Heute: Internationale Tag der biologischen Vielfalt – und was Du tun kannst

Heute ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. Während wir Menschen immer mehr werden, werden viele Tierarten immer weniger. "Die Menschheit wird einsam auf dem Planeten Erde", so der WWF. Es gibt einiges zu tun!

Autor Sarah-Indra Jungblut, 22.05.12

Heute ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. Während wir Menschen immer mehr werden, werden viele Tierarten immer weniger. „Die Menschheit wird einsam auf dem Planeten Erde“, so der WWF. Es gibt einiges zu tun!

Vor kurzem erst hat der WWF den Living Planet Report vorgestellt. In dem Report werden die Bestände von 2.700 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist wenig erfreulich: Die Tiere werden weniger – im Schnitt nimmt der Zahl der Tiere um 28 Prozent ab. Mancherorts ist der Verlust noch größer, wie z.B. in den Tropen. Hier nahmen die Bestände im Schnitt um 60 Prozent ab, in tropischen Süßwasserregionen waren es sogar 70 Prozent. In dem Artikel Biologische Vielfalt – Biodiversität findest Du mehr Infos zum Artensterben.

Die Ursachen sind den meisten von uns wohl hinreichend bekannt: die Zerstörung der Lebensräume, die Umweltverschmutzung, der Klimawandel und eingeschleuste invasive Arten, die heimische Arten verdrängen.

Der WWF fordert daher, mindestens 20 Prozent der wichtigsten Landökosysteme, Feucht- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen und zerstörte Ökosysteme wiederherzustellen. Das ist nicht nur wichtig, um dem Artensterben entgegenzutreten, sondern auch für die Nahrungs-, Wasser- und Energiesicherheit aller Menschen.

Artenschutz vor der eigenen Tür

Auch bei uns gibt es bedrohte Arten. Neben einem bewussten Konsum kannst Du auch in Deinem Garten oder auf dem Balkon etwas für den Artenschutz tun, indem Du Bienen, Vögeln, Fledermäusen und Co Futter und Unterschlupf gewährst. Hier findest Du Tipps, wie Du zum Bienenretter werden kannst: Werde Bieneretter! Außerdem gibt der NABU hilfreiche Tipps, wie Du Lebensräume für tierische Mitbewohner in Deinem Garten schaffen kannst: Artenreichtum im Garten

Eine Bienenart mit Deinem Namen? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung startet gemeinsam mit der Initiative Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde einen Wettbewerb mit dem Motto “Erst bauen, dann schauen”. Bis zum 8. Juli können alle Teilnehmenden einen Unterschlupf für Wildbienen bauen, fotografieren und die Fotos einschicken. Der Gewinner des originellsten „Bauwerks“ darf den Namen einer neu entdeckten Bienenart auswählen.

… und weltweit

Auf globaler Ebene gibt es zahlreiche Projekte, die auf den verschiedensten Wegen etwas zum Artenschutz beitragen. Wie z.B. auch unser Spendenprojekt in Madagaskar: Der Verein Mad’Eole stellt zusammen mit den Dorfgemeinschaften Windräder auf und verhindert so die Abholzung der Regenwälder für Wärme und Energie. Oder das Projekt Schutz der Flussdelfine im Amazonas: Die Organisation WDCS will gemeinsam mit der indigenen Bevölkerung Flussdelfine und weitere aquatische Arten schützen – und das geht nur mit einem umfassenden Konzept zum Schutze des Regenwalds.

Mit einer Spende für eines dieser Projekte oder ein anderes Umweltschutzprojekt unterstützt Du den Artenschutz weltweit.

Bedrohte Arten

Jährlich bringt die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) eine aktuelle Rote Liste von bedrohten Arten heraus, in der die bekannten Vertreter aus dem Tier- und Pflanzenreich auf ihren Bedrohtheitsgrad überprüft werden. 2011 konnten fast alle Säugetiere und Vögel untersucht werden und die Ergebnisse waren gravierend: 25% aller Säugetiere sowie 13% aller Vögel sind als vom Aussterben bedroht eingestuft.