Glimpse Clothing – Faire Mode mit Beziehungen

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Glimpse Clothing ist Menschenrechtsinitiative und Modelabel in einem: die Kleider werden von Frauen genäht, die auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. Und über ein eingenähtes Etikett in den Kleidern können die KäuferInnen auf der Webseite Näheres über die Lebensgeschichten der Näherinnen erfahren.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 04.11.13

Das junge Streetfashion-Label Glimpse Clothing aus Stuttgart stellt nicht nur grüne Mode aus GOTS-zertifizierter Stoffen her, sondern hat gleichzeitig auch einen sozialen Auftrag: in der Nähwerkstatt werden Frauen beschäftigt, die Opfer einer besonders schweren Form der Ausbeutung wurden, der Zwangsprostitution.

In Indien gibt es ca. 900.000 unfreiwillige Prostituierte, viele von ihnen sind minderjährig. Selbst wenn sie das große Glück haben, von einer Organisation aus diesen Kreisen befreit zu werden, haben die Frauen kaum eine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt. Die drei Glimpse-GründerInnen haben es sich mit ihrem Label zur Aufgabe gemacht, Frauen mit diesem Schicksal ein „zweites“ Leben  zu ermöglichen: in der Nähwerkstatt in Mumbai werden die Frauen als Schneiderinnen ausgebildet und erhalten einen fairen Arbeitsplatz.

Modetracking

Doch damit nicht genug: Bewusstseinserweiternd ist das eingenähte Etikett, über das die KäuferInnen an den Lebensgeschichten der Frauen teilhaben können. Auf dem Etikett befindet sich ein individueller Stempel der beteiligten Näherinnen, wer hinter welchem Stempel steht  kann auf der Website nachgesehen werden. Eine schöne Idee, die Modebewusstsein beim Wort nimmt!

Die erste Kollektion heißt “First Love”und ist ab sofort bei glore Stuttgart und im eigenen Onlineshop erhältlich.

Sehenswert ist auch das Video mit dem sich das neue Label vorstellt:

A little glimpse. from GLIMPSE Clothing on Vimeo.

via Kirsten Brodde

MARKIERT MIT
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Sampling Mode oder: Jacke wird Hose

Das Berliner Modelabel Schmidttakashi macht Mode aus abgelegten Kleidern: gespendete Kleider bekommen bei den Berlinerinnen Eugenie Schmidt und Mariko Takahashis durch ein aufwändiges Sampling ein zweites Leben. Der Clou bei der Sache: die Spender können per Codenummer nachvollziehen, was aus ihrem aussortierten Stück geworden ist.