Fair Kaufen

Bananen aus fairem Handel

Es ist nur fair, wenn ein Produzent für sein Produkt einen angemessenen Preis erhält und damit ein menschenwürdiges Leben finanzieren kann. Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen man fair gehandelte Produkte nur in Weltläden kaufen konnte. Wo du faire Produkte bekommst und auf welche Siegel du achten kannst erfährst du hier.

Autor Uta Mühleis, 07.02.08

Was hinter dem Begriff Fairer Handel steckt? Auf den Punkt gebracht: Korrekte Preise für gute Arbeit! Mehr dazu in unserem Hintergrund-Artikel Was ist Fairer Handel?

Mit einem stetig wachsenden Sortiment in mittlerweile auch großen Supermärkten ist es kein Luxus mehr, fair einzukaufen und durch den eigenen Konsum einen Ausgleich zu schaffen. Hier findet ihr Adressen und weitere Tipps!

Onlineshops, Supermärkte und Weltläden

Fair gehandelt werden in erster Linie Kaffee, Tee und Kakao, aber die Produkt-Pallette wächst stetig. So wird in der Modeindustrie zunehmend auf faire Handelswege geachtet.

Faire Onlineshops:

  • The Fair Trade Company GEPA Kaffee, Tee, Honig, Kakao, Zucker, Orangensaft, Bonbons, Schokolade, Nuss-Nougat-Creme
  • Onlineshop Kaffeesolo Kaffee, Schokolade, Kakao, Zucker, Honig, Öl
  • Fairtrade Deutschland bietet eine umfangreiche Liste von Onlineshops, die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel anbieten.
  • ORFAFA bündelt in seinem Online-Angebot für nachhaltige Mode über 7000 Teile von über 100 ausgewählten Labels und informiert im Magazin über Biosiegel, vegane Schuhe und fairen Lifestyle
  • armedangels Streetart-Design kombiniert mit einer kompromisslosen Absage an Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltverschmutzung.
  • Ein Online-Store für nachhaltige Produkte mit einer riesen Auswahl von Kosmetik über Lebensmittel bis hin zu Klamotten ist der Avocado Store aus Hamburg. Das Motto: Ein umweltfreundlich hergestelltes und faires T-Shirt alleine rettet zwar nicht die Welt, ist aber einfach die bessere Alternative! Daumen hoch! Mehr zu den Prinzipien des Stores.
  • Das Warenhaus des Greenpeace Magazins bietet in seinem Onlineshop neben dem Magazin auch Naturmode, Fairtrade Kleidung, faire Geschenke und Print-Produkte an. 
  • fairmondo ist eine konsequent faire Alternative zu den großen Online-Marktplätzen und genossenschaftlich aufgebaut. Hier gibt es alles über Bekleidung, Bücher, Accessoires usw. aus zweiter und erster Hand. Meist geht ein Anteil des Kaufpreises an gemeinnützige Organisationen
  • entia ist ein Onlineshop für Fair-Trade-Produkte aus sozialen Werkstätten in Deutschland. Angeboten werden nachhaltige Produkte für Mensch, Haus, Büro und Freizeit, mit denen du zugleich soziale Inklusion unterstützt.
  • Weitere Shops, die faire Mode im Sortiment haben findest du auch in unserem Artikel Grüne Mode – Schick mit gutem Gewissen.

Supermärkte und Co.:

In rund 42.000 Supermärkten, Bioläden, Kaufhäusern, Drogeriemärkten, Weltläden sowie in Fachgeschäften sind Produkte mit dem Fairtrade-Siegel erhältlich. Einen Überblick über die fair gehandelten Produkte in Deutschland verschafft die Produktdatenbank von Fairtrade Deutschland. Dort kannst du in der „erweiterten Suche“ auch nach Verkaufsstellen filtern und sehen, welche Produkte von den verschiedenen Läden angeboten werden.

Weltläden:

Und natürlich in den 800 Weltläden der Republik. Auf der Seite www.weltlaeden.de findet ihr bestimmt auch einen in eurer Nähe.

Siegel für Fairen Handel

Fair gehandelte Produkte werden mittlerweile in fast allen Einzelhandels-Geschäften und Onlineshops angeboten. Um sicher zu gehen, dass bei dem gewählten Produkt auch tatsächlich gerecht gehandelt wird, kannst du dich an folgenden Siegeln orientieren:

Care & Fair – Teppichhandel gegen Kinderarbeit: Care & Fair ist kein Produktsiegel, sondern ein Logo, das auf die Mitgliedschaft des jeweiligen Teppichhändlers hinweist. Es soll darauf aufmerksam machen, dass das Unternehmen sich gegen Kinderarbeit positioniert und eine freiwillige Abgabe geleistet hat, die den Teppichknüpferfamilien in Form von sozialen und Gesundheitsprojekten zugutekommt. Ein unabhängiges Kontrollsystem ist nicht vorhanden, allerdings sind Dokumente über die Geldflüsse zugänglich. Es ist aber nicht garantiert, dass die Teppiche in einem Mitgliedsunternehmen von Care & Fair tatsächlich ohne Kinderarbeit hergestellt wurden.

