Bekleidung: Spinnenseide als Kunststoff der Zukunft

Was wohl Spiderman dazu sagt?

Spinnenseide ist eines der reißfestesten und dehnbarsten Materialen, das die Natur zu bieten hat. Warum nicht Kleidung daraus herstellen? Der Hersteller The North Face hat einen Parka aus dem natürlichen Supermaterial entwickelt, mit dem bisher nur Superhelden agierten.

Autor Silvana Steiniger, 18.11.15

Um die Tierschützer vorweg zu beruhigen: Die Spinnenseide mit denen der „Moon Parka“ von The North Face hergestellt werden wird, ist biotechnischer Natur. Das Protein Fibroin, das Protein das der Spinnenseide ihre Superpower gibt, wird hier von Bakterien produziert.

Bislang war es nicht möglich das Gen zu isolieren, mit dem Spinnen in der Natur Fibroin herstellen. Dem Biotech-Unternehmen Spiber ist dies nun gelungen und das Gen konnte erfolgreich in Bakterien eingeschleust werden, die von nun an dieses Protein in großem Maßstab produzieren können.

Das eröffnet nicht nur neue Horizonte in der Bekleidungsindustrie was Strapazierfähigkeit angeht, sondern könnte in naher Zukunft auch Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden, den Rang ablaufen. In der Bekleidungsbranche ist das zum Beispiel Polyester und Nylon. Diese Stoffe benötigen nicht nur Erdöl als Ausgangsmaterial, sondern sind in ihrer Herstellung auch sehr energieintensiv und emittieren CO2.

Eine Anwendung für Kleidung könnte für das neue Material nur der Anfang sein, auch wenn „neu“ nicht das richtige Wort ist. Denn dieser Stoff existiert in der Natur schon seit Ewigkeiten und zeigt, dass der Mensch öfters darauf schauen sollte, welche erstaunlichen Dinge die Evolution erschaffen hat.

These Boots Are Made For …? Na die Kleiderspende!

Die Schuhe drücken, der einstige Lieblingspulli ist zu bunt, die Hose zu eng, der Rock jetzt doch zu kurz. Zeit zum Ausmisten. Aber wohin mit der getragenen Kleidung, wenn sie zum Wegwerfen zu schade ist? Na, spenden! An wen und warum erfährst du hier.