Auf Sumatra wird der Regenwald abgeholzt – für unser Papier

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Druckerpapier ist nicht gleich Druckerpapier. Aktuell ruft regenwald.org dazu auf, das Papier der Marke PaperOne zu meiden und den Händlern eine Protestmail zu senden.

Autor Sarah-Indra Jungblut, 22.08.11

Hier ist der Aufruf:

„APRIL ist einer der größten Regenwaldvernichter Südostasiens. Der Konzern mit Sitz in Singapur betreibt in Riau auf Sumatra über seine indonesische Tochterfirma PT Riau Andolan Pulp and Paper (PT RAPP) die größte Papiermühle der Welt. Jährlich werden dort über 2 Millionen Tonnen Papierfasern aus Holz hergestellt. Das von APRIL produzierte Papier der Marke „PaperOne“ wird in Deutschland über verschiedene Händler vertrieben, der größte davon ist die Papier Union. In einer aktuellen Reportage des australischen Senders ABC vom 2. August 2011 bezeichnet der renommierte Biologe Bill Laurance die Zerstörungen in Riau durch APRIL als „eine der schlimmsten Waldzerstörungen, die ich jemals gesehen habe.“

Papier tötet Tiger und Elefant

Die Regenwälder im Osten Sumatras sind Heimat des Sumatra-Tigers und asiatischer Elefanten. Die kleinste bekannte Tigerart lebt nur auf dieser indonesischen Insel und ist vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste der gefährdeten Arten (IUCN) gibt als die größte Bedrohung für den Sumatra-Tiger an: „Verlust des Lebensraumes durch Palmöl- und Akazienplantagen.“ IUCN schätzt den verbliebenen Bestand der in Freiheit lebenden Sumatra-Tiger auf 300–500 Tiere. In den letzten 25 Jahren ist die Anzahl der Tiger und Elefanten auf Sumatra um 75 Prozent zurückgegangen.

APRIL vertreibt Kleinbauern und heizt Klima an

Seit 2002 haben sich die Akazienplantagen immer weiter ausgedehnt. Obwohl Umweltschützer und Biologen vor den verheerenden Folgen für Artenvielfalt und Klima warnen, rodet APRIL nicht nur Regenwald, sondern legt auch die artenreichen und für das globale Klima bedeutsamen Torfmoore trocken. Die in den Mooren lebenden indigenen Gruppen werden vertrieben. Auf den Riau vorgelagerten Inseln wehren sich Kleinbauern gegen die Expansion der Plantagen, die ihre Lebensgrundlagen bedrohen. APRIL versucht seine Interessen mit Gewalt durchzusetzen, dabei gab es auch schon Todesopfer.

APRIL betreibt Greenwashing

In einer Stellungnahme von 2008 erklärte die Papier Union: „APRIL forstet jährlich ca. 35.000 bis 50.000 Hektar Plantagenwaldfläche neu auf. Damit leistet das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Wiederbewaldung Sumatras und zu einer positiveren CO2-Bilanz.“ „Ich denke, APRIL betreibt Greenwashing. Die aufgeforsteten Plantagen werden nach fünf Jahren gerodet und zu Papierfasern verarbeitet. Das bezeichne ich nicht als umweltfreundlich oder nachhaltig“, kritisiert Laurance. Selbst das industriefreundliche FSC-Siegel wurde APRIL 2010 aufgrund der Umweltzerstörungen auf Sumatra aberkannt.

Unterstützen Sie unseren Aufruf zum Verkaufsstopp von APRIL-Papier in Deutschland und schicken Sie den Händlern untenstehende Mail. Bitte informieren Sie uns auch, wenn Sie PaperOne bei anderen Händlern entdecken.

Update: Ihr Protest zeigt erste Erfolge. Die Händler Mercateo AG, J.C.C. Bruns Betriebs GmbH und officept.org haben auf den Protest reagiert, die Angaben überprüft und daraufhin PaperOne aus dem Sortiment genommen.

Bitte beteiligen Sie sich weiterhin an der Protestaktion.“

Hier geht´s zur Protestaktion.

Auch für Palmöl weden Regenwälder zerstört. Verschiedene Protestaufrufe und Petitionen findest Du auf den Seiten von regenwald.org.

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