Microsoft mit Open Source-Software in Afrika ärgern

In Afrika wächst eine sehr computer-affine Generation heran. Eine große Rolle bei diesen Entwicklungen spielt freie Software. Während diese Entwicklung vielen Afrikanern einen leichten Einstieg in digitale Welten ermöglicht, sieht Microsoft dies mit großer Sorge. Unser Partnerprojekt Linux4Afrika ist mitverantwortlich.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 30.10.12

Vor allem in den Städten Afrikas ist die digitale Entwicklung in vollem Gange. An vielen Orten wird dabei auf Open Source Software gesetzt: die Regierung in Kenia will aus Kostengründen freie Software verwenden, Nigeria richtet sogar seit einigen Jahren regelmäßig eine Open Source Konferrenz aus.

Für die nicht nur monetären Vorteile freier Software werben die Free Software and Open Source Foundation for Africa (FOSSFA), unterstützt von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) – und auch unser Partnerprojekt Linux4Afrika. In Deutschland gesammelte Computer bekommen ein 2. Leben in Afrika: die gespendeten Computer werden umgerüstet und in Schulen, Universitäten und anderen öffentlichen Einrichtungen installiert. Zudem bietet das Team Kurse zu Vorteilen, Installation und Verbreitung von Open Source Systemen in Tansania und Mosambique an.

Schon jetzt ist Microsoft besorgt um seine zukünftigen Marktanteile. Paul Roy Owino, technischer Berater für den Osten und Süden Afrikas bei Microsoft, nahm am Rande einer Sicherheitskonferrenz in Nairobi auf die Ankündigung der kenianischen Regierung Bezug, man werde mit dem Einsatz freier Software in Behörden und Ministerien beginnen. Mit freier Software, so Owino, setze sich die Regierung einem erhöhten Risiko aus, erfolgreich von Hackern attakiert zu werden.  »Wie andere Hersteller urheberrechtlich geschützter Software auch stehen wir in der Verantwortung im Fall, dass unsere Software von außen kompromitiert wird. Anders sieht das im Fall nicht urheberrechtlich geschützter Software aus.«

Dass es Microsoft nicht schmeckt, den afrikanischen Markt mit freier Software zu teilen, verwundert nicht, gehen dem Großkonzern damit erhebliche Profite flöten. Für die Menschen Afrikas ist frei verfügbarer Software jedoch ein großer Gewinn: der Einsatz von Open Source ermöglicht sehr vielen auch finaziell schwächeren Zutritt zur digitalen Welt und es kann sich eine den lokalen Gegebenheiten angepasste unabhängige und kreative IT-Landschaft entwickeln. Zudem gilt die Aussage, dass Open Source Software unsicherer als ihr kostenaufwändiges Gegenstück sei als längst überholt. Im Gegenteil: Bruce Schneier und die IT-Sicherheitsbranche sehen gerade in Open Source einen Garanten für gute Sicherheit. Zudem belegen Studien, dass Fehler in freier Software schneller und nachhaltiger beseitigt werden können als in lizensierter Software.

Du willst die Verbreitung freier Software in Afrika unterstützen? Fördere jetzt unser Partnerprojekt Linux4Afrika!

via pro linux