Erhebt die Stimme: Politische Beteiligung jenseits der Wahlen

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Nein, eine große Überraschung waren die Wahlen nicht. Aber ein Fünkchen Hoffnung, dass sich die Dinge anderes darstellen, bleibt doch immer. Tun sie aber nicht. Die nächsten vier Jahre haben wir wieder eine Kanzlerin, bei der viele Aspekte einer umwelt- und sozialverträglichen Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen. Um so mehr Sinn macht es, sich anderweitig Gehör zu verschaffen.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 24.09.13

Zum Glück erschöpft sich politische Beteiligung nicht mit der Abgabe des Stimmzettles alle paar Jahre. Denn es gibt viele Wege des Engagements, um z.B. die Energiewende und den Klimaschutz weiter voranzutreiben und sich für mehr soziale Gerechtigkeit zu einzusetzen, damit die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinander klafft. „Wenn Hunderttausende Online-Appelle unterzeichnen, Zehntausende die Straßen füllen und Tausende kurz vor wichtigen Entscheidungen zum Telefonhörer greifen – dann können wir bei jeder Regierung unsere Anliegen auf die Agenda setzen. Schon Schwarz-Gelb hat festgestellt: Durchregieren über die Köpfe der Menschen hinweg – das funktioniert heute nicht mehr,“ so Campact in seinem aktuellen Newsletter. Und nicht zu vergessen: in jeder künftigen Regierung sitzen nicht Gegner, sondern auch Befürworter unsere Anliegen. Und genau die gilt es zu erreichen.

Engagieren kann man sich on- wie offline, am besten sowieso auf allen Ebenen: Angefangen bei einem bewussten Lebensstil über bürgerschaftliches Engagement bis hin zu Beteiligung an Online-Petitionen, Initiativen und Demos. Gerade die neuen digitalen Möglichkeiten machen das so einfach wie nie. Viele Tipps dazu findest du in unseren Handeln-Artikeln: https://reset.org/handeln

Eine aktuelle Initiative ist z.B. auch das Generationen-Manifest. Aus Sorge um die Zukunft unserer Kinder hat sich vor einigen Monaten eine bunte Gruppe von Prominenten Medien, Politik und Wissenschaft zusammengeschlossen. Nicht nur die  „üblichen Verdächtigen“ – wie den Initiatoren Prof. Peter Hennicke und Utopia-Gründerin Claudia Langer, Prof. Gesine Schwan, Prof. Dirk Messner, Felix Finkbeiner, u.v.a. –  finden sich unter den Unterzeichnern, sondern auch viele neue Gesichter, wie z.B. Marius Müller-Westernhagen, Benno Fürmann und Walter Sittler. Das Manifest enthält 10 klare Forderungen an die deutsche Politik, u.a. zum Umgang mit der Klimakrise, zur Energiewende bis hin zur sozialen Gerechtigkeit. Mittlerweile haben sich über 80.000 Menschen angeschlossen und das Manifest unterzeichnet. Das neue Ziel ist es, 100 000 Stimmen zu sammeln und das Manifest mit seinen Forderungen an die neue Regierung und alle im Bundestag vertretenen Parteien zu übergeben.

„Kern der Initiative ist es, Debatten in der Gesellschaft anzustoßen“, sagt Mitunterzeichnerin Gesine Schwan. Und Claudia Lange, die Initiatorin des Manifests und Utopia-Gründerin, ermuntert auch die Abgabe kritischer Stimmen: „Dass viele Menschen mit zehn Forderungen noch nicht zufrieden sind und dem Manifest widersprechen, ist genauso gewünscht, wie die Zustimmung, die wir von allen Seiten empfangen.“

Hier kannst du das Generationen-Manifest unterzeichnen und mitreden: www.generationenmanifest.de/unterzeichnen

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