Grüne Apps – nachhaltige Handy-Programme für Smartphones

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© barcoo

Ob Reisebuchung, Fitness-App, Musikanwendungen oder Spiele - die Palette der Handy-Programme ist umfangreich. Inzwischen finden sich auch zunehmend Apps, die zum Energiesparen anregen, Verkehrsverbindungen suchen oder über die Ökobilanz der Produkte im Supermarktregal informieren. Wir haben einige zusammengetragen, die als grüne Helfer dein Smartphone erweitern. 

Autor Christiana Henn, 11.07.13

Immer mehr Menschen ersetzen ihr herkömmliches Mobiltelefon durch ein Smartphone. Entsprechend steigt auch die Zahl der Apps, die hierfür genutzt werden. Quelle für diese Anwendungsprogramme sind je nach Betriebssystem vor allem der Appstore (Apple) und Google Play (ehemals Android Market). Sofern nicht anders vermerkt, sind alle aufgeführten Green Apps kostenfrei.

Immer wieder neue Apps stellen wir im Rahmen unserer Partnerschaft mit dpa-infocom vor: Grüne Apps

Umweltfreundliche Mobilität – Apps für den Verkehr

  • Öffi ÖPNV Auskunft

Informationen zu Bus und Bahn für diverse Länder weltweit bietet dir diese App. Abfahrtszeiten (live, inkl. Verspätungen), nahegelegene Haltestellen (mit Karte), Verbindungs-Abfragen (von Haustür zu Haustür) und interaktive Netzpläne. Auch die grafische Darstellung der Verbindungen ist durchdacht und gibt dir einen schnellen Überblick über die alternativen Fahrverbindungen.

für Android-Smartphones

  • VBB-App „Bus & Bahn“

Speziell für Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel in der Region Berlin-Brandenburg gibt es die App „Bus und Bahn“. Es ist ein gemeinsames Produkt aller Verkehrsunternehmen im entsprechenden Verkehrsverbund VBB.

Für jede beliebige Strecke in Berlin und Brandenburg lassen sich Verbindungen mit Bahn und Bus ermitteln. Dank der Integration von Echtzeitdaten werden auch aktuelle Verspätungen und Ausfälle angezeigt, was gerade für Berlin eine nicht zu unterschätzende Hilfe ist. 

für Android-Smartphones

für iPhones

  • Call a bike

Kein langes Suchen mehr nach dem nächsten verfügbaren Mietrad. Die in Berlin, Frankfurt/Main, Karlsruhe, München, Köln, Stuttgart und an vielen ICE-Bahnhöfen stehenden Fahrräder von Call a Bike, dem Mietfahrrad der Deutschen Bahn AG, lassen sich einfach und schnell per Smartphone finden und direkt ausleihen. 

So kannst du umweltfreundlich insbesondere kürzere und mittlere Strecken überbrücken, wenn du vor Ort kein eigenes Fahrrad hast.

für Android-Smartphones

für iPhones

  • BahnSharing

Mit der kostenlosen „BahnSharing“-App kannst du konkrete Zugfahrten anbieten oder nach Mitfahrern suchen. Darüber hinaus können die Angebote auf Facebook geteilt werden, um zusammen mit Freunden zu Reisen. Das hilft, die Ticketkosten zu teilen; z.B. das Quer-durchs-Land-Ticket, das Schöne-Wochenende-Ticket oder das Länder-Ticket werden mit jedem Mitfahrer günstiger.

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für iPhone

  • Tamyca

Mit der Tamyca-App wird Mobilität effizienter. Tamyca organisiert die Autovermietung zwischen Privatpersonen. Beim privaten Carsharing werden Autos von ihren Besitzern zur Verfügung gestellt, wenn diese sie nicht gerade selber benötigen. Andere Tamyca-User können das Auto kurzfristig mieten und die Mobilität genießen. Somit können Autobesitzer ihre laufenden Kosten reduzieren und die Vorteile des eigenen Autos mit anderen teilen. Umweltschonend ist das Konzept obendrein, da weniger Autos benötigt werden um mehr Menschen mobil zu machen.

