Die Weltbank

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Die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und die Bekämpfung von Armut. So lauten die offiziellen Ziele der Weltbank. Als größte internationale Entwicklungsorganisation unterstützt sie weltweit finanziell, technisch und inhaltlich mehr als 1800 Projekte in nahezu allen Bereichen. Geht es um Entwicklungsfragen, so findet sie zumeist als erstes Gehör.

Autor Rima Hanano, 06.11.08

Die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und die Bekämpfung von Armut. So lauten die offiziellen Ziele der Weltbank. Als größte internationale Entwicklungsorganisation unterstützt sie weltweit finanziell, technisch und inhaltlich mehr als 1800 Projekte in nahezu allen Bereichen. Geht es um Entwicklungsfragen, so findet sie zumeist als erstes Gehör. Gleichzeitig steht die größte Entwicklungsorganisation wie keine andere, immer wieder aufgrund ihrer neoliberalen und ökologisch fragwürdigen Politik in der Kritik von NRO und Globalisierungsgegnern.

Die Weltbank wurde 1944 mit dem ursprünglichen Ziel der Förderung des Wiederaufbaus der nach dem 2. Weltkrieg zerstörten Staaten gegründet. Sie ist keine „Bank“ im eigentlichen Sinne, sondern wie der IWF, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Ist von der Weltbank die Rede, so sind zumeist die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) gemeint. Insgesamt sind 10.000 Entwicklungsökonomen am Hauptsitz in Washington D.C. oder in einem der 109 Länderbüros für die Weltbank tätig.

Die größte internationale Entwicklungsorganisation

Hauptsitz der Weltbank/ Bild: DrJunge
Als einer der größten Geldgeber für Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit, ist die Weltbank einer der wichtigsten Akteure der internationalen Entwicklungspolitik.

Die Weltbank unterstützt Regierungen u.a bei der Durchführung von Maßnahmen zur Armutsbekämpfung durch die Vergabe projektgebundener zinsloser Kredite, sowie durch Zuschüsse. Darüber hinaus unterstützt sie die wirtschaftliche Entwicklung der Empfängerländer  u.a. durch technische Hilfe und Beratung bei Entwicklungsprojekten sowie durch die Förderung privater Direktinvestitionen und des Außenhandels.

Die durch die Weltbank geförderten Projekte reichen von der Bereitstellung von Mikrokrediten in Bosnien-Herzegowina und der Förderung des Bewusstseins für AIDS in Gemeinschaften in Guinea über die Förderung der Bildungsmöglichkeiten für Mädchen in Bangladesch bis hin zur medizinischen Versorgung in Mexiko.

Durch ihre Kreditvergabekriterien und Strukturanpassungspolitik hat die Weltbank nach Meinung der NRO Weed entscheidenden Einfluss auf nationale Entwicklungsstrategien der Empfängerländer und auf globale Entwicklungstendenzen.

Die WELTbank?

Weltbankprotest in Jakarta/Bild: Jonathan McIntosh via Wikimedia.org (CC BY 2.0)

Insgesamt sind 185 Mitgliedsstaaten für die Finanzierung der Weltbank sowie die Verwendung der Gelder verantwortlich. Bei Abstimmungen über die Mittelverwendung hängt das Stimmgewicht eines Landes von der Höhe seiner Beteiligung am Kapital der Bank ab. Hauptanteilseigner der Weltbank (mit insgesamt 37,4 Prozent/Stand 2006) und damit in der stimmrechtlichen Mehrheit sind die fünf Industriestaaten USA (16, 39 %), Japan (7, 86 %), Deutschland (4, 49 %), Großbritannien (4, 30 %) und Frankreich (4, 30 %). Präsident der Weltbank ist seit Juli 2007 Robert B. Zoellick.

Die Weltbank auf dem Prüfstand

„Entwicklungshilfe wird selten selbstlos vergeben“, so der Ökonom Jeffrey Sachs in einem Interview der Zeit (Jeffrey Sachs überwacht im Auftrag der Vereinten Nationen den Fortschritt beim Erreichen der Millenniumsziele).

Das Stimmgewicht der Industrieländer bei der Mittelverwendung und die an eine Kreditvergabe gekoppelten Auflagen wie bspw. Liberalisierung und Privatisierung der Wirtschaft der Empfängerländer lassen immer wieder Stimmen laut werden, die der Institution vorwerfen, die wirtschaftliche Entwicklung nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen und das Ziel der Armutsminderung zu verfehlen.  

Obwohl sich die Politik der Weltbank nach eigenen Angaben seit den 90`er Jahren stark geändert hat, werfen vor allem Umweltverbände der Weltbank und dem IWF vor, durch die Finanzierung von ökologisch fragwürdigen Mammutprojekten wie Pipelines und Staudämmen, Kohle-, Öl- und Gasprojekte, maßgeblich an der Umweltzerstörung in Entwicklungsländern beteiligt zu sein.

NRO wie Weed setzten sich kritisch mit der Arbeit der Weltbankgruppe auseinander und plädieren für ihre politische und institutionelle Reform.

Quellen und Links

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„Global Governance“

Die Globalisierung stellt die internationale Politik vor neue Herausforderungen. Viele grenzüberschreitende, globale Probleme, derer einzelne Staaten nicht mehr allein Herr werden können, gilt es heutzutage gemeinsam zu lösen - hierzu zählen beispielsweise der Klimawandel mit all seinen Auswirkungen auf Mensch und Natur, die Probleme der internationalen Finanzmärkte, AIDS, Rohstoffknappheit, Armut und Hunger.