Das Civic Data Lab hilft NGOs beim Datenmanagement

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Das Civic Data Lab zeigt Organisationen, wie sie Daten für gute Zwecke nutzen können.

Autor*in Lana O'Sullivan:

Übersetzung Sarah-Indra Jungblut, 19.05.25

Das Civic Data Lab ist eine gemeinsame Initiative der Gesellschaft für Informatik, CorrelAid und des Deutschen Caritasverbandes. Es setzt sich dafür ein, dass Organisationen Daten zum Wohle der Allgemeinheit nutzen können – und nicht gegen sie.

„Daten sind der Treibstoff der Zukunft“

Unsere digitale Welt erzeugt Unmengen an Daten – und es ist davon auszugehen, dass ihre Bedeutung in unseren Gesellschaften weiter zunimmt. Mit den Worten von Dr. Springer, Geschäftsführer und Chief Scientific Officer von MI4People: „Daten sind der Treibstoff der Zukunft“. Die großen Tech-Unternehmen sammeln und speichern unsere Daten vor allem, um ihre Geschäfte anzukurbeln. Geteilt werden diese selten, Gesellschaft und Umwelt profitieren davon kaum.

Doch es gibt viele Beispiele, wie verantwortungsvoll geteilte Daten zum allgemeinen Wohl eingesetzt werden können. Die kürzlich geschlossene Partnerschaft zwischen der Laureus Sport for Good Foundation und Civic Data Lab ist ein Beweis dafür. Durch die bessere Zugänglichkeit bestehender Datensätze – wie die Beteiligung von Jugendlichen am Sport oder die Auswirkungen von Sport auf das Wohlbefinden – können ressourcenknappe Organisationen Zeit sparen und ihre Anstrengungen auf das Wesentliche konzentrieren, ohne diese Daten selbst erheben oder beschaffen zu müssen.

Auch Smart Cities, die Dekarbonisierung des Gebäudesektors oder die Verkehrswende können mit einer gemeinsamen Datennutzung unterstützt werden.

Wer fairere, intelligentere und widerstandsfähigere Systeme aufbauen will, muss sich von der veralteten Vorstellungen verabschieden, dass Daten unter Verschluss gehalten werden müssen. Essentiell beim Daten teilen ist allerdings, die Daten wirklich ethisch und effektiv zu nutzen.

nachhaltige Digitalisierung

Wie sieht eine grüne digitale Zukunft aus?

Elektroschrott, CO2-Emissionen durch KI, Wasserverbrauch von Rechenzentren – aktuell scheint  die ungezügelte Digitalisierung nicht mit einem gesunden Planeten vereinbar. Doch es gibt viele Lösungen für eine ökologische und faire Digitalisierung – wir haben sie recherchiert:

Von der Zivilgesellschaft für die Zivilgesellschaft

Seit Juli 2023 ist das Civic Data Lab im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) tätig. Seine Aufgabe ist es, zivilgesellschaftliche Organisationen zu befähigen, Daten effektiver zu teilen und zu nutzen. Damit will das Lab dabei unterstützen, dass diese Daten der Gesellschaft zugutekommen. „Der öffentliche Sektor braucht dringend Zugang zu [Daten], damit er Gutes für die Menschen tun kann“, betont Dr. Springer. Es ist ein Umdenken, das gerade erst beginnt.

Menschen aus allen Bereichen – Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und darüber hinaus – können potenziell vom Programm des Civic Data Lab profitieren. Auf der Website finden sie Ressourcen zu einer Vielzahl von datenbezogenen Themen, unter anderem auch Informationspakete zur Erfassung, Analyse, Verknüpfung und Weitergabe von Daten. Oder sie können sich persönlich in einem der Community-Hubs treffen.

Diese „kollektive Wissensdatenbank“ und die maßgeschneiderten Schulungsprogramme sollen die Projekte erfolgreicher machen und dabei helfen, die Komplexität der Arbeit mit Daten zu bewältigen.

Die Civic Data Academy macht bestehende Lern- und Schulungsangebote zum Thema Daten leicht zugänglich – on- und offline und kostenlos. Wir haben ihre Ressourcen getestet und waren beeindruckt, wie umfassend, klar und informativ die Angebote sind.

Das Angebot des Civic Data Lab mit praktischen Anleitungen, einer lebendigen Gemeinschaft und der Entwicklung maßgeschneiderter Bildungsformate ist ein guter Anfang, um die selbstbestimmte und verantwortungsvolle Nutzung von Daten voranzubringen.

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Dieser Artikel ist Teil des Dossiers „Digital und grün – Lösungen für eine nachhaltige Digitalisierung“, in dessen Rahmen wir Lösungen für eine ökologische und faire Digitalisierung vorstellen. Wir danken der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die Projektförderung!

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