Die heimliche Wasserprivatisierung

Der Zugang zu Wasser wurde 2010 von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt (Resolution 64/292). In Deutschland sind für die Wasserversorgung meist Städte und Gemeinden zuständig, denn Wasser gilt als Allgemeingut. Das könnte sich auf Grund einer neuen EU-Richtlinie bald ändern. Sollte sich die EU-Kommission durchsetzten, wird aus dem Allgemeingut schon bald ein potentielles Spekulationsobjekt mit dem sich Milliarden verdienen lassen.

Autor*in RESET , 16.01.13

Portugal hat auf Wunsch Brüssels in einigen Gemeinden bereits mit der Privatisierung der Wasserversorgung begonnen. Sehr zum Missfallen seiner Bürger, die über verschlechterte Wasserqualität und horrende Preise klagen. Recht gibt den Bürgern auch eine Studie der Universität Barcelona von 2010, welche nachweist, dass Privatisierung zu Verschlechterung der Wasserqualität und vor allem nicht zu einer kostengünstigeren Produktion von Wasser führt. Eher das Gegenteil sei der Fall. Dessen ungeachtet soll auf Wunsch der Europäischen Union auch im stark verschuldeten Griechenland schon bald mit der Privatisierung der Wasserversorgung begonnen werden.

Wer jetzt glaubt nur die europäischen Krisenländer seien von der Privatisierung betroffen, der irrt. Im Richtlinienvorschlag der EU-Kommission für Konzessionsvergabe steht die Forderung, dass im Bereich der Wasserversorgung eine allgemeine Marktöffnung erfolgen müsse. Dahinter versteckt sich nichts anderes die allmähliche Öffnung der Wasserversorgung für private Anbieter.

Die Richtlinie ist bereits beschlossen. Etwas gegen die geplante Privatisierung tun kann man dennoch. Über eine Europäische Bürgerinitiative haben EU BürgerInnen die Möglichkeit die politische Agenda der EU aktiv mitzugestalten. Wenn innerhalb eines Jahres mindestens eine Million EU-BürgerInnen aus mindestens 7 der 27 Mitgliedstaaten für eine Europäische Bürgerinitiative mobilisiert werden können, muss sich die Europäische Kommission mit dem Anliegen der Initiative befassen.

Mit der Bürgerinitiative „Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht!“ soll die Kommission dazu aufgefordert werden, allen Mitgliedstaaten verbindliche Ziele zu setzen, um die Anerkennung und Umsetzung des universellen Rechts auf Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung in Europa und in der Welt voranzutreiben. Ziel ist es die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags aufzufordern, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für Alle sicherstellt.

Die Forderungen im einzelnen lauten:

  1. Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Bürgerinnen und Bürger das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung haben.
  2. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen darf nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen.
  3. Die EU verstärkt ihre Initiativen, einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung zu erreichen.

Unterschrieben werden kann die Initiative auf der Website der Kampagne „Wasser ist ein Bürgerrecht“.

Mehr zum Thema Wasserprivatisierung findest du in der monitor Sendung „Geheimoperation Wasser“.

„Netto-Null-Bürger:in“ werden mit der AURORA App

Mit der AURORA-App können Bürger:innen ihren CO₂-Fußabdruck tracken und in die Installation von Solaranlagen investieren, um ihre Emissionen noch weiter zu senken.

Open-Source in der Verwaltung: Europäische Kommunen gehen bei der Unabhängigkeit von US-Technologien voran

Einige europäische Kommunen treiben die digitale Unabhängigkeit Europas von US-amerikanischen Technologien voran. Aber dort, wo es an politischem Willen mangelt, müssen Bürgerinitiativen die Lücken füllen.

Navi-Apps für Radtouren und Wanderungen: Ab ins Grün ohne große Datenspuren und mit kleinem CO2-Rucksack

Du planst eine Rad- oder Wandertour? Dann probiere doch mal datenschutzfreundliche und energiesparende Open-Source-Navi-Apps.

Interview: Wie man sich von Googles Browser-Monopol befreit

Liest du diesen Artikel in Google Chrome? Dieses Interview mit Andy Davies von Wholegrain Digital könnte dich dazu bewegen, den Browser zu wechseln. Erfahre mehr über nachhaltige Alternativen zu Googles Monopol.

Die Open-Source-KI SUSTAIN-AI ECG schließt die Lücke in der Herzversorgung

Sustain AI hat ein Open-Source-KI-Tool entwickelt, das Ärzt:innen unterstützt und den Zugang zur Kardiologie in Äthiopien verbessert.

Neuer Report: „Die KI, die dem Klima hilft, unterscheidet sich stark von der KI, die viel Energie verbraucht“

74 Prozent der Behauptungen über die Klimavorteile von KI seien unbewiesen, stellt der Report "The AI climate hoax" fest. Besonders problematisch: Kleine Anwendungen mit tatsächlichem Klimanutzen dienten dazu, große umweltschädliche Anwendungen zu rechtfertigen. Die Verfasser:innen fordern daher eine differenzierte Betrachtung.

Der Klimawandel wird aus US-Nationalparks verbannt. „Save our Signs“ setzt auf Crowdsourcing gegen das Vergessen

Unter Trumps Regierung werden in Nationalparks Schilder und Ausstellungen entfernt, die auf den Klimawandel, Umweltschutz oder Ungleichheiten hinweisen. Die Initiative "Save our Signs" archiviert sie im digitalen Raum.

Mit einem offenen Suchindex gegen das Monopol: Interview mit Michael Granitzer von OpenWebSearch

Ein freier, objektiver Zugang zur Suche im Internet: Das ist die Vision des OpenWebSearch-Projekts. Ein offener Suchindex soll das Realität werden lassen.