Plastic Ocean - Plastikinseln im Meer
Täglich produzieren wir gewaltige Mengen an Müll, ein großer Teil davon besteht aus Plastik. Dieses sehr langlebige Material landet in unseren Meeren und sammelt sich dort in Plastikinseln von enormen Ausmaßen. Für viele Meeresbewohner wird das Plastik zur tödlichen Falle, da sie es mit Nahrung verwechseln. Es besteht dringender Handlungsbedarf!
Die Ozeane werden als Müllkippe missbraucht. Die Meeresschutzorganisation Oceana nimmt an, dass weltweit stündlich 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, wovon die Hälfte aus Plastik besteht. Aber nicht nur die direkte Verwendung der Ozeane als Müllabladeplatz ist ein Problem. Jeglicher Plastikmüll kann auf seinem langen Lebensweg irgendwann im Meer enden.
Nach verschiedenen Schätzungen schwimmen 13.000 bis 46.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Ozeane. Plastik, vor allem in Form von Tüten, Kanistern und PET-Flaschen, macht einer Studie des UNEP (United Nations Environmental Programme) zufolge bis zu 80 % der gesamten Abfälle in den Ozeanen aus. Schon jetzt schwimmt in den Meeren sechsmal mehr Plastik als Plankton.
Aus den Plastikmassen bilden sich durch die Meeresströmungen Inseln, die Plastic Islands, die aus großen Plastikteilen bis hin zu kleinsten Plastikpartikeln bestehen und riesige Flächen der Ozeane einnehmen. Sie sind das Ergebnis einer jahrzehntelangen unbedarften Produktion von Plastik und ein sehr deutliches Zeichen unserer Wegwerfkultur.
Ich schmeiß‘ meinen Müll doch nicht ins Meer?!
Der Plastikmüll im Meer und an den Stränden ist nicht das alleinige Resultat von Strandurlaubern, die ihren Müll liegen lassen haben. Weil Plastik so haltbar ist und uns jedes einzelne Plastikteil bis zu 500 Jahre erhalten bleiben kann, hat es große Chancen über Flüsse und den Wind irgendwann im Meer zu landen. Und das auch, wenn es ursprünglich auf einer Müllhalde weit weg vom Meer gelagert wurde.
Auch dann wenn man es gar nicht vermutet, produziert man Plastikmüll. Bis zu 2.000 Kunstfasern aus Fleece-Kleidungsstücken, die meist aus Polyester oder Polyacryl bestehen, gelangen pro Waschgang ins Abwasser und somit irgendwann ins Meer, weil sie in den Klärwerken nicht zurückgehalten werden können.
Laut eines Berichts von Greenpeace („Plastic Debris in the World’s Oceans“ verfügbar als PDF) stammen 80 % des Mülls im Meer von Quellen an Land. Der Plastikmüll wird dabei hauptsächlich in Industrienationen produziert. Müll aus weniger entwickelten Ländern ist weit weniger schädlich, weil er oft aus natürlichen Materialien besteht, die sich schnell zersetzen und dem Meeresökosystem keinen Schaden zufügen. Die Produktion von Plastikmüll wird in diesen Ländern in Zukunft allerdings ansteigen, je mehr sich der Lebensstil der Bevölkerung dem der Industrieländer angleicht.
Schuld an der Verschmutzung der Meere haben damit weder nur Länder mit unmittelbarem Zugang zum Meer noch ausschließlich die Schiffe, die ihren Müll im Meer verklappen. Jeder, der Plastik - in welcher Form auch immer – konsumiert, ist ein potenzieller Verschmutzer der Meere.
Der Exekutivdirektor des UNEP, Achim Steiner, spricht von einem „breiten Problem“, für das der marine Müll nur ein Symptom sei, "nämlich für den verschwenderischen Gebrauch und das anhaltend schlechte Management natürlicher Ressourcen." Statt immer neuen Müll zu produzieren der sich in den Ozeanen ansammelt sollten Plastiktüten, Flaschen und anderer Müll durch Recycling, Müllvermeidung und Abfallmanagement drastisch reduziert werden. "Bei manchem Abfall wie Frischhaltefolie und Einweg-Plastiktüten, die das marine Leben ersticken, sollte die Herstellung verboten werden oder zügig auslaufen. Es gibt einfach keinerlei Rechtfertigung mehr, sie irgendwo noch zu produzieren", so Steiner (Quelle: 3sat.de).
