Lampen aus Pilzen: Organisch und schick!

Schick und nicht giftig: die "Mush-Lume" Leuchte

Dass man Pilze nicht nur gut essen kann, beweisen neuerdings Innovateure aus den Staaten. Sie nutzen die besonderen Eigenschaften dieser Lebenwesen, um recyclebare, robuste Materialien herzustellen und haben damit Erfolg.

Autor RESET , 08.10.14

Die Designerin Danielle Torfe mag schöne, ausgefallene Dinge. Dafür stöbert sie schon mal im Sperrmüll auf den Straßen New Yorks, wo sie herkommt. Jedoch sind die meisten Gegenstände, die sie dort findet aus Kunststoff. Als jemand, der Dinge herstellt, die Menschen in ihrem täglichen Leben verwenden, will sie aber ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems sein. Deshalb hatte sie die Idee eine Lampe aus organischen und abbaubaren Stoffen zu bauen, genauer gesagt aus einem Zellennetzwerk von Pilzen.

Auch andere Unternehmen nutzen Pilze bereits als Baumaterial. Das US-Startup Ecovative produziert Isolier- und Verpackungsmaterial bis hin zu Surfboards mit der Hilfe von Pilzen. Und das New Yorker Architekturbüro The Living, das in diesem Jahr das Young Architects Program des Museum of Modern Art (MOMA) gewann, hat sogar schon einen Turm ganz aus Pilzmaterial gebaut.

Im Video erklärt Danielle wie ihre Idee entstand:

Mush-Lume, A Lamp GROWN from Mushrooms from Danielle Trofe on Vimeo.

Die Designerin konzentriert sich mit Ihrem Projekt zunächst auf die Innenausstattung. Das Besondere an ihrer Methode: Sie nutzt nicht einfach Baustoffe aus Pilzmyzel, sondern lässt den Pilz in Lampenschirmform wachsen. Dafür mischt sie auch landwirtschaftliche Nebenprodukte wie Getreidehalme und die Schalen von Getreidekörnern in die Formen. Während der Pilz wächst, bindet er das Biomaterial. Nach einigen Tagen lässt sich der Pilz durch Erhitzen und Trocknen abtöten, fertig ist der Lampenschirm mit dem Namen Mush Lume. Wer den Lampenschirm irgendwann entsorgen möchte, kann diesen ganz einfach kompostieren.

Grünes, innovatives Design ist Danielle wichtig. Sie entwickelte schon einen Tisch mit integrierter Sanduhr, die eine LED-Leuchte antreibt und konzipierte auch kleine, sich selbst versorgende Zimmergärten.

Die Produktion der schicken Pilzlampen soll nächste Woche starten. Wie teuer die Lampe sein wird, steht leider noch nicht fest. Fest steht: Idee, Ökobilanz und Design können sich auf jeden Fall sehen lassen!

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