Hilfestellung für Digitalisierungsprojekte: Der Data-Governance-Wegweiser für Behörden

Zu viele digitale Projekte starten vielversprechend, laufen dann aber ins Leere! Forschende des HIIG haben daher ein kostenloses Handbuch zum Umgang mit Daten für Behörden veröffentlicht. Aber wie funktioniert der Data-Governance-Wegweiser?

Autor*in Benjamin Lucks, 07.05.25

Übersetzung Kezia Rice:

Der Data-Governance-Wegweiser ist sei dem 5. Mai kostenfrei auf der Homepage des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft verfügbar. Das Tool bietet Behörden Hilfestellungen darin, die Erhebung, Nutzung und den Transfer von Daten zu erleichtern.

Konzepte wie das der „Smart Cities“ sind auf zuverlässige Daten angewiesen und bieten Nachhaltigkeitspotenziale in verschiedenen Sektoren. In der Verwaltung von Daten gibt es allerdings immer wieder Hürden, die das Potenzial erhobener Datensätze zu sehr einschränken. Projekte wie Correlaid und das „stadtnavi Herrenberg“ versuchen daher seit Jahren, die Verfügbarkeit und die Organisation von Daten zu vereinfachen.

Der neue Wegweiser ist gerade aus dem Grund spannend, dass er Mitarbeiter:innen in Behörden oder Organisationen selbst die Mittel und das Wissen an die Hand gibt, effizient mit erhobenen Daten umzugehen.

Potenzial von Daten besser ausnutzen

Aber warum ist die Verarbeitung von Daten in Behörden überhaupt problematisch? „Eine der größten Herausforderungen ist, dass Verwaltungen nicht genau wissen, wie sie Daten rechtssicher nutzen können“, erklärt Professor Dr. Max von Grafenstein, Forschungsleiter am HIIG und Forschungsleiter der Studie, aus welcher der Data-Governance-Wegweiser hervorgegangen ist, in einer Pressemitteilung.

Zudem seien „die gesetzlichen Vorgaben zur Datenerhebung und Datenverarbeitung oft unklar und Kommunen erhielten zu wenig Orientierung“. Besonders betroffen seien dabei die Bereiche der Energieversorgung, der öffentliche Nahverkehr oder das Gesundheitswesen.

© HIIG

Ein zweites Problem beschreiben die Forschenden als eine „fragmentierte Datenlandschaft“. So seien „viele relevante Daten […] über verschiedene Institutionen und Unternehmen verstreut“. Die Potenziale zusammenzuführen, müsse dabei unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen und von Geschäftsgeheimnissen erfolgen. Über eine effiziente Data Governence können Unternehmen und Behörden dabei „klare Zuständigkeiten und standardisierte Prozesse für den Umgang mit Daten“ entwickeln, sodass die vorhandenen Potenziale nicht ungenutzt bleiben.

Gewonnene Erkenntnisse werden zu selten zu neuen Prozessen

Für ihre Forschung haben Dr. Max von Grafenstein und sein Team zwei Jahre mit kommunalen Institutionen zusammengearbeitet. Dabei erkannten sie, dass Digitalprojekte häufig an fehlenden Strukturen und Prozessen scheiterten, sodass Strategiepapiere externer Beratungen oft wirkungslos blieben und langfristig Strategien fehlten. „Gewonnene Erkenntnisse und neue Prozesse“, so Projektkoordinator Dr. Maurice Stenzel, „werden nicht langfristig verankert – sie bleiben punktuelle Einzelmaßnahmen und versanden nach Projektende“.

nachhaltige Digitalisierung

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Der Data Governance Wegweiser schließe diese Lücke und helfe Kommunen dabei, Prozesse aufzubauen, um „Daten erfolgreich und dauerhaft in Entscheidungsprozesse einzubinden“.

Erster Praxistest mit Umweltdaten

Dass ihr neues Tool funktioniert und die Nachhaltigkeit von Städten und Gemeinden verbessern kann, bewiesen die Forschenden in einem ersten Praxistest in Berlin. Hierfür arbeiteten sie mit der Berliner Stadtverwaltung, Umweltbehörden, Forschungseinrichten und Bürger:innen zusammen, um die Erhebung, die Analyse und die Nutzung von Umweltdaten zu optimieren.

Um ihre Ergebnisse und die Anwendung des Data-Governance-Wegweiser zu diskutieren, veranstalten die Forschenden zwei „Learning Calls“ am 14. und am 20. Mai 2025. Die Teilnahme benötigt eine Anmeldung, die auf den verlinkten Seiten des HIIG erfolgen kann.

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Dieser Artikel ist Teil des Dossiers „Digital und grün – Lösungen für eine nachhaltige Digitalisierung“, in dessen Rahmen wir Lösungen für eine ökologische und faire Digitalisierung vorstellen. Wir danken der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die Projektförderung!

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