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  • BlaBlaCar

Mitfahrgelegenheiten sind preiswert und zugleich umweltschonender als getrennte Autofahrten. BlaBlaCar verbindet auf seiner Plattform Fahrer und Mitfahrer und kompensiert über Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte seines Partners Myclimate zudem den CO2-Ausstoß der Mitfahrer. Das Reisen für die Passagiere soll so CO2-neutral gemacht werden. Nach eigenen Angaben ist BlaBlaCar der größte europäische Anbieter für die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten; 2015 hatte das französische Unternehmen seinen deutschen Konkurrenten Carpooling übernommen, der die Plattformen mitfahrgelegenheit.de sowie mitfahrzentrale.de betrieb. Mit der App von BlaBlaCar kannst du nach freien Plätzen suchen oder selbst eine Fahrt anbieten, allerdings erst nach Registrierung und Verifizierung deiner Handynummer. Seit 2016 führt BlaBlaCar in Deutschland schrittweise die Onlinezahlung ein: Wer mitfahren will, bucht und bezahlt nun verbindlich vorab, die Fahrer erhalten das Fahrgeld per Überweisung. Zudem kündigte das Unternehmen an, noch im Jahr 2016 eine Vermittlungsgebühr einzuführen. Plattformen wie bessermitfahren.de oder fahrgemeinschaft.de vermitteln weiterhin kostenlos Fahrten, hier ist wegen der geringeren Nutzerzahl aber auch die Auswahl an Mitfahrgelegenheiten eingeschränkt.

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für iPhones

  • Flinc

Auch Flinc bietet Mitfahrgelegenheiten. Gegenwärtig sind nach Angaben des Unternehmens ungefähr 350.000 Nutzer registriert. Im Unterschied zu reinen Stadt-zu-Stadt-Mitfahrzentralen ist das Angebot jederzeit und überall einsetzbar, auch auf Teil- und Kurzstrecken. Außerdem unterstützt flinc regelmäßige Fahrten, wie z.B. berufsbedingte Pendlerstrecken. Wenn du regelmäßig mit Fahrgemeinschaften zur Arbeit oder Uni möchtest, kannst du eine regelmäßige Fahrt oder Mitfahrt anlegen. Flinc informiert dich dann automatisch, sobald ein Fahrer für die Strecke gefunden wurde oder ein Mitfahrer anfragt.

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für iPhones

  • Carjump

Die App von Carjump verschafft dir einen Überblick über mehrere Mobilitäts-Apps: Neben den Casharing-Anbietern DriveNow, Car2gG, Multicity und Cambio umfasst die App auch den Elektroroller-Anbieter eMio und das Fahrradverleihsystem Nextbike. Carjump stellt nicht nur die Standorte der Stationen dar, sondern zeigt auf einer Karte auch direkt an, ob innerhalb der Station sofort Fahrzeuge verfügbar sind. Darüber hinaus bündelt Carjump auch Angebote für privates Carsharing von Carunity oder Tamyca.

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Nachhaltig einkaufen mit informativen Apps

  • Such-Dich-Grün

Die Such-Dich-Grün-App hilft dir, Bioläden und nachhaltige Unternehmen in deiner Umgebung zu finden. Außerdem informiert die App über Bio-Angebote in der Nähe, erklärt diverse Biosiegel und gibt konkrete Hinweise zu Lebensmitteln. Für genaue Produktinfos, zum Beispiel in Form einer Lebensmittel-Ampel, wird einfach der Barcode des Produkts gescannt. Darüber hinaus hällt dich die Such-Dich-Grün-App mit News rund um das Thema Bioprodukte auf dem Laufenden und ermöglicht es dir, Bioläden zu bewerten oder neue Bioläden zu empfehlen.

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  • WWF-Fischratgeber

Die langjährige Ausbeutung der Meere hat zu weltweiter Überfischung zahlreicher Fischbestände geführt. Durch gezielten Einkauf kann man dazu beitragen, bestimmte Fischarten zu schonen. Je nach Herkunft und Fang- oder Zuchtmethode ist ein Kauf dann unbedenklich oder eben nicht zu empfehlen.

Die Bewertung erfolgt anhand der Kategorien „Gute Wahl“, „Zweite Wahl oder „Lieber Nicht“. So hilfst du mit, die Meeresumwelt und die Fischbestände für die Zukunft zu erhalten. 