Was ist Plastik eigentlich?
Plastik ist der umgangssprachliche Sammelbegriff für verschiedenste Kunststoffe, also für synthetisch hergestellte Stoffe, deren Basis Erdöl, Kohle oder Erdgas ist. Die aus diesen Grundstoffen synthetisierten Kohlenstoffverbindungen, auch synthetische Polymere genannt, werden zu Kunststoffen verarbeitet, wobei verschiedenste Zusatzstoffe hinzugegeben werden, je nach den gewünschten Eigenschaften des Endprodukts.
Vor etwa 100 Jahren wurde Plastik das erste Mal synthetisiert, seit rund 50 Jahren wird es industriell hergestellt. Viele Alltagsgegenstände bestehen zumindest zum Teil aus Plastik. Der am häufigsten verwendete Grundstoff ist Polyethylen. Die besondere Haltbarkeit und Formbarkeit des Plastikmaterials ist der Grund dafür, warum es so gerne genutzt und in so vielfältiger Form eingesetzt wird, bevor es, oft nach nur einmaliger Nutzung, zu Abfall wird.
Der Film Plastic Planet führt einem das ganze Ausmaß des Problems Plastik vor Augen und dessen Allgegenwärtigkeit in unserem Alltag.
Plastik ist hoch resistent gegenüber der natürlichen Zersetzung, weshalb es an Land und im Meer immer mehr davon gibt. Nur sehr langsam zerbrechen große Plastikteile zu immer kleineren Partikeln.
Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven erforscht die Verbreitung dieser Mikroplastikpartikel im Sediment und innerhalb von Planktonpopulationen. Nahezu überall lässt sich Plastik finden. Unter dem Einfluss von Reibung, Sonneneinstrahlung (Photodegradation) und Salz lösen sich aus dem Plastik im Meer Zusatzstoffe wie Bisphenol A (BPA) und Oligomere, die so in die Nahrungskette gelangen und toxisch wirken können.
Inseln aus Müll – Plastic Islands
Der Plastikmüll verschmutzt als Treibgut die Strände, treibt im Meer und sammelt sich in Form riesiger Inseln an bestimmten Stellen an. Das passiert deshalb, weil der Ozean ein weltumspannendes System an Strömungen aufweist, die dem Wärmeaustausch zwischen den Ozeanregionen dienen. Diese Strömungen formen natürlicherweise an bestimmten Stellen riesige Oberflächenstrudel (siehe Grafik). Wenn das Plastik dort hinein gerät ist es sozusagen im Strudel gefangen, die Plastikinseln bilden sich.
Die genaue Größe dieser Plastikinseln lässt sich schwer abschätzen. Je näher man dem Zentrum der Inseln kommt, desto höher ist die Dichte an Plastikmüll und –partikeln. Weil viele der Plastikpartikel sehr klein sind und ein großer Anteil der Inseln unter der Wasseroberfläche treibt, sind sie unsichtbar für Flugzeuge oder Satteliten. Stattdessen lässt sich die ungefähre Größe durch die Entnahme von Proben abschätzen.
Man geht davon aus, dass sich weltweit fünf dieser riesigen Plastikinseln geformt haben, dort wo es die natürlichen Riesenströmungswirbel gibt: Im Nord- und Südpazifik, im Nord- und Südatlantik und im Indischen Ozean. Eine gute Übersicht bietet die englischsprachige Homepage der Non-Profit-Organisation 5Gyres. Drei dieser Plastikinseln sind bisher wissenschaftlich belegt: Im Nord- und Südpazifik und Nordatlantik.
Für die Plastikinsel im Nordpazifik, die bisher am besten erforscht ist, wird eine Größe von 700.000 bis mehr als 15.000.000 km2 angenommen. Zum Vergleich: Europa hat eine Fläche von 10.180.000 km2. Die Plastikinsel im Nordpazifik weist außerdem weltweit eine der größten Dichten an Plastikpartikeln im Mikroformat auf: etwa 1 Millionen Partikel pro km2. Für Europäische Gewässer liegt der höchste Wert bei 690.000 Partikeln pro km2.
