelle zu bringen, statt mit dem Auto oder ein Gericht aus Produkten zu kochen, die vorher verpackungsfrei eingekauft wurden. Bei jeder Challenge gibt es Informationen zu den dazugehörigen Nachhaltigkeitszielen und weiterführende Links zum Thema. Mit jeder erfolgreich erledigten Challenge erhält man Punkte und kann sich mit Freund*innen in einem Ranking messen.

Zum Erfüllen einer Aufgabe hat man einige Tage bis Wochen Zeit, wobei sich der Zeitraum je nach Aufwand anpasst. Der Zeitraum, um das Altglas wegzubringen, ist beispielsweise kleiner als dafür, sich über die Auswirkungen des eigenen Konsums in der globalen Lieferkette zu informieren. Mit einem Regler kann eingestellt werden, zu wie viel Prozent die Aufgabe bisher erledigt wurde. Erst bei einer Erfüllung von 100 Prozent kann die Challenge abgeschlossen werden und es gibt Punkte. In der App werden zwei verschiedene Arten von Punkten vergeben: Blitze und Herzen. Anfangs steht ein einzelner Slot für eine Aufgabe zur Verfügung, erst nach Erledigung wird dieser mit einer neuen Aufgabe bestückt. Wenn ausreichend Blitz-Punkte gesammelt wurden, kann jedoch ein zweiter und mit weiteren Blitz-Punkten später weitere Slots freigeschaltet werden, deren Aufgaben ein wenig komplexer werden. Mit den Herz-Punkten kann man den eigenen Fortschritt mit dem der Freund*innen vergleichen. Für ein Verbinden mit Freund*innen ist jedoch deren E-Mail-Adresse notwendig, was die Sache ein wenig erschwert. Ein Feature zum Teilen, z.B. in sozialen Netzwerken könnte wahrscheinlich für eine bessere Vernetzbarkeit sorgen. So verbleibt die App wohl eher im „Einzelspielermodus“.

Positiv zu bewerten ist der Informations- und Bildungsansatz der BMZ-App. Denn auch wenn wir nicht immer rundum nachhaltig handeln (können), sind informierte Entscheidungen grundsätzlich besser, als Probleme zu ignorieren. Der Glaube, dass man als einzelne Person ohnehin nicht viel ausrichten könne, führt hingegen oft zu einem Verharren in alten Mustern. Doch obwohl ein Mensch allein nicht die positiven Veränderungen erreichen kann, für die es politische Rahmenbedingungen und eine gesamtgesellschaftliche Bewegung braucht, kann eine einzelne Person – in ihrem Rahmen – durchaus etwas bewegen und Veränderungen in ihrem Umfeld herbeiführen.

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