Daumen hoch: Ocean Phoenix und SeaVax – zwei Lieblingsprojekte im März

seavax
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Gute Ideen, die die Welt verändern, gibt es viele und wer RESET regelmäßig liest, wird einige davon kennen. Jeden Monat wählen wir eine Idee aus, die durch ihren Impact und ihre Neuheit hervorsticht. Im März sind es zwei: Ocean Phoenix und SeaVax.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 31.03.16

Die unglaublichen Mengen an Plastik, die sich in unseren Meeren befinden, sind vielen als Problem bewusst. Doch wie dem beikommen? Natürlich ist der erste Schritt, Plastikmüll zu vermeiden und gar nicht erst im Meer landen zu lassen. Und dann natürlich: Irgendwie den Müll einzusammeln. Wir haben bereits Projekte vorgestellt, die verschiedenste Vehikel und Techniken erproben, um unsere Meere vom Müll zu befreien; Boyan Slat mit dem Ocean Clean Up, aber auch die Seekuh oder den von zwei Sufern entwickelten Seabin.

Ocean Phoenix

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Um ganz andere Dimensionen geht es bei der Entwicklung des „Superfrachters“ Ocean Phoenix. Die Größe der Müllteile spielt für das große Fabrikschiff keine Rolle: sowohl Schiffscontainer als auch Mikroplastikteilchen kann das Schiff aufsammeln. Außerdem soll der Müll direkt auf der Ocean Phoenix soweit verarbeitet werden, dass er an Land recycelt werden kann. Das Schiff selbst ist ganze 360m lang und 115m breit. Die erste Phase des Projekts wird von der Firma SAS Ocean Phoenix realisiert. Das Projekt kann auch unterstützt werden.

SeaVax und SeaNet

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Auch das SeaVax-Schiff von Bluebird Marine System Ltd sammelt Müll aus dem Meer. Der Unterschied zur Ocean Phoenix ist, dass es kleiner, solarbetrieben und unbemannt ist und das Gesammelte zur Weiterverarbeitung an Land bringt. Das besondere an der SeaVax sind ihre Begleiter: Drohnen, die über Satelliten die SeaVax-Schiffe zu ihren Zielen steuern. So sollen pro Schiff im Jahr bis zu 22 Millionen kg Müll eingesammelt werden können.

Gerade eben ist eine große Crowdfunding-Kampagne über Avaaz abgeschlossen worden, bei der über 50 000 Spenden für die SeaVax zusammen gekommen sind. Daraus soll jetzt die Entwicklung eines einsatzfähigen Schiffs vorangetrieben werden.

An Ideen, wie der Müll aus unseren Meeren gefischt werden kann, mangelt es also nicht. Doch haben viele der Prototypen noch einen – eventuell langen – Weg vor sich, bis sie seetauglich sind und in Aktion treten können. Und bis dahin landen jedes Jahr geschätzte 13 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer – Tendenz steigend. In Anbetracht dessen kann es gar nicht genug schwimmende Müllsammler geben, die unsere Ozeane auf der Suche nach „Beute“ durchkreuzen.

Alle unsere Lieblingsprojekte findest du hier: Daumen hoch!

MARKIERT MIT
Open Source Maschinen für die Plastikwende

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Du hast genug vom Plastikwahn? Es geht auch anders!

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Plastic Ocean – Plastikinseln im Meer

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