Du hast genug vom Plastikwahn? Es geht auch anders!

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Weltweit werden jährlich über 600 Milliarden Plastiktüten verbraucht, davon allein in Deutschland etwa sechs Milliarden. Nicht nur Tüten, auch PET-Flaschen, Plastikverpackungen und andere Einweg-Plastikprodukte lassen den Plastikmüll an Land und in den Meeren anwachsen. Doch dagegen läst sich etwas tun!

Autor RESET , 05.01.13

Übersetzung Marisa Pettit:

Für Plastik, oft ein Wegwerfprodukt mit einmaliger Nutzung, werden wertvolle Ressourcen verbraucht und die Umwelt verschmutzt. Recycelt wird von diesem wertvollen Material wenig. In England wird z.B. nicht mal ein Drittel des Plastiks recycelt. Auch wenn die Bilanz in Deutschland aufgrund unseres Plastik-Recycling-Systems etwas besser sein mag, so lässt die nicht fachgerechte Nutzung des Systems, die unbedarfte übermäßige Nutzung des Materials und die Entsorgung von Plastik im Restmüll oder auf der Straße den Plastikmüll zunehmen. Plastikinseln in den Meeren und Mikroplastik im Trinkwasser machen deutlich, dass schon viel zu viel dieses Zivilisationsmülls Land und Meer belastet. Hier geben wir dir Tipps und Anregungen für ein Leben ohne Plastikwahnsinn.

Weniger ist mehr

Eine einfache Lösung des Plastik-Problems gibt es nicht, dafür ist es zu komplex. Man muss an verschiedensten Stellen ansetzen.

  • Primär geht es natürlich darum, den Plastikmüll, insbesondere in Form von Einwegprodukten, gar nicht erst entstehen zu lassen – also Plastikmüll vermeiden! Plastik sollte nur dort Verwendung finden, wo es absolut notwendig erscheint. Also PET-Flaschen vermeiden und bei Spielzeug, Haushaltsgegenständen, Gartenmöbeln etc. Alternativen ohne Plastik finden, z.B. aus Papier, Holz oder neuartigem Plastik, das sich vollständig zersetzt.
  • Müll fachgerecht entsorgen. In Deutschland besteht ein recht gutes Recycling von Plastikmüll. Damit es funktionieren kann, muss es natürlich auch genutzt werden. Plastik im Restmüll macht also keinen Sinn, auf die richtige Mülltrennung kommt es an. Unser Artikel „Abfall trennen“ liefert mehr Informationen.
  • Händler und Hersteller können verpflichtet werden, ihren Plastikmüll und nicht mehr funktionierende Produkte mit Plastikanteil zurückzunehmen und zu recyceln – die Politik ist gefordert! Plastiktüten können verteuert oder gar verboten werden. Australien, Indien, Frankreich und Italien machen vor, dass es geht! Die EU erwägt eine Besteuerung von Plastiktüten, erklärt aber gleichzeitig wie unersetzbar Plastik in vielerlei Hinsicht sei.

Tipps für den Alltag

  • Den guten alten Jutebeutel mit zum Einkaufen nehmen, natürlich am besten einen aus Biobaumwolle. Ist sowieso viel schicker als eine Plastiktüte.
  • Anstelle von Frischhaltefolie sollte man lieber zum Pergamentpapier oder zu Mehrwegbehältern aus Blech, Glas und Keramik greifen.
  • Abgepackte Nahrungsmittel kannst du vermeiden, wenn du vor allem frische Sachen in Bioläden und auf Märkten einkaufst und sie in mitgebrachten Beuteln, Dosen und Gläsern transportierst. Unser Artikel „Zurück zum Precycling“ gibt hierzu Tipps.
  • Partybesteck und Geschirr aus Holz, Pappe oder Maisstärke verwenden.
  • Anstelle von billigem Plastikspielzeug für Kinder sollte man gerade in diesem Fall auf Qualität achten. Das schützt die Kinder vor Giftstoffen im Plastik. Tipps hierzu im Artikel „Nur das Beste für die Kleinen: Tipps für Kinderspielzeug“.
  • Getränke aus Mehrwegplastikflaschen, Glasflaschen oder Tetrapacks sollten den Vorzug erhalten. Die allermeisten Einwegplastikflaschen landen auf dem Müll und nicht im Recycling.
  • Bring dein eigenes Wasser mit! In Deutschland ist Wasser aus dem Hahn das am besten kontrollierte Lebensmittel, mit viel strengeren Auflagen als für Flaschenwasser. Und billiger ist es auch. Daher: Eine Flasche aus Glas, Alu oder langlebigem Plastik kannst du immer wieder auffüllen. Mehr dazu in unserem Artikel „Trinkwasser: Aus dem Rohr statt aus der Plastikflasche
  • Plastikfrei shoppen. Das geht jetzt auch online mit Plasno, dem ersten plastikfreien Onlineshop Europas.

6 Tools, die dir helfen, die Welt von Plastikmüll zu befreien

Hier haben wir Tools gelistet, mit denen die Plastik vermeiden kannst. Aber was passiert eigentlich mit dem Abfall, der sich schon im Umlauf befindet und in unserer Umwelt anhäuft? Auch hierfür gibt es mittlerweile hilfreiche Lösungen, z.B.  Müllberge taggen und gemeinsam aufräumen.

Projekte unterstützen

  • Das Projekt KASEI unterstützt die Erforschung des Plastikmüll-Problems in den Ozeanen, informiert und versucht Lösungen zu finden. Das Projekt kannst du mit einer Spende unterstützen.
  • Die Strandreinigungsaktion „Meere ohne Plastik“ des NABU freut sich ebenfalls über Spenden.
  • Die Organisationen NABU, Deutscher Kanu-Verband, Deutscher Segler-Verband und Verband Deutscher Sporttaucher haben zusammen das Internetportal www.saubere-meere.de gestartet. Dort kannst du Müllsichtungen melden oder dich über Reinigungsaktionen informieren. Das Portal soll außerdem dazu dienen, Informationen über die Abfallbelastung von Gewässern zu sammeln, weil das Wissen hierüber immer noch sehr gering ist.
  • Die Initiative Take3 ruft dazu auf, bei jedem Strandbesuch drei Teile Müll mitzunehmen. So wird ganz nebenbei etwas für den Schutz der Meere und gegen ihre Verschmutzung unternommen.

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