Der Fair Finance Guide verrät, was deine Bank mit deinem Geld macht

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Welcher Bank kann man vertrauen, wenn man keine miesen Geschäfte mit Mensch und Umwelt unterstützen möchte? Der Fair Finance Guide gibt Antworten.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 06.05.16

Sei es unsere gesparten Taler oder andere Einnahmen – das Geld, das wir unseren Banken zur „Aufbewahrung“ überlassen, wird dort natürlich nicht für uns weggesperrt oder – wie bei Dagobert Duck – in einem großen Geldspeicher eingelagert, bis wir es wieder benötigen. Nein, damit wird gewirtschaftet, um mehr Geld daraus zu machen. Ein kleiner Teil davon wird uns dann z.B. als Zinsen ausgezahlt. Aber weisst Du, in was deine Bank investiert?

Viele der Investitionen, die Banken tätigen, sind ganz bestimmt nicht in unserem Interesse, z.B. wenn es um Rüstung, fossile Energien und Kinderarbeit geht. Mit ihren Geschäften haben Banken einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft und Umwelt – und sind leider auch für Umweltzerstörung, Klimawandel, Armut und Ungerechtigkeit mitverantwortlich, da das Gesetz der kurzfristigen Profite gilt.

Was du tun kannst? Informiere dich! Denn die Banken agieren sehr unterschiedlich und du kannst entscheiden, wer mit deinem Geld wirtschaften darf.

Der Fair Finance Guide gibt Antworten

Der Fair Finance Guide bewertet verschiedene Banken in puncto Nachhaltigkeit und stellt ausführliche Informationen zur Verfügung. Aktuell sind acht Banken gelistet, weitere sollen folgen. Nicht erstaunlich ist, dass die „Ökobanken“ GLS und Triodos die Liste anführen, Schlußlicht bildet ausgerechnet die kirchliche PAX-Bank. Außerdem macht es dir der Fair Finale Guide leicht, selbst aktiv zu werden. Du kannst z.B. direkt einen Lob- oder Protestbrief an deine Bank versenden oder erhältst Tipps, wie du deine Bank wechseln kannst.

Wie die Bewertungen vorgenommen werden? Dazu überprüft Fair Finance die Richtlinien der Banken, die in öffentlichen Dokumenten dargestellt werden. Doch da viel gesagt und wenig getan werden kann (Stichwort Greenwashing), werden zusätzlich konkrete Beispiele von Finanzierungen und Investitionen angeführt, bei denen Banken gegen ihre eigenen Richtlinien verstoßen.

Der Fair Finance Guide Deutschland ist eine Initiative von Facing Finance, Rank a Brand, SüdWind und Germanwatch und Teil der Initiative Fair Finance Guide International, einer Koalition von Organisationen in mittlerweile acht Ländern. Mit ihrem Portal wollen die NGOs letztlich Druck auf die Politik ausüben, verbindliche soziale und ökologische Richtlinien für Banken einzuführen. Bisher handelt es sich bei den Ansätzen um freiwillige Unternehmensverantwortung.

Du willst mehr darüber wissen, wie du nachhaltig Geld anlegen kannst? Hier findest du Tipps: Nachhaltig Geld anlegen und Baumsparen statt Bausparen.

Nachhaltig Geld anlegen

Nachhaltige Geldanlagen berücksichtigen neben finanziellen Aspekten auch soziale, ethische und ökologische Aspekte. Wer sich gut informiert und nachhaltig investiert, profitiert gleich doppelt: Die Investitionen zahlen sich im Kampf gegen den Klimawandel, Umweltzerstörung und den Raubbau an Ressourcen aus. Gleichzeitig lassen sich im Aufwind aktueller Nachhaltigkeitstrends mit gutem Gewissen Gewinne erzielen.

Baumsparen statt Bausparen: Der Wald als Geldanlage

Geld anlegen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Das geht. Mittels Baumsparvertrag, Waldsparbuch oder als Eigentümer einer Waldparzelle kann jeder in nationale und internationale ökologisch nachhaltige Aufforstungsprojekte investieren und Rendite erzielen.