Windkraft- Projekt für Kamerun
Empfohlen von GREEN STEP e.V.aus Wolfratshausen
In Kamerun hat fast 90 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität. Besonders die ländliche Bevölkerung, wie die im Pilotprojektdorf M’muock in der Südwestprovinz Kameruns, ist nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen. In M’muock können sich einige wenige Dorfbewohner den Betrieb von Benzingeneratoren leisten, allerdings muss, um Benzin zu holen, eine 2-stündige Autofahrt in Kauf genommen werden, und die Benzinpreise sind für einen Großteil der Bevölkerung nahezu unerschwinglich. Das nationale Stromversorgungsunternehmen AES Sonel hat bisher keine Pläne, das Projektgebiet an das Netz anzuschließen, da die Verbrauchsmenge dort zu gering ist. Zudem schafft es AES Sonel bisher noch nicht selbst die Städte mit ausreichend Strom zu versorgen. Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Alternative Lösungen müssen daher besonders für die ländliche Bevölkerung gefunden werden.
Strom bringt Entwicklung
Strom bringt Erleichterungen und Entwicklung – Kinder können abends ihre Hausaufgaben erledigen, Handys können geladen, ein Radio oder Fernseher kann betrieben und so Nachrichten aus der Stadt und aus der Welt empfangen werden. Kann die Technik zur Stromversorgung durch einheimische Handwerker lokal hergestellt werden, bieten sich zusätzlich Möglichkeiten für neue Einnahmequellen aus der Produktion der technischen Anlagen. Unternehmertum wird angeregt, und Wissen um rationalen Umgang mit Elektrizität und Technik wird im Projektgebiet verankert.
2. Lösungsansatz: Kleine Anlagen, die erneuerbare Energie nutzen
Der maximale Bedarf einer Familie in M’muock an Stromverbrauchern liegt bei 2 Glühbirnen, 1 Ladegerät für ein Handy, 1 Radio und/oder Fernseher. Zur Energieversorgung bieten sich kleine Anlagen (bis zu 1 kW Nennleistung), die Wind- und Wasserkraft nutzen, an. Da sie dezentral eingesetzt werden, können auch abgelegene Gehöfte in den Genuss von elektrischem Strom kommen. Die kleinen Anlagen, die bis zu 5 Haushalte versorgen können, bieten den weiteren Vorteil, dass sie aus einfachster Technik und zum überwiegenden Teil aus lokal vorhandenen Materialen hergestellt werden können. Somit können einheimische Handwerker ausgebildet werden, die die Anlagen selbst produzieren und damit auch warten können.Die Energie wird in Batterien zwischengespeichert.
Projektidee ist neben der Ausbildung der Handwerker zur lokalen Produktion von einfacher erneuerbarer Energietechnologie die Gründung einer Energiegenossenschaft, die die Anlagen an einem geeigneten Standort betreibt. Durch den Verleih von geladenen Batterien an Haushalte oder durch Batteriehändler (= Stromnetz) und den Verkauf ganzer Systeme durch die Genossenschaft soll jeder Haushalt, unabhängig von der Einkommenssituation, von den Möglichkeiten des geschaffenen Marktes „Erneuerbarer Energien“ profitieren.
Den gesamten Projektplan gibt es unter http://www.green-step.org/news/20080620_Projektkonzept.pdf