Warmes Wetter und viele Feiertage? Nichts wie raus in die Natur! Wie aber passende Routen für Ausflüge finden und den Weg nicht verlieren? Bei der Suche nach digitaler Unterstützung landen wir schnell bei Navi-Apps, die zwar erstmal kostenfrei sind, wir am Ende aber doch Bonus-Funktionen kaufen müssen, weil die Freeversion sehr limitiert ist. Oder bei Anwendungen, die sensible Standort- und Bewegungsdaten mit unbekannten Dritten teilen.
Doch es gibt Alternativen zu datenhungrigen Apps, die ihr Geschäftsmodell auf Premium-Abos und Werbung aufbauen. Und bei genauerem Blick gar nicht so wenige. Willkommen in der Welt der Open-Source-Navi-Apps! Die übrigens noch einen weiteren Vorteil haben: Auch wenn der Energieverbrauch der Apps nicht im Detail nachvollziehbar ist, können wir davon ausgehen, dass wir mit Open-Source-Tools mit kleinerem CO2-Fußabdruck unterwegs sind. Das hat damit zu tun, dass daten- und damit energieintensive Werbung und Tracking wegfallen. Und es gibt sogar eine besonders energiesparende Navi-App.
Also, finde heraus, welche App dir am besten passt, und starte ins nächste Abenteuer!
Wanderer
Egal, ob zu Fuß durch abgelegene Bergregionen oder mit dem Rad durch die Stadt – mit der dezentralen, selbst gehosteten Trail-Datenbank wanderer kannst du Routen planen, aufzeichnen und teilen. Die Kontrolle über deine Daten bleibt dabei in deinen Händen.
Wanderer im Detail: wanderer basiert auf ActivityPub und ist damit eine Fediverse-Version, mit der du leicht Routen- und Streckenempfehlungen teilen und austauschen kannst. Dazu kannst du Routen über GPX-Tracks hochladen und speichern und Beschreibungen und Fotos hinzufügen. wanderer ist als Community gedacht, daher kannst du auch anderen Profilen folgen und nahtlos mit verbundenen Plattformen wie Mastodon interagieren. Und wenn du bisher Komoot oder Strava genutzt hast, lassen sich deine Routen auf den Plattformen direkt importieren.
Download: Web
Wo ist noch Luft nach oben? Aktuell ist das Routen-Angebot noch nicht so groß wie bei anderen Plattformen.
OsmAnd
OsmAnd ist optimal für Fußgänger:innen, Wanderer und Radfahrer:innen, die auf der Suche nach einer datenschutzfreundlichen Offline-Navigation sind.
Download: Android, iOS, Web, f-droid
OsmAnd im Detail: Die Navigationsapp OsmAnd kann mindestens alles, was Google Maps kann, ist aber eine datenschutzfreundliche Open-Source-Variante. Die Anwendung basiert auf OpenStreetMap und ist ein super Allrounder, um von A nach B zu kommen. Besonders praktisch: Einmal heruntergeladen funktionieren alle Karten auch ohne Netz. Da die Offline-Karten Fuß-, Wander- und Radwege enthalten und auch Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs anzeigen, sind sie ideal für Outdoor-Aktivitäten. Außerdem kannst du deine Routen aufzeichnen und dir Höhenprofile, deine Geschwindigkeit oder Trinkwasserstellen anzeigen lassen.
Kostenfrei ist die App allerdings nur in der Basisversion. Wer mehr als sieben Karten-Downloads braucht, zahlt dafür entweder im Abo monatlich oder einmalig. Allerdings: Wenn du die App direkt aus dem datenschutzfreundlichen Open-Source-Store f droid lädst, fallen die Einschränkungen weg – und dein Download läuft nicht über einen Big-Tech-Store. Außerdem honoriert das Projekt Beiträge aus der Community und macht für Engagement mehr Bereiche zugänglich.
Wo ist noch Luft nach oben? Aufgrund der vielen Möglichkeiten kann OsmAnd eventuell etwas unübersichtlich und überfordernd sein. Außerdem funktioniert die Suche nach Adressen nicht optimal, weil falsche Schreibweisen oft nicht erkannt werden und die App läuft auf älteren Geräten nicht immer stabil.