Mit der Filmreihe „TOXIC: Toxic Garbage Island I-III“ des Vice Magazins kann man sich das Problem vom Wasser aus anschauen.
Auch am Boden der Ozeane lagert sich immer mehr Plastikmüll ab. Innerhalb von nur 10 Jahren hat sich zum Beispiel der Plastikmüll am Meeresboden der Arktis verdoppelt.
Plastic Beaches
Ganze Strände, auch auf unbewohnten, weit von jeder Zivilisation entfernten Inseln, werden schon als Plastic Beaches bezeichnet, weil sich dort aufgrund der Strömungsverhältnisse riesige Mengen an Plastikmüll ansammeln. Einer dieser Strände liegt an der Kanapou Bay/Hawaii und wird mit Plastikmüll aus dem Pazifik überschwemmt.
Der Film „Plastic Soup“von Chris Jordan zeigt Bilder einer Aufräumaktion am Strand eines weiteren Plastic Beaches im Pazifik:
Entlang der Wattenmeerküste in Deutschland und den Niederlanden machten Plastik und Styropor zwischen 2000 und 2006 über 75 % des angespülten Abfalls aus (Quelle: „Marine Beach Litter Monitoring“ des internationalen Meeresschutzabkommes OSPAR).
An Stränden, die vom Tourismus genutzt werden ist der Müll nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein ästhetisches. Welcher Tourist legt sich schon gerne mit seinem Strandhandtuch neben einen Haufen Plastikmüll? Hohe Kosten fallen hier für die Reinigung der Touristenstrände an. Beispielsweise müssen auf der deutschen Nordseeinsel Norderney mit Beginn der Saison die Strände kontinuierlich mit einem speziellen Fahrzeug oder per Hand gereinigt werden.
Tödliche Gefahr
Der Plastikmüll aus den Ozeanen landet leider allzu oft im Magen von Meerestieren, insbesondere Schildkröten, und Seevögeln, die das Plastik mit etwas Essbarem verwechseln. Sie verenden dann entweder an der Verstopfung ihres Verdauungstrakts durch Plastikteile oder an Unterernährung, weil sie neben dem Plastik zu wenig Nahrhaftes aufnehmen.
Studien haben gezeigt, dass 50 bis 80 % der Schildkröten innerhalb einer Population, egal welcher Art, Plastikmüll aufgenommen haben. Bei Seevöglen waren 111 von 312 untersuchten Arten und 50 bis 70 % einer Population betroffen. Auch Jungtiere verenden schon am Plastik, wenn sie damit von ihren Eltern gefüttert werden.
Die Strangulation durch Plastikseile und Schlaufen oder das sich darin Verfangen sind weitere häufige Todesursachen für Meerestiere und Seevögel. Insbesondere Robben und Seelöwen scheinen hiervon betroffen zu sein, vermutlich weil sie ihre Umgebung besonders neugierig inspizieren. Innerhalb einer Population sterben daran etwa 8 % der Tiere (Quelle: Greenpeace Bericht als PDF).
Auch Wale, Delphine, Schildkröten, Seekühe und Seevögel sterben regelmäßig an der Strangulation durch Plastikschlingen oder herrenlos herumtreibende Fischernetze aus Plastikseil, sogenannte Geisternetze. Diese Netze fangen weiter, auch wenn sie nicht mehr eingeholt werden, und bedrohen so außerdem die Fischbestände zusätzlich zur aktiven Fischerei.
Der Filmtrailer zum Film „Midway – Message from the Gyre“ von Chris Jordan zeigt in eindringlichen Bildern wie ein abgelegenes Idyll und dessen Albatross-Brutpopulation vom Zivilisationsmüll überschwemmt wird.
Aber nicht nur das Plastik selbst stellt ein Problem für die Meere dar. Die sich aus dem Plastik herauslösenden Zusatzstoffe wirken toxisch auf die Flora und Fauna der Meere, die durch die Gifte empfindlich gestört werden. Es wurde bereits nachgewiesen, dass Fische, die im Zentrum der Plastikinseln leben, zunehmend unfruchtbar werden .