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für iPhones

  • NABU Siegel-Check

Der Siegel-Check des NABU gibt Durchblick im Siegeldschungel. Mit deinem Smartphone fotografierst du Logo, Siegel oder Label des Produkts und bekommst direkt Infos, ob der ausgewählte Artikel aus der Umwelt-Perspektive vertretbar ist. Die Datenbank wird kontinuierlich erweitert, momentan finden sich 58 Labels im Programm.

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  • iVeg

Mittels iVeg erfährst du, welche regionalen Gemüse- und Obstsorten gerade Saison haben. Damit hast du stets im Blick, was aktuell geerntet wird und auf den Märkten oder im Supermarkt besonders frisch ist. Präsentiert wird die App von Bündnis 90/Die Grünen.

für iPhones

  • Fair Fashion?

Unter welchen Bedingungen Kleidung teilweise hergestellt wird, ist nichts Neues. Die Informationen dazu sind jedoch nicht immer genügend transparent. Darüber, wie fair bestimmte Textilien produziert sind, will diese App informieren. Grundlage für die Firmenbewertung war unter anderem die Anerkennung der Arbeitsrechte durch die Unternehmen und ihre Beschaffungspolitik.

Über den Fair-Fashion-Guide der Erklärung von Bern (EvB) erfährst du, wie genau es bestimmte Bekleidungsfirmen mit der sozialen Verantwortung nehmen. Das hilft bei der Suche nach fair produzierter Mode.

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für iPhones

  • ToxFox

Ob Kosmetikartikel hormonell wirksame Chemikalien enthalten ist oft schwierig zu erkennen. Daher hat der BUND die ToxFox-App entwickelt. Der ToxFox scannt den Strichcode auf der Verpackung und gibt dir im Handumdrehen Auskunft, ob das Lieblingsduschgel hormonbelastet ist oder andere giftige Inhaltsstoffe enthält. Somit sorgt der ToxFox für mehr Transparenz und Verbraucherfreundlichkeit.

für Android-Smartphones

für iPhone

  • Giftfrei einkaufen

Die Organisation WECF (Women in Europe for a Common Future) hat die neue App „Giftfrei einkaufen“ herausgegeben, um Verbraucher im Hinblick auf giftige Substanzen in Alltagsprodukten wie Reinigungsmittel oder Shampoo besser zu schützen. Die App gibt beispielsweise im Menüpunkt „Schadstoffe“ Auskunft über besorgniserregende Inhaltsstoffe, die sich in Produkten wie Spülmittel, Spielsachen oder auch Babypflegeprodukten finden lassen. Durch das Abgleichen der Inhaltsstoffe mit den Hinweisen von „Giftfrei einkaufen“ kannst du den Verbrauch von gesundheitsschädigenden Stoffen vermeiden und somit nachhaltiger einkaufen. 

für iPhone

für Android-Smartphones

Apps zu Klimaschutz und Energie

  • CO2-Rechner

Das bayerische Ministerium für Umwelt und Gesundheit und die Initiative „Klimaschutz – das Allgäu handelt“ haben ein Tool zur Ermittlung der eigenen Klimabilanz entwickelt. Damit kannst du deine persönliche CO2-Bilanz erstellen und sie mit dem nationalen Durchschnitt vergleichen.

Dadurch lassen sich CO2-Emissionen schnell und einfach abschätzen. Die App wurde in Anlehnung an die Empfehlungen des Umweltbundesamtes entwickelt. 

Im Bereich CO2-Footprints gibt es eine Liste von Produkten, für die CO2-Emissionen darstellbar sind. Du erfährst, welche Leistung du erbringen müsstest, um die Emissionen auszugleichen. Ein Info-Bereich umfasst zusätzliche Energiespartipps, News zur Klimapolitik und zum Klimawandel. Auch ohne App ist eine Online-Erfassung möglich.

