Smart Meter – Die Zukunft des Energiesparens

Wenn wir ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Energie wir wann und wo verbrauchen, können wir Energiefresser in unseren vier Wänden aufspüren, unser Verbrauchsverhalten optimieren und Energie und Kosten sparen. Möglich machen das intelligente Stromzähler, die sogenannten „Smart Meter“. Das englische Wort „smart“ ist zum Schlüsselbegriff einer nachhaltigen Energieversorgung geworden. Die Idee ist, die Erzeugung und Nachfrage von Energie über ein sogenanntes „Smart Grid“ besser aufeinander abzustimmen. Eine zentrale Komponente eines modernisierten Versorgungsnetzes sind intelligente Stromzähler, die „Smart Meter“.
Was ist ein Smart Meter?

Solche sogenannten Smart Grids sind vor allem dann wichtig, wenn im Zuge einer erfolgreichen Energiewende immer mehr erneuerbare Energien aus Wind-, Wasser- und Wärmekraft in die Versorgungsnetze eingespeist werden. Da niemand Einfluss darauf hat, wann der Wind weht oder die Sonne scheint, muss das Netz flexibel und steuerbar sein. Durch eine effizientere Einspeisung können kostenintensive Lastspitzen geglättet und Unterkapazitäten vermieden werden.
Seit dem 1. Januar 2010 ist es in Deutschland Pflicht, bei größeren Gebäudesanierungen und in Neubauten Smart Meter einzubauen. Bis 2020 sollen etwa 80 Prozent der ca. 40 Mio. Haushalte in Deutschland mit einen Smart Meter ausgestattet werden. Die alten grau-schwarzen Ferraris-Zähler, die seit mehreren Jahrzehnten in unseren Kellern hängen, haben dann ausgedient.
Vorteile für den Verbraucher
Großprojekte in Deutschland
In den letzten Jahren hat die Mehrheit der deutschen Energieversorger damit begonnen, Smart Meter in Pilotprojekten zu testen. Im Rahmen eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die Stadt Köln baut die Rheinenergie zurzeit 30.000 Smart Meter in Kölner Wohnungen ein. Ziel ist es, die energetische Gebäudesanierung voranzutreiben und so langfristig die städtische CO2-Bilanz zu verbessern.
In Mülheim an der Ruhr geht man sogar noch einen Schritt weiter. Der Energiekonzern RWE will das Stadtgebiet bis Ende 2012 flächendeckend mit neuen Stromzählern ausstatten. Ein weiteres Großprojekt findet zurzeit im Märkischen Viertel in Berlin statt. Die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau AG hat gemeinsam mit dem Energieversorgungsunternehmen Vattenfall dort 13.000 Wohnungen energetisch modernisiert. Neben einer ganzen Reihe von Energieeffiezienz-Maßnahmen wurden im gesamten Wohnkomplex auch intelligente Stromzähler installiert. Auf den digitalen Zählern können die Bewohner nun ihren Verbrauch direkt ablesen und müssen nicht mehr bis zur Abrechnung warten. Da es aber auch wichtig ist, die reinen Daten in einen Mehrwert für den Konsumenten umzuwandeln, wurden im Rahmen des Projekts auch komfortablere Varianten der Verbrauchsvisualisierung auf Fernsehern, Smartphones oder Computer bzw. Notebooks angeboten.
Mit Hilfe von Analyse- und Prognose-Features können neben vergangenen und derzeitigen Verbräuchen auch Berechnungen für den zukünftigen Verbrauch bei gleichbleibendem Verhalten erstellt werden. Bis 2015 sollen mithilfe der verschiedenen Maßnahmen die CO2 Emissionen des gesamten Wohnkomplexes um etwa 50 Prozent sinken.
Das Motivationsproblem

Wie Studien zeigen, besteht ein grundsätzliches Problem allerdings darin, dass das Interesse der Verbraucher am eigenen Energieverbrauch nach der Installation eines Smart Meters zwar recht hoch ist, nach einigen Wochen aber wieder deutlich abnimmt. Eine Herausforderung besteht also nicht nur darin, die Verbrauchsdaten für den Konsumenten sichtbar zu machen, sondern darüber hinaus auch Anreize zu schaffen, die den Verbraucher langfristig zum Energiesparen motivieren.
Unternehmen wie Opower in den USA oder GreenPocket in Deutschland wollen durch virtuellen Wettbewerbe auf der Plattform Facebook die Verbraucher dazu animieren, sich mit ihrem Energieverbrauch und mögliche Einsparmaßnahmen langfristig zu beschäftigen. Der Nutzer kann dabei nicht nur seinen Verbrauch im Auge behalten, sondern auch im Energiesparwettbewerb gegen seine Facebook-Freunde antreten und sowohl virtuelle Trophäen als auch reale Preise gewinnen. Mithilfe von Push-Benachrichtigung über eigene Erfolge oder Ergebnisse anderer Teilnehmer soll das sogenannte „Social Metering“ zum dauerhaften Energiesparen anspornen.
Ausblick
Quellen und Links
- Deutsche Energie Agentur: Intelligente Zähler - Smart Metering: Ein Lösungsbaustein für ein zukunftsfähiges Energiesystem (pdf)
- Miele Hausgeräte-Vernetzung: Miele@home
- stadt-koeln.de: SmartCity Cologne
- RWE: Mülheim zählt
- GESOBAU AG: Pilotprojekt Smart Meter
- Vattenfall: Märkisches Viertel
- GreenPocket: Social Metering
Gastbeitrag von Torben Pfau / Anita Brown, GreenPocket (2012)