Blinde Passagiere
Ein weiteres Problem des im Meer treibenden Plastiks ist, dass es verschiedenen Arten von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen erlaubt, sich weit über ihre Herkunftsregion hinaus auszubreiten. Sie haften an den Plastikteilen an oder treiben darauf mit und werden so in Gebiete weit entfernt von Ihrem Ursprungsort transportiert. Dort machen sie den einheimischen Arten Konkurrenz und verdrängen sie im Extremfall sogar. Die Biodiversität wird dadurch reduziert.
Da Plastik sehr viel langlebiger ist als natürliches Treibgut wie Holz und Vulkangestein werden die Lebewesen viel weiter darauf transportiert. Außerdem ist die Geschwindigkeit mit der ein Plastikteil treibt langsamer als die von natürlichem Treibgut. Die blinden Passagiere können sich dadurch während der Fahrt an die sich verändernden Wasser- und Klimabedingungen anpassen, was ihre Überlebenswahrscheinlichkeit in fremden Gewässern erhöht.
Plastik im Essen = Plastik im Körper
Überall in den Meeren sind Mikropartikel aus zerfallenem Plastik zu finden. Sie werden von verschiedenen Organismen, vom Einzeller bis zum Fisch, mit der Nahrung aufgenommen und letztlich auch vom Menschen! Mikroplastikpartikel könnten ein ebenso gesundheitsbelastendes Problem sein wie andere Umweltgifte und Reststoffe von Medikamenten die beispielsweise mit dem Trinkwasser aufgenommen werden. Vermutlich wird der sich zersetzende Plastikmüll nie vollständig verschwinden sondern als kleinste Partikelschwemme für immer auf diesem Planeten verbleiben.
Die Zusatzstoffe im Plastik wie zum Beispiel die Pthalate, auch unter dem Namen Weichmacher bekannt, bestimmen die Eigenschaften der Plastikprodukte und können toxisch wirken. Sie lassen sich im Blut fast jedes Menschen nachweisen und wirken ähnlich wie Hormone, weshalb sie das Hormonsystem empfindlich stören können. Besonders für Kinder ist das eine bisher nicht vollständig einzuschätzende Gefahr, die sich auf die Entwicklung auswirken kann. Krebserkrankungen und Unfruchtbarkeit bei Männern werden inzwischen mit Schadstoffen aus Plastik in Verbindung gebracht. Eine Broschüre zum Thema bietet der BUND als PDF. In harten Plastikschalen, Zahnfüllungen und Dosen findet sich der hormonähnliche Stoff BPA, der Herzkrankheiten auslösen kann und das Immunsystem schädigt.
Auch wenn viele der nachweislich gesundheitsschädlichen Stoffe mittlerweile in der EU verboten sind, enthalten eingeführte Produkte oft immer noch giftige Stoffe. Viele langlebige Giftstoffe bleiben in den Meeren erhalten und landen mit dem Fisch auf unserem Teller.
Was tut die Politik?
Das Problem der Plastikinseln ist, dass sie sich in internationalen Gewässern befinden und sich so keine Regierung direkt für deren Beseitigung zuständig fühlt. Auch war der Druck auf die Politik vermutlich bisher nicht stark genug, so dass es zu internationalen Abkommen zur Beseitigung der Inseln gekommen wäre.
Das in den 1980er Jahren getroffene MARPOL-Abkommen sollte die Entsorgung von Plastik in die Ozeane reglementieren. Bisher kann von einer Reduktion des Plastikmülls allerdings nicht die Rede sein.
Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der EU fordert von den Mitgliedsstaaten, das Müllvorkommen in den europäischen Meeresregionen zu bewerten, zu überwachen und die Einträge so zu regulieren, dass bis 2020 keine Abfälle mehr schädliche Effekte auf Meeresbewohner ausüben. Das Umweltbundesamt leitet gemeinsam mit dem „Joint Research Center“ der Europäischen Kommission und dem französischen Forschungsinstitut „Ifremer“ die entsprechenden EU-Arbeitsgruppe.
BPA ist mittlerweile in Babyflaschen verboten, aber in der EU noch nicht generell verbannt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit will die Gefahr von BPA für den Menschen im Mai 2013 noch einmal neu bewerten.
Weg mit den Plastikinseln!
Der 19-jährige Niederländer Boyan Slat hat ein Projekt zur Reinigung der Ozeane erdacht, „The Ocean Cleanup Project“. Eine Armada aus schwimmenden Sieben soll nach dieser Idee dort wo Meeresströmungen das Plastik zusammentreiben dieses sammeln. Anschließend soll es recycelt werden.
