CO2 als Rohstoff der Zukunft

Ein kanadisches Unternehmen will mit riesigen Anlagen Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atmosphäre filtern und in Kraftstoff umwandeln. Damit könnte Klimaschutz plötzlich für viele Investoren zum spannenden Thema werden.

Autor Silvana Steiniger, 14.08.15

Hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Einen heißbegehrten Rohstoff herstellen, aus einem Ausgangsprodukt von dem wir zu viel haben und das nichts kostet. Genau das hat jedoch das Start-Up Carbon Engineering aus British Columbia vor. Zusammen mit Globale Thermostat aus New York und Climeworks aus Schweden wollen sie riesige Wände mit Ventilatoren bauen. Diese saugen das CO2 aus der Luft und wandeln es durch ein chemisches Verfahren, das im Video anschaulich beschrieben wird, in Kraftstoff um.

Die Möglichkeit CO2 aus der Atmosphäre zu binden, ist nach wie vor ein spannendes Thema, jedoch haben die meisten Methoden- von denen fast alle noch im Teststadium sind- alle den einen Haken: Sie sind sehr teuer und damit wirtschaftlich unrentabel. Klimaschutz kostet Geld. Mit Ideen wie die von Carbon Engineering könnte sich das ändern.

Das Geld liegt nicht auf der Straße, sondern in der Luft

Das kanadische Start-Up und seine Partner sind mit dieser Umweltschutz- und Geschäftsidee am Puls der Zeit, denn CO2 und auch andere klimarelevante und gesundheitsschädliche Gase, könnten sich als Rohstoff der Zukunft entpuppen. Das Fraunhofer Institut beispielsweise hat ein Verfahren entwickelt das, mit Hilfe von Bakterien, aus Industrie-Abgasen Kraftstoffe wie Kerosin oder auch Farbstoffe herstellt.

Drones and Satellites for Good – Satelliten zeigen die CO2-Belastung der Erde

Vom Klimawandel ist nichts zu sehen? Von wegen! Für unser RESET-Spezial Drones and Satellites for Good haben wir uns zwei Projekte angeschaut, die die Folgen des Klimwandels mit Hilfe von Satellitenbildern sichtbar machen – vom Meeresgrund bis ins Weltall.

Emissionsrechtehandel

Der Handel mit Emissionszertifikaten (CO2-Zertifikate) ist das zentrale umweltpolitische Instrument, mit dem die europäischen Staaten den Emissionsreduktionszielen aus dem Kyoto-Protokoll nachzukommen versuchen. Durch den Handel soll Klimaschutz marktwirtschaftlich organisiert werden und dort stattfinden, wo er am kostengünstigsten ist.