CoMaps
CoMaps bietet eine kostenlose, quelloffene und datenschutzfreundliche Navigation für egal welche Fortbewegungsart – mitentwickelt von der Community.
Download: Android, iOS, Web
CoMaps im Detail: Die App basiert ebenfalls auf OpenStreetMap und bietet eigentlich fast alle Features bekannterer Navi-Apps. CoMaps hat zum Beispiel Offline-Suche und -Routenplanung, eine Navigation mit Sprachausgabe und das Anlegen von Favoriten und Lesezeichen im Repertoire. Für die Offline-Navigation musst du auch hier die Karten heruntergeladen, die Anzahl der Karten-Downloads ist unbegrenzt. Außerdem wirbt CoMaps mit effizienter Akkunutzung. Dadurch soll die App weniger Energie als andere Navigationsapps verbrauchen. Das macht nicht nur unterwegs Sinn, sondern spart auch CO2-Emissionen.
Wo ist Luft nach oben? CoMaps ist im Vergleich zu OsmAnd leichter zu bedienen, was vor allem damit zu tun hat, dass die App weniger Möglichkeiten hat. Wer zum Beispiel auch mit Ski und Boot unterwegs bist, ist besser bei OsmAnd aufgehoben.
Bikerouter
Bikerouter richtet sich an alle, die mit dem Rad unterwegs sind und schöne und sichere Wege suchen. Mit der Webversion und App kannst deine nächste Radtour einfach und anonym am Computer planen und als GPX-Datei runterladen.
Download: Web
Bikerouter im Detail: Bikerouter bietet eine schnelle und kostenlose Streckenplanung ohne Anmeldung und Nutzerkonto, die durch persönliche Profile nahezu unendlich konfigurierbar ist. Um die geeignete Strecke zu finden, hast du die Wahl zwischen verschiedenen Online-Karten, wie Open-Street-Map-Karten und Esri Luftbilder. Außerdem kannst du verschiedene Profile wählen, je nachdem, mit welchem Radtyp du unterwegs bist und ob du Offroad und wenig Verkehr bevorzugst. Sehr hilfreich ist auch die Möglichkeit zum Einblenden von markierten Radwegen und Wander-Routen. So werden dir neben großen Radrouten wie Bodensee-Radweg oder Weserradweg auch kleinere, lokale Radwege angezeigt, was die Planung auf sehr gut geeigneten Radwegen erleichtert. Übrigens: Bikerouter kann wohl auch ganz gut Kanutouren berechnen.
Für die Nutzung unterwegs kannst du deine erstellten Karten als GPX-Daten exportieren und dann zum Beispiel in OsmAnd-App oder anderen Navi-Apps öffnen.
Wo ist noch Luft nach oben? Für manche mag es etwas kompliziert sein, die Strecke zuerst am Desktop zu planen und dann zu exportieren. Dafür bekommst du aber Karten mit allen wichtigen Infos für Radfahrende.
Ein ähnliches Projekt wie Bikerouter ist gpx.studio.
NodeMapp
Mit NodeMapp kannst du eine Route zum Radfahren planen und dein Smartphone vielleicht sogar komplett zu Hause lassen. Denn die Anwendung arbeitet mit Knotenpunkten, die 1995 erst in Belgien und später auch in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich entlang von Radwegen installiert wurden. In Deutschland beschränkt sich die Verbreitung der Knotenpunkte allerdings auf wenige Gebiete.
Download: Android, iOS, Web
NodeMapp im Detail: Zwar sind die Apps von NodeMapp selbst nicht quelloffen, die Routenplanung basiert allerdings auf den Karten von OpenStreetMaps. Völlig kostenfrei kannst du eine gewünschte Route dann in eine Liste an Knotenpunkten konvertieren. Anschließend fährst du diese wahlweise mit der App oder auf Papier ab. Über Abonnements kannst du in NodeMapp weitere Funktionen wie das unbegrenzte Speichern von Routen, das Exportieren als .gpx-Dateien sowie eine zusätzliche GPS-Navigation freischalten. Zusätzlich zu den Radfahrrouten bietet NodeMapp auch Wanderrouten an.
Wo ist noch Luft nach oben? Leider gibt es in Deutschland recht wenige Gebiete, in denen es Knotenpunkte gibt. Das ist ein Nachteil, den die Entwickler:innen allerdings nicht nachbessern können.
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