Fair Stone: Ziel von Fair Stone ist es, einen nachhaltigen und fairen Handel in der gesamten Produktionskette der Natursteinindustrie zu fördern. Das Fair Stone-Siegel verpflichtet Partner zur Einhaltung von international anerkannten Mindestarbeitsnormen sowie zusätzlichen ökologischen Standards in der Natursteinwirtschaft. Die Durchsetzung der Standards über die gesamte Produktlinie der Rohstoffgewinnung, Lieferkette und Weiterverarbeitung wird in festgelegten Kontrollverfahren alle drei Jahre überprüft.

Trans Fair: Das prominenteste unter den Siegeln ist das Fairtrade-Siegel. Es kennzeichnet Lebensmittel, Blumen und Sportbälle aus fairem Handel. Es soll menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Hersteller, aber auch eine umweltverträgliche Produktion garantieren. Das Fairtrade-Siegel basiert in erster Linie auf sozialen Kriterien, berücksichtigt aber auch Umweltaspekte. Die Vorgaben gehen über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus und berücksichtigen die Produktionsbedingungen bis hin zu den Handelsabläufen. Die breite Trägerschaft des TransFair e. V. gewährleistet eine hohe Glaubwürdigkeit.

Das Flower Label Program (FLP) kennzeichnet Schnittblumen weltweit aus umweltgerechter und menschenwürdiger Produktion. Das Flower Label Program umfasst soziale und ökologische Kriterien. Diese reichen allerdings nur teilweise über die von der Internationalen Arbeitsorganisation ILO vorgeschriebenen Standards hinaus. Da diese jedoch in den Herkunftsländern oft nicht eingehalten werden, ist das FLP eine wichtige Garantie für diese Standards.

Das HAND IN HAND-Zeichen ist eine Eigenmarke der Rapunzel Naturkost AG und kennzeichnet Produkte, die aus ökologischer Landwirtschaft stammen und zu mindestens 50 Prozent aus fair gehandelten Rohstoffen bestehen. Es basiert auf sozialen und ökologischen Kriterien, die über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausreichen. Als firmeneigenes Zeichen ist die Unabhängigkeit in diesem Punkt entsprechend eingeschränkt. Die regelmäßigen und unabhängigen Kontrollen, die Einbeziehung externer Akteure in die Kriterienentwicklung und -vergabe sowie die vorgesehenen Sanktionen bei Verstößen verleihen dem Siegel insgesamt jedoch Glaubwürdigkeit.

Die Marke LamuLamu kennzeichnet Baumwollkleidung, deren gesamte Produktionskette nach ökologischen und sozialen Kriterien zertifiziert ist. LamuLamu basiert auf anspruchsvollen sozialen und ökologischen Standards, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen und die gesamte Produktionskette berücksichtigen. Die Einhaltung der sozialen und ökologischen Ansprüche wird durch unabhängige Stellen kontrolliert.

Das Label der Rainforest Alliance kennzeichnet landwirtschaftliche Produkte wie Bananen, Kaffee, Kakao und Zitrusfrüchte aus Betrieben, die nach Umwelt- und Sozialkriterien arbeiten. Das Siegel der Rainforest Alliance basiert auf sozialen und ökologischen Kriterien, die über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausreichen und die breite Trägerschaft durch Umweltorganisationen gewährleistet eine hohe Glaubwürdigkeit. Kritisch ist jedoch anzumerken, dass das Siegel nicht garantiert, dass die Produkte zu 100 Prozent zertifizierte Zutaten enthalten. Das Siegel darf ab einem Anteil von 90 Prozent zertifizierter Zutaten ohne Zusatz verwendet werden.

Fair Konsumieren mit smarten Tools

Die Mischung aus modischem Stil, ökologischer Herstellung und fairem Handel liegt im Trend. Es gibt immer mehr Startups und Labels die ihren Fokus auf nachhaltige Mode setzen.Zunehmende grüne Apps bieten nachhaltige Handy-Programme für Smartphones, die zum Energiesparen anregen, Verkehrsverbindungen suchen oder über die Ökobilanz der Produkte im Supermarktregal informieren. Beispielsweise gibt die App des NABU umweltbewussten Konsumenten eine Orientierungshilfe und zeigt tatsächlich an, wie ökologisch vertretbar oder fair ein Produkt ist. Die App Goodonyou hat ein Fünf-Stufen-Bewertungssystem entwickelt, welches dir erklärt unter welchen Bedingungen verschiedene Modelabels ihre Produkte produzieren oder inwieweit der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund steht.

Weiterführende Links:

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Grüne Mode – Schick mit gutem Gewissen

Längst wird „Öko-Mode“ auf dem Laufsteg präsentiert. Bio-Baumwolle ist angesagt. Green Chic, Green Glamour, Fair Fashion – ethischer Konsum setzt auch in der Mode Zeichen. Die Mischung von modischem Stil, ökologischer Herstellung und fairem Handel liegt im Trend.

Was ist Fairer Handel?

Unsere Konsumwelt boomt und Produkte werden für Dumping-Preise auf den Markt geworfen. Produzentinnen und Produzenten aus weniger entwickelten Ländern leiden jedoch enorm unter den ausbeuterischen Lebensbedingungen. Der Faire Handel bietet einen Ausweg aus dem Teufelskreis.