Helfen 2.0: Volunteer Planner. Alles mit einem Klick

In der aktuellen Flüchtlingssituation wollen viele Menschen helfen. Bloß wie? Und wo? An diesen zwei Fragen scheitert das Engagement oft. Eine Online-Plattform will diese Hürde abbauen.

Autor Silvana Steiniger, 12.11.15

„Ich habe hier ganz viele aussortierte Winterjacken und ich möchte die an Flüchtlinge spenden. Weißt du, wo ich die abgeben kann?“ So geschehen vor gerade zwei Tagen. Eine ratlose Freundin saß auf einem Berg Spenden und wusste nicht wohin damit.

Anhand von Bedarfslisten, die viele, wenn nicht gar alle, Notunterkünfte mittlerweile online stellen, ließ sich dieses Problem relativ schnell lösen. Auch wenn man sich dazu durch etliche Seiten klicken musste und das, ehrlich gesagt, genervt hat. Und genau das zeigt das Problem: Denn wenn man sich vor Ort engagieren möchte sieht das alles noch schwieriger aus. Wo? Wann? Was? Muss ich das dann jeden Tag machen? Die Plattform Volunteer Planer will diese Ratlosigkeit lösen und Menschen, die helfen wollen, miteinander vernetzen und ein wenig Licht ins Chaos bringen. Denn es ist chaotisch. Nicht zuletzt, weil fast alles an direkter Flüchtlingshilfe momentan von Ehrenamtlichen geschultert wird. Ehrenamtliche, die am Rande ihrer Belastbarkeit stehen und dabei dennoch Großartiges leisten. Ohne diese Helfer würde so gut wie nichts laufen.

Helfen? Hier lang

Das Ziel von Volunteer Planer ist es, alle Hilfeanlaufstellen zu registrieren und gebündelt zur Verfügung zu stellen, damit auf einen Blick ersichtlich ist, wo Hilfe benötigt wird. Alles, was man tun muss, ist sich als Helfer zu registrieren. Dann kann man sich mit wenigen Klicks in freie Schichten in seiner Umgebung eintragen. Sei es Kleiderausgabe, Essensausgabe, Übersetzungshilfe oder oder oder.

Die Plattform befindet sich aktuell noch im Aufbau, doch haben sich laut Angaben der Plattform mittlerweile über 24.000 Menschen als Helfer registrieren lassen, die insgesamt knapp 65.000 Stunden ehrenamtliche Hilfe geleistet haben, und es sind 29 Orte zum Helfen online. Weitere sollen folgen, mit dem Ziel, dieses Angebot Deutschlandweit auszubauen. Im Übrigen wird auch die Plattform aktuell selber ehrenamtlich bearbeitet und aufgebaut. In naher Zukunft soll jedoch ein gemeinnütziger Verein gegründet werden, damit die Entwickler/innen in Vollzeit am Weiteraufbau der Plattform arbeiten können.

Geboren wurde die Idee zu Volunteer Planner im Sommer diesen Jahres in einer Notunterkunft in Berlin. Eine einzige Person hatte hier zu Beginn die Aufgabe 200 Freiwillige zu koordinieren. Das Tool bietet somit nicht nur die Möglichkeit, sich als Helfer zu registrieren, sondern hilft  auch den Einrichtungen bei der Organisation der anfallenden Tätigkeiten.

Erste Jobbörse für Flüchtlinge: die Online-Plattform workeer

Für Geflüchtete ist es alles andere als leicht, legal an Arbeit zu kommen. Viele Vorurteile schwingen bei diesem Thema mit; dabei suchen viele Arbeitgeber händeringend Personal. Mit workeer ist nun Deutschlands erste Jobbörse speziell für Geflüchtete online. Und auch eine scheinbar drängende Frage beantworten die zwei Berliner Gründer gleich mit.

Welcome-App für Geflüchtete in Dresden

Sie wollen Geflüchtete in ihrer Stadt willkommen heißen und zeigen, dass Dresden mehr kann als Pegida. Deshalb haben zwei Unternehmen die "Welcome-App Dresden" entwickelt. Das Projekt soll auch auf andere Städte übertragen werden.