Car- und Bikesharing – Mobilität „to go“

Das Auto für ab und zu ist eine verkehrsentlastende und klimaschonende Mobilitätsalternative. Es eignet sich für alle, die nicht täglich auf ein Auto angewiesen sind. Mittlerweile gibt es verschiedene Modelle. Wir stellen sie vor.

Autor Jenny Louise Becker, 06.06.13

Ein durchschnittliches Auto wird lediglich eine Stunde pro Tag gefahren, die restliche Zeit steht das Auto ungenutzt herum. Geteilte Autos hingegen schöpfen die Nutzungsdauer von Autos aus. Das schont nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch den Geldbeutel.

Carsharing ist wesentlich billiger als der Besitz eines eigenen Autos, da Unterhalt und Steuern entfallen. Mobilaro hat dazu eine Kostenübersicht erstellt. Das Ergebnis: Gerade „Wenigfahrern“ ist Carsharing besonders zu empfehlen.

Dadurch, dass beim Carsharing ein Auto nur dann benutzt wird, wenn es tatsächlich nötig ist, wird der Straßenverkehr entlastet und Luftschadstoffe eingespart. Dazu kommt, dass die Carsharing-Fahrzeuge meist moderner und niedriger motorisiert sind als die Durchschnittsflotte der deutschen Privat-Pkw.

Im statistischen Durchschnitt ersetzt jedes Carsharing-Fahrzeug vier bis acht Privat-Pkw, die bei Beginn der Teilnahme abgeschafft oder erst gar nicht angeschafft werden. Und: weniger Autos, mehr Platz: Geteilte Autos entlasten städtische Wohnquartiere, da jeder Parkplatz weniger mehr Freiraum bedeutet. Der alljährliche Parking Day zeigt, was sich alles mit Parkplätzen machen lässt.

Daher: In Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Rad ist Carsharing ein zukunftsfähiges Mobilitäts-Modell für menschen- und umweltfreundliche Städte.

Mehr Infos zu den Hintergründen des Carsharing erhältst du beim Bundesverband CarSharing und auf den Seiten des Verkehrsclubs Deutschland VCD.

Nimm dir, was du brauchst: Die verschiedenen Carsharing-Modelle

Carsharing ist flexibel, da du nicht an ein bestimmtes Fahrzeug oder einen bestimmten Fahrzeugtyp gebunden bist. Je nach Bedarf kannst du aus einem bestimmten Angebot auswählen.

  • Beim klassischen Carsharing sind die Fahrzeuge eines Anbieters in der Regel auf bestimmten Parkplätzen über eine Stadt verteilt. Um von den Mitgliedern gut erreicht werden zu können befinden sich die die Standorte meistens an Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs.
  • Ein anderes Carsharing-Modell ist die stationsunabhängige Verteilung der Autos über die Stadt. Per App lässt sich das nächstliegende Auto orten.
  • Beim privaten Autoteilen, auch Nachbarschaftsautos genannt, kannst du bei Leuten aus deiner Umgebung ein Auto leihen oder deins gegen einen kleinen Betrag verleihen.
  • Andere Anbieter ermöglichen auch eine Fahrzeugnutzung für sehr kurze Zeit (minuten- oder stundenweise); der Zugang zu den Fahrzeugen ist einfacher und zeitlich ungebunden.

Für alle Modelle gilt: Am sinnvollsten ist Carsharing dann, wenn es lediglich als eine Erweiterung der Möglichkeiten der öffentlichen Verkehrsmittel eingesetzt wird, z.B. der Kleinbus für den Umzug oder Möbelkauf und der Pkw für Orte, die nicht mit Bus oder Bahn erreicht werden können.

Die App CarJump hilft, bei Bedarf das passende Fortbewegungsmittel zu finden. Die App umfasst neben den Carsharing-Anbietern DriveNow, car2go, Multicity und cambio auch das Fahrradverleihsystem Nextbike. CarJump stellt nicht nur die Standorte der Stationen dar, sondern zeigt auf einer Karte direkt an, ob innerhalb der Station sofort Fahrzeuge verfügbar sind.

E-Car-Sharing, die umweltschonende Alternative

Viele Carsharing-Anbieter haben mittlerweile Elektroautos im Angebot. Auch reine Elektroautoflotten gibt es bereits. Ihre Vorteile: Sie sind unschlagbar leise und entlasten den Stadtverkehr von Luftschadstoffen. Bei E-Autos gilt generell, dass sie sich aufgrund ihrer (aktuell!) eher geringen Reichweite optimal für den Stadtverkehr und Nahbereich eignen. Noch ist die Speicherkapazität der Akkus begrenzt und kein flächendeckendes Angebot an Ladestationen vorhanden (RWE bietet einen Ladesäulenfinder). In Städten wie Berlin, München oder Osnabrück ist das E-Carsharing aber schon jetzt eine vollwertige Alternative.

 
Anbieter von E-Carsharing:
  • Car2Go in 31 europäischen und nordamerikanischen Städten
  • Das Projekt ZUMO in der Ferienregion Schwarzwald
  • e-Flinkster der Deutschen Bahn in über 300 Städten in Deutschland
  • DriveNow in Berlin, München, Köln, Hamburg und Düsseldorf und auch international
  • RuhrAuto e in Bochum, Bottrop, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mühlheim/ Ruhr, Oberhausen, Wermelskirchen und Wuppertal

Verschiedene Anbieter von Carsharing im Überblick

Klassisches Carsharing

Diese Anbieter haben eine eigene Fahrzeugflotte, die an Knotenpunkten stationiert ist oder du kannst per App Autos in deiner Nähe orten:

  • Stadtmobil für Hannover, Berlin, die Räume Rhein-Ruhr, Rhein-Neckar und Rhein-Main, Trier, Karlsruhe und Stuttgart 
  • Greenwheels in 20 Städten Deutschlands
  • Cambio Carsharing mit Partnern in über 100 Städten wie Köln, Lübeck, Hamburg, Frankfurt oder Brüssel
  • Book-n-drive für Städte in ganz Deutschland

Carsharing auf die Schnelle

  • car2go – einfach eintsteigen und losfahren
  • DriveNow in Berlin, München, Köln, Hamburg und Düsseldorf und auch international

Privates Carsharing

Mitfahren

Die gute alte Mitfahrgelegenheit ist mit dem Carsharing längst nicht überholt, sondern kann dieses sogar ergänzen. Warum nicht Leute mitnehmen, wenn noch Platz im Auto ist?

Und für die Kurzstrecke:

Für kurze Wege in der Stadt, Ausflüge aber auch Stadterkundungen ist das Fahrrad der optimale Begleiter. Auch hier gibt es mittlerweile eine Vielzahl regionaler und überregionaler Anbieter. Mobilaro gibt einen guten Überblick und hilfreiche Tipps. Fast in allen Städten verfügbar sind folgende Anbieter:

  • Call a bike – das Mietrad-Angebot der Deutschen Bahn bietet eine noch umweltbewusstere Alternative, besonders für Kurzstrecken.
  • Nextbike: Eine einmalige Anmeldung bei nextbike genügt, und du kannst die Räder in allen Städten und Partnerregionen nutzen.
Meins ist Deins – Teilen macht glücklich!

Geteilte Autos, getauschte Kleider und Wohnungen, geliehene Werkzeuge - die Möglichkeiten des kollektiven Konsums sind vielfältig und werden von Millionen Menschen weltweit genutzt - Tendenz steigend. Hier findest du Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene.