Mit diesen digitalen Tools die Welt vom Plastikmüll befreien

Plastikmüll am Strand

Es gibt einige smarte Tools, die Daten über den Müll in unserer Umwelt sammeln. Damit das funktioniert und Aktionen gegen Littering durchgeführt werden können, bedarf es aber der Hilfe der Crowd. Wir haben hier ein paar dieser Tools für euch zusammengetragen.

Autor Jasmina Schmidt, 24.07.18

Übersetzung Jasmina Schmidt:

Wer auf einschlägigen Sozialen Netzwerken unterwegs ist, hat das Video von Parley for the Oceans vielleicht schon gesehen. Das Meer am Strand von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, besteht aus einer einzigen Welle aus Plastikmüll.

Laut Parley for the Oceans hat die Organisation mit Freiwilligen in einer drei Tage langen Aufräumaktion über 30 Tonnen von Plastik gesammelt. Es ist unbestreitbar, dass Plastik (und andere Abfälle) und dessen Entsorgung in unserer Umwelt ein ernstzunehmendes, globales Problem ist. Insbesondere in den Meeren ist das Ausmaß der Verschmutzung fast unvorstellbar, so dass man sogar schon von Plastikinseln redet.

Digitale Communities als Teil der Lösung

Zeit zu Handeln also. Eine große Rolle bei der Problemlösung spielt die Vermeidung von unnötigen Plastikverpackungen seitens der Hersteller und unser bewusster Umgang mit diesem Thema. Aber was passiert mit all dem Abfall, der sich schon im Umlauf befindet und sich zu einem enormen Teil auch in unserer Umwelt anhäuft? Und können wir digitale Technologien nutzen, um Lösungen für dieses Problem zu finden?

Die Antwort dazu ist: ja! Digitale Communities können Teil der Lösung sein, wenn sich genügend Menschen (analog) daran beteiligen. Wir wollen euch hier einige Tools vorstellen, die sich mit Müll in der Natur auseinandersetzen und dabei helfen sollen, unseren Planeten sauberer werden zu lassen.

Litterati

Die App Litterati wird wohl weltweit am meisten genutzt und kommt ursprünglich aus den USA. Nutzer fotografieren, geotaggen und entfernen gefundenen Müll in den Straßen und Parks ihrer Nachbarschaft. Abgesehen von der direkten Entsorgung des Mülls durch die Nutzer werden Daten über die Art des Mülls, des Herstellers und des Fundortes gesammelt, um mit Unternehmen und Organisationen nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Dadurch konnten bis Mitte Juli 2018 laut eigenen Angaben über 1,6 Millionen Abfallteile eingesammelt werden, wovon der größte Anteil Plastikabfall ist. In einem TED Talk gibt der Gründer von Litterati, Jeff Kirschner, einen kleinen Einblick in die Entstehung und Nutzweise der App.

© Litterati.com

OpenLitterMap

Die OpenLitterMap ist eine Open Source-Website, mit der Informationen für die Forschung gesammelt werden. Die Funktionsweise ist ähnlich wie Litterati, nur handelt es sich bei der OpenLitterMap nicht um eine App, sondern um eine Website. Nutzer fotografieren Müll, geotaggen ihn und andere Nutzer oder Administratoren verifizieren die Informationen. Dadurch wird der Müll in die Datenbank übernommen und für alle anderen einsehbar. Das Projekt kommt ursprünglich aus Irland und hat dort auch die meisten Vermerke. Einträge können aber auch aus der ganzen Welt gefunden werden. Bis Juni 2018 wurden damit knapp 38.000 Einträge von Müll verifiziert.

Gewässerretter

Der Gewässerretter des NABU funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Litterati, konzentriert sich aber vor allem auf den Müll an und in Gewässern. Müllfunde können damit gemeldet, Sammelaktionen organisiert und der entfernte Müll dokumentiert werden. Bisher wurden 47.384 Kilogramm Müll gesammelt.

Dreckspotz

Das österreichische Äquivalent zum Gewässerretter, die App Dreckspotz, kommt von GLOBAL2000. Auch hier werden durch die Nutzer Fotos und Informationen über die Art und den Ort des Mülls gesammelt. Dies soll helfen, langfristige Lösungen für das Problem Littering  zu finden. Bisher wurden über 3300 Spots, überwiegend in Österreich, gemeldet.

All diese Tools sammeln wichtige Informationen darüber, wie und wo unser Planet verschmutzt ist. Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, und hilft, Strategien zu finden, wie solche Abfälle vermieden werden können. Nichtsdestotrotz liegt es aber auch in unserer Verantwortung, weniger Abfall zu produzieren und bewusster zu konsumieren. Und um die Reichweite und den Impact zu erhöhen, wäre es bestimmt hilfreich, wenn die Apps und Plattformen – und damit auch die Crowd dahinter – zusammenarbeiten würden.

 
Ein schwimmender Park aus Abfall

In Rotterdam werden Plastikabfälle in einen schwimmenden Wasserpark umgewandelt – eine Steigerung der Lebensqualität, aber auch der Biodiversität im Stadtraum.

Dreckspotz – Informationen sammeln gegen Littering

Mit der App "Dreckspotz" von  GLOBAL 2000 kannst du Müll in der Natur dokumentieren. Das hilft dabei, Informationen über das Thema Littering zu sammeln. Wir haben die App für euch getestet.

Eine kleine japanische Stadt könnte bald zu 100 Prozent abfallfrei sein

Kamikatsu im Süden Japans soll bis 2020 völlig ohne Abfälle auskommen. Was machen diese Pioniere anders? Und könnte ihr Ansatz auch in anderen Städten funktionieren?

Klicken, koordinieren, aufräumen: Per App gegen die Vermüllung von Gewässern

Mit der App „Gewässerretter“ vom NABU kann jeder mithelfen, unsere Gewässer von Müll zu befreien.

Mikroplastik – Klein, fies und überall

Mikroskopisch kleine Plastikpartikel sind mittlerweile in nahezu allen Gewässern, in unseren Böden und sogar in der Luft, die wir atmen. Wo kommen sie her, was machen sie mit uns und vor allem: Was können wir dagegen tun?

Eine App sagt illegalen Müllhalden den Kampf an

Du hast die Nase voll von illegalen Müllkippen? Mit einer App kannst du schnell und einfach etwas gegen Schandflecke unternehmen.

Was tun mit Elektroschrott? Ab in den Briefkasten!

Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll. Aber wohin mit ihnen, wenn sie ausgedient haben oder kaputt sind? Mit dem Dienst Electroreturn der Deutschen Post kann man sie einfach und bequem recyceln lassen.

Litterbase: Diese Karte zeigt, welchen Schaden Müll im Meer anrichtet

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts haben mit Litterbase die weltweit erste umfassende Datenbank zusammengestellt, die die Vermüllung unserer Ozeane zeigt – und welche Auswirkungen sie auf die Umwelt hat.

Grüne Apps – nachhaltige Handy-Programme für Smartphones

Ob Reisebuchung, Fitness-App, Musikanwendungen oder Spiele - die Palette der Handy-Programme ist umfangreich. Inzwischen finden sich auch zunehmend Apps, die zum Energiesparen anregen, Verkehrsverbindungen suchen oder über die Ökobilanz der Produkte im Supermarktregal informieren. Wir haben einige zusammengetragen, die als grüne Helfer dein Smartphone erweitern.