Auch wenn dieses Projekt für die Praxis untauglich ist - beispielsweise kann nicht garantiert werden, dass die Netze tatsächlich nur Müll fangen würden und die Mikroplastikpartikel wären mit einem Netz schwer zu erwischen- ist es der richtige Schritt Innovationen zu erdenken, um dem Problem des Plastic Ocean entgegenzutreten.
Eventuell könnten Schiffe mit einem Filtersystem ausgestattet werden, das in die schon bestehenden Spülsysteme integriert werden könnte. Die Hauptschifffahrtsstraßen sind schließlich auch die Regionen der Meere, in denen besonders viel Müll direkt eingetragen wird.
Der Meeresbiologe Tracy Mincer entdeckte 2011, dass es Mikroben gibt, die im Meer Plastikabfall zerfressen. Er versucht nun herauszufinden, welche Abbauprodukte ihr Stoffwechsel bei der Zersetzung von Plastik produziert. Ob diese Mikroben mithelfen das Plastikproblem zu beseitigen oder ob sie eher noch dazu beitragen Giftstoffe aus dem Plastik freizusetzen kann derzeit nicht gesagt werden.
Fischerboote finden häufig Müll in ihren Netzen, ihr Beifang besteht oft zu 10 bis 30 % aus Plastikmüll. Weil aber der Platz an Bord fehlt und die Müllabgabe an Häfen herkömmlicherweise kostenpflichtig ist, wird er allzu oft wieder ins Meer zurück geworfen. Das in Deutschland 2011 durch den NABU gestartete Projekt „Fishing for Litter“ bietet eine kostenlose Müllabgabe für Fischerboote an Häfen an. Die Umweltorganisation KIMO betreibt dieses Projekt bereits seit 2003 erfolgreich EU-weit.
Aufräumen an den Stränden
Strände immer wieder vom Plastikmüll zu reinigen mag wie eine Sisyphusarbeit wirken, aber jeder Einsatz zählt. Das gesammelte Plastik muss dann einem sinnvollen Recycling zugeführt werden. Wenn der Strom an neu hinzukommendem Plastik weniger würde, wäre der Effekt der Aufräumaktionen natürlich noch erfreulicher.
In Form des International Coastal Cleanup (ICC), koordiniert vom Ocean Conservancy (OC), werden seit 1986 Aufräumaktionen an Stränden und in Küstenregionen über und unter Wasser durchgeführt. Mit Hilfe von Organisationen und Freiwilligen wird so regelmäßig weltweit in 132 Ländern Müll gesammelt. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die mögliche Herkunft des Mülls zu identifizieren und die Quellen zum Versiegen zu bringen.
Das einfachste und effektivste Mittel gegen die Plastikschwemme ist es und wird es auch in Zukunft bleiben, den Plastikmüll erst gar nicht entstehen zu lassen! Durch bewussten Konsum von Artikeln aus Plastik und müllsparendes Einkaufen. Wie das geht erfährst du in unserem Artikel: "Du hast genug vom Plastikwahn? Es geht auch anders!"
Quellen und Links
- Das United Nations Environment Programme (UNEP) hat die Broschüre „Marine Litter: A Global Challenge“ herausgegeben, die als PDF verfügbar ist. Sie informiert unter anderem über regionale Ausmaße der Verschmutzung.
- Nationaler Leitfaden zur Umsetzung der Meeresstrategierahmenrichtlinie als PDF.
- Greenpeace Bericht: „Plastic Debris Report“ als PDF.
- Eine Broschüre des BUND mit dem Titel „Achtung Plastik! Chemikalien in Plastik gefährden Umwelt und Gesundheit“ gibt Informationen rund ums Thema und ist verfügbar als PDF.
- Der Blog "The Plastic Ocean" informiert über Neuigkeiten zum Thema.
- Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung
- Bund für Umwelt Naturschutz (BUND)
- Umweltbundesamt
- 3sat.de
- arte.tv
- Plastic Oceans
- The Great Pacific Ocean Garbage Patch
- Ocean Conservancy (OC)
- Homepage des Films Plastic Planet
Ein schockierender Film über Plastik im Ozean der amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration):
Ariane Kujau/ RESET-Redaktion, 2013



