Kopflos: Schweizer Post testet selbstfahrende E-Busse im Nahverkehr

Das SmartShuttle der PostAuto Schweiz AG im Schweizer Sitten

Die sogenannten SmartShuttles sollen den öffentlichen Nahverkehr in wenig besiedelten oder schlecht erschlossenen Gebieten ergänzen. Zwei der Elektrobusse rollen seit August durch die Innenstadt des Schweizer Städtchens Sitten.

Autor Laura Wagener, 11.10.16

Nürnberg, Wien, Rom: In vielen Städten werden U-Bahnen bereits programmiert und ohne Fahrer auf die Strecke geschickt. Aber ein Bus ohne Fahrer? Fahrzeuge ohne Schienenführung genießen noch lange nicht den guten Ruf, geschweige denn das gesellschaftliche Vertrauen ihrer geschienten Kollegen.  Die Schweizer PostAuto AG wagt hier mit der Unterstützung der technisch-naturwissenschaftlichen Universität Lausanne (ETH Lausanne) ein Pilotprojekt in der Stadt Sitten: Das Tochterunternehmen der Schweizer Post schickt seit August führerlose Kleinbusse auf einer 1,5 Kilometer langen Rundstrecke durch die Sittener Innenstadt. Die Busse sind etwa so lang wie ein normales Auto, können maximal neun Mitfahrer transportieren und werden per Elektromotor betrieben. Sensoren rund um das Auto scannen die Umgebung nach Hindernissen ab und lösen bei Zusammenstoßgefahr einen Richtungswechsel oder Halt aus. Ein Ticket müssen Interessierte übrigens nicht lösen: Die Fahrt mit dem E-Büsschen ist gratis.

SmartShuttle mit Notfall-Knopf und Joystick

Da die Betreiber um die Sicherheitslücken im pilotierten Fahren wissen, überwacht bei jeder Fahrt ein Sicherheitsfahrer den reibungslosen Ablauf aus dem Bus heraus. Zwar verfügt er weder über Lenkrad noch Gas- und Bremspedal, dafür aber über einen Notfall-Knopf als Notbremse sowie einen Playstation-Controller, um die Fahrtrichtung bei Bedarf nachzujustieren. Die örtlichen Behörden begrenzten die zulässige Fahrtgeschwindigkeit der Busse außerdem auf lediglich 20 Kilomieter pro Stunde.

So sollen die SmartShuttles eingesetzt werden

Der PostAuto Schweiz AG und ihren Projektpartnern zufolge sollen die elektrischen Busse als Ergänzung des bestehenden Nahverkehrs eingesetzt werden, beispielsweise in Fußgängerzonen, autofreien Ortschaften oder in engen Straßen, durch die gewöhnliche Busse nicht passen würden. Außerdem könnten die Shuttles an Flughäfen oder in Industriegebieten eingesetzt werden, wenn einzelne Standorte weit voneinander entfernt liegen. Die Shuttles können mit ihren Batterien jeweils zwischen sechs und zwölf Stunden ohne Aufladen unterwegs sein.

Als geräusch- und schadstoffarmes Verkehrsmittel stellen die elektrischen Postbusse einen interessanten und klimafreundlichen Ansatz zur Entwicklung neuer Mobilitätsmodelle in Städten dar. Einen massentauglichen Ausbau wird es voraussichtlich jedoch vorerst nicht geben, da die Sensoren der Roboterautos bei Schnee, Regen oder durch einfache Gegenstände auf der Fahrbahn überfordert sind. Zudem fehlt es bisher an Versicherungsunternehmen, die die E-Mobile und ihre Passagiere versichern wollen.

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