Elektroschrott – Zu wertvoll für die Tonne!

Unser Konsum an Elektrogeräten lässt ganze Gebirge aus Elektroschrott entstehen und immer kürzere Gebrauchszeiten sorgen für einen rapiden Anstieg - jeden Tag, weltweit! Allzu oft landen unsere ausgedienten Elektrogeräte auf den weltweiten Müllkippen. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind fatal. Mit der richtigen Entsorgung kannst du einen wichtigen Beitrag leisten.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 12.06.13

Elektroschrott hat den am schnellsten wachsenden Anteil am weltweiten Müllberg. Die europäische Umweltbehörde hat berechnet, dass die Menge an Elektroschrott – jährlich nahezu 40 Millionen Tonnen – rund dreimal schneller wächst als jede andere Art von Hausmüll. Doch genau genommen ist vieles davon gar kein Müll. Mit den E-Geräten entsorgen wir nicht nur wertvolle Ressourcen wie Edelmetalle (Gold, Palladium, Silber) und seltene Erden, sondern auch Giftstoffe wie Blei, Quecksilber, Arsen, Kadmium oder Beryllium.

Die Folgen für Mensch und Natur sind verheerend. Mehr dazu findest du in unserem Wissen-Artikel zu Elektroschrott.

Was kann jeder tun, um den Berg aus Elektro­schrott­ nicht weiter wachsen zu lassen?

1. Reparieren

An allererster Stelle steht natürlich, als Konsument sein eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen. Muss es wirklich ein neuer Laptop sein oder lässt sich der alte nochmal reparieren oder aufmöbeln? Ist die neue Kamera, das Handy, die Stereoanlage wirklich so viel besser?

  • Auf MeinMacher.de finden sich jede Menge anerkannte Fachbetriebe, die sich um defekte Geräte kümmern. Einfach Gerätetyp und Wohnort eingeben und einen geeigneten Fachgerätereparateur finden.
  • Für Hobbybastler: Auf der Plattform iFixit findest du leicht verständliche Reparaturanleitungen für Geräte aller Art und ein großes Angebot an Ersatzteilen. Mehr Infos im Artikel iFixit – Reparieren leicht gemacht.
  • Oder du lässt einen iTech kommen, der dein Gerät wieder repariert. Die Firma icracked bildet professionelle Teams an iTechs (Reparateure) aus und schickt sie zu dir nach Hause. Erfolgreich in den USA, kommt das Unternehmen nun auch nach Deutschland.

2. Bewusst Kaufen

Laptop ist nicht gleich Laptop! Die Hersteller haben sehr unterschiedliche Standards in der Rohstoffgewinnung und bei den Arbeitsbedingungen. Auch die Haltbarkeit der Geräte und die Möglichkeiten des Recyclings sind bei den Herstellern verschieden gewichtet. Sei ein informierter Kunde! Helfen kann dabei z.B. der Ratgeber zu Grüner Elektronik, den Greenpeace regelmäßig veröffentlicht, oder die Internetseite Rank a Brand, auf der du Bewertungen der Performance verschiedener Marken findest.

3. Gebraucht Kaufen, Leihen, Verkaufen, Spenden!

Statt jedes Mal ein neuwertiges Gerät zu kaufen ist es nicht nur billiger, sondern auch ökologisch sinnvoll, die diversen Kauf- und Tauschbörsen im Internet oder in lokalen Kleinanzeigern zu nutzen. Und: vielleicht findest du hier auch jemanden, der sich für deine ausgemusterten Geräte interessiert. Hier findest eine Übersicht: Meins ist Deins – Teilen macht glücklich. Eine weitere tolle Möglichkeit dein ausgedientes Gerät einem guten, neuen Zweck zukommen zu lassen bietet dir labdoo. Dort kannst du es spenden, damit es aufbereitet mit sinnvoller Lernsoftware Kindern auf der ganzen Welt weitergegeben werden kann.

4. Entsorgen

Klare Vorgaben für die Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung von Elektroschrott macht das sogenannte Elektrogesetz. Es schreibt vor, dass wir unsere ausrangierten Elektronik-Altgeräte bei den kommunalen Sammelstellen abgeben müssen. Deutschlandweit gibt es rund 1.500 kommunale Sammelstellen – die Recycling- und Wertstoffhöfe – bei denen du Altgeräte kostenlos abgeben kannst.

Außerdem sind seit 2015 Elektrogeschäft mit mehr als 400 Quadratmetern Fläche verpflichtet, alte Elektrogeräte beim Neukauf eines gleichwertigen Geräts zurücknehmen zu müssen. Kleine Geräte (bis 25 Zentimeter Kantenlänge) wie Handys, Ladegeräte, Modems oder Toaster müssen auch ohne Neukauf angenommen werden. In beiden Fällen muss kein Bon für die Altgeräte vorgezeigt werden.

  • Infos über Sammelstellen in deiner Nähe findest du bei deiner Stadtreinigung, eine bundesweite Übersicht gibt es hier: Elektroschrott.de
  • Die kostenlose ‚eSchrott-App‘ für Smartphones weist dir den Weg zur nächstgelegenen Sammelstelle. Einfach die entsprechende Gerätekategorie gewählt und die Recyclingsuche zeigt dir die passenden Sammelstellen und Recyclinghöfe für deinen Elektroschrott an. Infos und Download der App: Umweltmanager.net
  • Große Geräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke kannst du auch gegen eine Gebühr von dem kommunalen Entsorgungsbetrieb abholen lassen. Und oftmals nehmen die Hersteller auch das alte Gerät bei Lieferung eines neuen mit.
  • Wenn du größere Geräte umweltgerecht entsorgen möchtest oder nicht ganz sicher bist, wo du bestimmte Materialien abgeben sollst, dann kannst du auf dem deutschlandweiten Verzeichnis deinschrottplatz.de nach passenden Recycling-Höfen und Schrottplätzen in deiner Nähe suchen. Du kannst auf der Seite nach verschiedenen Materialien filtern und findest dort auch entsprechende Zertifikate der Schrottplätze.
  • Tipps zur Entsorgung von Handys findest du in unserem Artikel Verwertung gebrauchter Mobiltelefone.
Licensed under: Creative Commons - Attribution Share Alike Rich Anderson Fachgerechte Entsorgung sieht anders aus.

Indra Jungblut, RESET-Redaktion/ 2014 (überarbeitet von Laura Holzäpfel, RESET-Redaktion/ 2015)

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