Leef – Der Einweg-Teller mit dem guten Karma

03404e85
©
Phtography by Leef

Die junge Berliner Firma Leef hat sich mit dem Plastikproblem beschäftigt und stellt nun den nachhaltigen Einwegteller vor: er wird aus heruntergefallenen Palmblättern gemacht und ist nach kürzester Zeit komplett kompostiert.

Autor Jean-Marie Dhur, 22.05.13

Die Müll-Problematik, die aus dem hohen Kunststoffverbrauch für Verpackungen, Tüten und Einweggeschirr resultiert, ist mittlerweile sowohl in den Medien als auch in der Politik angekommen: bis zur Einführung der Kostenpflicht für Plastiktüten dauert es wahrscheinlich nicht mehr lange.

Da nachhaltiges Denken nicht von Heute auf Morgen in den Köpfen der wegwerfgewohnten Menschen etabliert werden kann, ist die Idee der Firma Leef sehr einladend: Wenn schon Wegwerfen, dann wenigstens auf eine umweltverträgliche Art. Die nächste Grillsaison steht vor der Tür, und damit füllen sich die Müllsäcke wieder mit Tonnen von Plastiktellern und -geschirr, die für ein paar Minuten ihren Einsatz hatten und mehrere hundert Jahre brauchen, um sich zu zersetzen. Es gibt aber auch Materialien, die wegen ihrer organischen Struktur eine extrem kurze Spanne bis zur Zersetzung haben: Drei Monate sind das bei Palmblättern.

Photography by Leef

Leef arbeitet mit Palmblättern, die von den Bäumen herunterfallen. Sie werden in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Kleinbauern in Indien hergestellt: aufgesammelt, gereinigt, getrocknet und zu Tellern gepresst. Leef legt Wert darauf, nur mit Partnern zusammenzuarbeiten, die die Einhaltung von hohen Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandarts und faire Bezahlung voraussetzen. Beworben wird das Produkt als „der Teller mit dem guten Karma“, der sogar von Kühen aufgefressen werden kann. Chemische Mittel werden bei der Herstellung nicht verwendet. Und da die Blätter nicht von extra dafür angebauten Bäumen stammen, sondern bisher unbenutzte Überbleibsel der dortigen Landwirtschaft sind, wird auch das lokale indische Ökosystem nicht belastet.

Photography by Leef

Palmblätter werden schon seit langer Zeit in vielen Ländern als „Teller“ benutzt, zum Beispiel auch in Indien. Dort hat Leef-Gründer Claudio Fritz-Vietta diese Technik entdeckt, und hatte die Idee, diese traditionelle und nachhaltige Geschirrform in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort in größeren Mengen und für den westlichen Markt zu produzieren. Die Testphase ist bereits vorbei, nun soll die erste Containerladung hergestellt werden. Um seine nachhaltige Idee und die erste größere Produktion zu unterstützen, gibt es die Möglichkeit, an einer Crowdfundingaktion auf startnext.de teilzunehmen.

Eine tolle Idee, sowohl im Hinblick auf Nachhaltigkeit als auch auf das Design. Das Auge isst ja bekanntlich mit – und wird ein Palmblatt in jedem Falle einem weissen Kunststoff vorziehen.

Plastic Ocean – Plastikinseln im Meer

Täglich produzieren wir gewaltige Mengen an Müll, ein großer Teil davon besteht aus Plastik. Dieses sehr langlebige Material landet in unseren Meeren und sammelt sich dort zu Plastikinseln von enormen Ausmaßen. Das ist nicht folgenlos für unsere Ozeane und seine Bewohner.

Zurück zum Precycling

Gute Ideen müssen nicht neu sein. Beim Precycling geht es darum, beim Einkauf erst gar keinen Müll entstehen zu lassen. Zum Einsatz kommen dabei Dosen, Büchsen, Tüten, Flaschen – immer wieder!

Cradle to Cradle – Recycling rund gemacht

Fabriken, deren „Abwasser“ Trinkwasserqualität hat, Kleidung, die kompostierbar ist oder zu Nahrung für Pflanzen und Tiere wird? Geräte, die an den Händler zurückgegeben werden können, um zu einem neuen Fernseher, Telefon oder Stuhl zu werden? Cradle to Cradle will das möglich machen.