Bäume für alle – auch noch morgen

Der Waldverlust-Ticker im Berliner Hauptbahnhof /© Thomas Machholz

Gestern wurde auf der neunten Sitzung des Waldforums der Vereinten Nationen (United Nations Forum on Forests, UNFF) in New York das "Internationales Jahr der Wälder"  offiziell eröffnet. Höchste Zeit dem Wald ein bißchen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn aus jedem zweiten Baum wird Papier. 

Autor Rima Hanano, 03.02.11

  
Die globale Waldfläche beträgt heute mit knapp 4 Mrd. ha nur noch 64% der ursprünglichen Waldbedeckung vor 8.000 Jahren. Ganze 35 Fußballfelder Wald verschwinden pro Minute, da wir unseren Kaffee unterwegs aus Pappbechern trinken, uns täglich an der Flut von Werbeprospekten in unserem Briefkasten erfreuen oder unseren wachsenden Bedarf an Fleisch decken.

In den letzten Jahren verbrauchte jeder Deutsche im Durchschnitt 235 kg Papier pro Jahr und liegt dabei weit über dem EU-Durchschnitt.

Ein simpler  „Bitte keine Werbung“ Aufkleber am Briefkasten, würde 30 Kilo Werbeflyer in deutschen Briefkasten pro Jahr weniger bedeuten. „Wir könnten bundesweit jedes Jahr sechs Milliarden Pappbecher sparen, wenn wir unseren Kaffee unterwegs aus einer Tasse trinken würden„, so Johannes Zahnen vom WWF. Außerdem regt der WWF dazu an:

weniger Papier zu nutzen
• so oft wie möglich Recyclingpapier zu verwenden (Blauer Engel): In vielen Bereichen des täglichen Bedarfs kann die Qualität von Recyclingpapieren der von herkömmlichen Papieren die Stirn bieten: Toilettenpapier, Taschentücher, Küchenrollen, Kopier- und Druckpapier und viele weitere Produkte zählen dazu.
• bei Papieren aus frischen Fasern solche zu nutzen, die das FSC-Zertifikat tragen. Bei FSC stammt das Holz für den Zellstoff aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Um dies sicherzustellen, gibt es viele
Kriterien, die eingehalten werden müssen und die regelmäßig von unabhängigen
Auditoren überprüft werden.
• Papier noch konsequenter zu recyceln und niemals in die Restmülltonne zu werfen.

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