Die Straßen sind mit Plastik asphaltiert

MacRebur Plastic Roads

Das Startup MacRebur richtet seinen Blick auf die Straßen der Welt. Durch eine „magische Formel“ sollen nicht nur die Auswirkungen des Straßenbaus und dessen Instandhaltung auf die Umwelt minimiert werden, sondern auch das Plastikmüllproblem. Und nebenbei sollen auch noch Steuergelder gespart werden. Wie geht das?

Autor Hanadi Siering, 17.10.16

Ein Trip nach Indien und seine Begegnung mit den Müll-Management-Problemen Mumbais war für Toby McCartney die Initialzündung für die Gründung seines Unternehmens MacRebur – er lernte in Indien das Leben der Plastikmüllsammler kennen.

Liegt Plastik auf Müllkippen herum, lösen sich nach einer Weile giftige Substanzen heraus und versickern in die Erde. Dort kontaminieren sie Boden und Wasser und stellen beispielsweise in Indien ein Gesundheitsrisiko für die Menschen dar, die auf der Suche nach verkaufbaren Dingen den Müll durchsuchen. Oft landet Müll im Meer oder wird einfach verbrannt, wobei giftige Gase, Nebenprodukte und natürlich auch CO2 entstehen. Also nicht gerade die beste Art und Weise ist, den Abfall loszuwerden.

Nach seiner Rückkehr aus Indien steckten Toby und seine Freunde Gordon und Nick ihre Köpfe zusammen, um einen Weg zu finden, die Berge von Plastikmüll auf den Müllkippen zu reduzieren. Laut ihrer Website landen z.B. auch in UK 56 Prozent des Plastikmülls auf Müllkippen oder werden verbrannt.

Bessere, grünere und billigere Straßen

MacRebur hat Plasmac entwickelt – ein Material für Straßenoberflächen, das Plastikmüll (z.B. Flaschen, Tüten, Tassen oder Frischhaltefolie) mit Asphalt verbindet. Heraus kommt eine nachhaltige und haltbarere Alternative zum Standardasphalt, der sonst für britische Straßen genutzt wird.

Diese Formel trägt gleichzeitig zur Straßeninstandhaltung als auch zur Plastikmüll-Prävention bei. Und da die Straßen aus Plasmac länger halten und seltener ausgebessert werden müssen, entlasten sie zugleich auch den Steuerzahler – getreu dem Motto des Unternehmens: „stronger, greener, cheaper roads“.

Voom 2016

Jede Infrastruktur-Vision einer Smart City– sollte auch ein nachhaltiges Straßennetzwerk, Elektroautos und öffentliche Verkehrsmittel sowie erneuerbare Energiequellen beinhalten. Sichere Fahrradwege, auf denen jeder fahren möchte, dürfen auch nicht fehlen. Eine Lösung wie (recycelte) Plastik-Straßen lassen diese Vision ein bisschen wirklicher aussehen.

MacRebur sind übrigens die Gewinner des VOOM 2016 Awards in der Kategorie Start-Up. Hier gibt es ihren Pitch im Video zu sehen:

Dieser Artikel ist eine Übersetzung und erscheint im englischen Original von Annalisa Dorigo auf RESET-International.

Take-Away-Müll vermeiden auf indische Art

Essen zum Mitnehmen ist einfach, schnell und bequem. Und verursacht Unmengen von Müll. Dagegen will das „Tiffin Projekt“ aus Berlin etwas tun – und hat sich Inspiration aus Indien geholt.

Smart Cities: Nachhaltig leben in einer digitalisierten Stadt

Die Welt, in der wir leben, ist von großen Veränderungen geprägt, wie sie so noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit passierten. Die Notwendigkeit, die permanent wachsenden Städte nachhaltiger zu entwickeln, ist sichtbarer denn je. Ein Ansatz ist das "Smart City"-Modell, dass wir uns hier näher anschauen.

Erneuerbare Energien – klimafreundlich und zukunftsfähig

In Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten und Anforderungen hat die Menschheit der westlichen Welt schon mehrfach ihre Energiequellen gewechselt. Vom Holz bis hinein ins 18. Jahrhundert zur Kohle während der Industrialisierung bis hin zu Öl und Gas im 20. Jahrhundert. Die Frage ist nun, wie schnell wir den Sprung ins Zeitalter erneuerbarer Energien schaffen.

Plastic Ocean – Plastikinseln im Meer

Täglich produzieren wir gewaltige Mengen an Müll, ein großer Teil davon besteht aus Plastik. Dieses sehr langlebige Material landet in unseren Meeren und sammelt sich dort zu Plastikinseln von enormen Ausmaßen. Das ist nicht folgenlos für unsere Ozeane und seine Bewohner.

Cradle to Cradle – Recycling rund gemacht

Fabriken, deren „Abwasser“ Trinkwasserqualität hat, Kleidung, die kompostierbar ist oder zu Nahrung für Pflanzen und Tiere wird? Geräte, die an den Händler zurückgegeben werden können, um zu einem neuen Fernseher, Telefon oder Stuhl zu werden? Cradle to Cradle will das möglich machen.