Erste Klimademo in Katar

Und es tut sich doch was. In Katars Hauptstadt Doha, dem Ort der aktuellen Klimakonferenz, gab es am 1. Dezember die erste Demonstration für mehr Klimaschutz in der Geschichte des Landes.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 04.12.12

Ein bisschen anders als hierzulande läuft das schon ab, wenn in Doha, demonstriert wird. Wie die taz ausführlich berichtet, erinnerte der Aufmarsch einiger hundert Demonstranten im reichen Ölstaat an einen gut organisierten Marathon. Demonstration im Doha-Style: die Demonstranten werden mit Busshuttles angeliefert, Helfer versorgen die friedlichen Zug mit Wasserflaschen, aus der Distanz wird beobachtet, die Polizei greift aber nicht ein. Khalid al-Mohannadi, Gründer der Gruppe DohaOasis, die zusammen mit den Aktivisten von IndyAct den Marsch organisiert, fasst den historischen Protestzug mit den Worten zusammen: „Die erste Klimademonstration in einem Ölland während der ersten Klimakonferenz in einem Ölland.“

Das es allerhöchste Zeit zum Handeln ist, scheint wohl immer mehr Menschen in dem kleinen, aber sehr reichen Emirat bewusst zu werden. Katars Ökobilanz ist tiefschwarz: Das Land stößt pro Einwohner weltweit kaum übertroffene  CO2-Emissionen aus und verbraucht Unmengen an Ressourcen. So tut sich auch andernorts etwas, wie das vor kurzem gegründete Arab Youth Climate Movement zeigt. Auch wenn Lili Fuhr im Blog der Heinrich-Böll-Stiftung Klima der Gerechtigkeit die Demonstration etwas kritischer sieht, sei sie doch stark von der Gastgeberregierung vereinnahmt worden, stimmt eine erwachende Umweltbewegung hoffnungsvoll.

 

MARKIERT MIT
reset_doha
©
UN-Klimakonferenz in Doha 2012

Seit Kopenhagen sind die Erwartungen an globale Klimakonferenzen deutlich gesunken. Welchen Beitrag zur Klimapolitik die anstehende Welt-Klimakonferenz COP 18 in Doha zu leisten vermag, werden wir sehen. Ab dem kommenden Montag wird verhandelt und debattiert.