Bioenergie wörtlich: Lampen laufen dank Pflanzen

Kürzlich entwickelte ein Team von peruanischen Wissenschaftlern ein Konzept, um Energie von Pflanzen direkt zu nutzen. Profitieren sollen Menschen, die abseits der Stromversorgung leben.

Autor Marius Hasenheit, 26.01.16

Wir berichteten bereits von den schwedischen Forschern, die Schaltkreise mit Pflanzen verbinden konnten. Was zunächst nach Science Fiction und Cyborgs klingt, könnte eines Tages die Stromversorgung von Kleingeräten sicherstellen. Nun wurde auf der anderen Seite des Planeten, in Peru, ein weitere Idee entwickelt, wie sich Pflanzenenergie direkt nutzen ließe.

Der Weltbank zufolge weist Peru eine der niedrigsten Elektrifizierungsraten Südamerikas auf. Wenig überraschend: Die meisten Betroffenen leben in ländlichen Regionen – vor allem im peruanischen Amazonasgebiet. In der Region Ucayali haben beispielsweise nur 35,1 Prozent der Einwohner Zugang zu Elektrizität. Dort, in der Kleinstadt Nuevo Saposoa, wurde die Idee entwickelt. Die größte Motivation, eine Lösung zu finden, ist wohl die tägliche Sichtbarkeit des Problems. Und so war es auch in dem Örtchen, das nur mit einem Fünf-Stunden-Trip über Wasser erreichbar ist. Als im März letzten Jahres ein Großteil der Stromkabel durch ein Hochwasser zerstört wurde, blieben die 173 Einwohner in der Dunkelheit zurück. Die Gaslampen waren keine gern gesehene Alternative – greifen sie schließlich nicht nur die Umwelt, sondern auch die Augen an.

Ein Team von Studierenden und einem Professoren der Universität UTEC (Universidad de Ingeniería y Tecnología) entwickelten die pflanzengetriebene Lampe mit dem einleuchtenden Namen Plantalámparas. Pflanzen geben in ihrem Lebenszyklus durchgängig Reststoffe an den Boden ab, wo diese von Mikroorganismen abgebaut werden. Während dieser Dekomposition mit Hilfe von Sauerstoff (Oxidation) werden in geringen Mengen Elektronen frei. Die Plantalámparas besitzen nun Elektroden, die diese Elektronen aufnehmen können. Einmal in einer Batterie gespeichert, liefert die Lampe für immerhin zwei Stunden Licht.

Dieser Artikel wurde von einem Beitrag von Marisa Pettit auf unserer englischsprachigen Plattform übersetzt.

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