(kostenpflichtig)

für iPhones

  • VES CO2 TOOL

Auch der CO2-Rechner der Veolia Environmental Services bietet dir die Möglichkeit, den eigenen CO2-Fußabdruck zu ermitteln. Besonderheit ist hier offenbar, dass sich private und geschäftliche Emissionen trennen lassen.

für iPhones

  • EnergieCheck

Für mehr Überblick beim Verbrauch von Strom, Heizenergie und Wasser sorgt diese App der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Die App erinnert an die jeweiligen Zeitpunkte der Datenerfassung und visualisiert den Verbrauch für Vergleichszeiträume. Über den integrierten „StandbyCheck“ kannst du zudem Energiefresser leicht ermitteln. Unnötige Stromkosten und CO2-Emissionen sind so vermeidbar. Auch der Gesamtstromverbrauch übers Jahr wird bewertet. Energiespartipps ergänzen den Funktionsumfang. Vom gleichen Anbieter stammt übrigens die Anwendung „EcoGator“, die beim Finden enerrgieeffizienter Haushaltsgeräte hilft.

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Weitere kostenlose Apps im Dienste der Nachhaltigkeit

  • EcoChallenge

EcoChallenge liefert jede Woche zwei neue Herausforderungen und Informationen zu Themen wie regionales Essen, sauberes Licht oder Mobilität. Eigene Erfolge lassen sich dokumentieren und direkt mit anderen teilen. Ziel ist, unter anderem, auch Freunde zu mobilisieren. 

für iPhones

„Lisa taucht ab!“

Um Kindern schon frühzeitig und vor allem spielerisch den verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser beizubringen, bietet die App „Lisa taucht ab!“ ein interaktives Bilderbuch, das kindergerecht die Bedeutung von Wasser in unserer Gesellschaft erklärt. Die kleinen Smartphone-User lernen während der Geschichte, welche Auswirkungen schadstoffbelastetes Wasser hat und bekommen zusätzlich viele Tipps und Tricks zum Wasser sparen. Entwickelt wurd die App von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission.

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Nachhaltig Handeln auch bei Smartphone-Kauf und -Nutzung

Die oben aufgeführten Anwendungen erleichtern im Idealfall die eigenen Bemühungen, möglichst nachhaltig zu konsumieren oder machen die Nutzung von Bus und Bahn einfacher und komfortabler. Zu bedenken ist aber auch, dass, wenn man den gesamten Produktionsprozess betrachtet, das Mobiltelefon selbst ein Umweltproblem darstellt und zudem auf Menschenrechte bezogen problematisch ist. Auf geeignete Wege, möglichst umweltschonend sein altes Handy zu recyceln, hatten wir bereits hingewiesen. Smartphones bzw. Mobiltelefone sollten ferner, wie natürlich auch andere Gebrauchsgegenstände, vor einem Neukauf möglichst lange genutzt werden; auch die Anschaffung eines gebrauchten Geräts ist eine Überlegung wert. Wenn du ein Smartphone bereits dein Eigen nennst, kannst du die aufgeführten Apps als nützliche Tools im nachhaltigen Alltag einsetzen. Zusätzlich kannst du es nachhaltig nutzen und unnötigen Stromverbrauch vermeiden, indem du beispielsweise den Akku schonst, somit also häufiges Laden vermeidest, oder nach dem Aufladen das Ladegerät direkt von der Steckdose entfernst.

MARKIERT MIT
Busfahren 2.0 – App statt Haltestelle

Wie das „Reallabor Schorndorf“ den ÖPNV effektiver und nachhaltiger gestalten möchte.

Luft aufpumpen, Smartphone zücken und losradeln! Hilfreiche Apps für Radler

Immer mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um, vor allem in den Städten. Der Drahtesel ist dabei nicht nur umweltschonender, sondern oft auch praktischer und schneller als Auto, Bus oder Bahn. Egal, ob du einen schönen Radweg zur Arbeit suchst, dich sportlich betätigen oder die Natur entdecken willst – hier findest du passende Apps.

Bio für Fortgeschrittene: Obst und Gemüse aus erster Hand

Immer mehr Menschen ziehen Bioprodukte vor und das Angebot in den Biomärkten wächst stetig. Für diejenigen, die gezielt in den Anbau von regionalem Bioobst und -gemüse investieren und aktiv werden möchten, gibt es einige Alternativen, z.B. die Biokiste, die Solidarische Landwirtschaft oder Bauerngärten.