Verwertung gebrauchter Mobiltelefone

Mit jeder Neuanschaffung eines Mobiltelefons stellt sich die Frage, was mit dem Altgerät geschehen soll. Als Zweitgerät weiter nutzen? Verkaufen, recyceln oder doch entsorgen?
Gleich vorneweg: Die perfekte Entsorgungs- oder Recyclinglösung gibt es nicht. Das gilt für alle elektronischen Geräte. Daher ist es nach wie vor am ressourcenschonendsten, die Geräte möglichst lange zu nutzen. Denn selbst wenn ein neues Gerät nicht besonders teuer ist, so werden für die Produktion wertvolle Ressourcen verbraucht. Und deren Gewinnung geschieht nach wie vor unter ökologisch und humanitär problematischen Bedingungen. Wenn dann doch ein neues Telefon nötig ist, hast du viele Möglichkeiten, deinem alten Telefon ein zweites Leben zu geben oder es sinnvoll zu entsorgen.
Verkaufen oder Verschenken
Sofern das Telefon noch funktioniert, bietet sich ein Verkauf über entsprechende Online-Plattformen an:
Oder man schickt das Gerät an einen spezialisierten Ankaufdienst. Bei diesen wird zwar in der Regel die Bezahlung geringer sein, aber die Abwicklung ist einfacher:
- zonzoo (Weiterverwendung/Recycling, Spende)
- WIRKAUFENS (Weiterverwendung/Recycling, Spende mgl.)
Wem das zu aufwändig für den zu erwartenden Erlös ist, der findet vielleicht auch jemanden im Bekanntenkreis, der das Handy brauchen kann.
Entsorgen
Durch die Lagerung auf Mülldeponien gelangen giftige Schadstoffe aus den Mobiltelefonen ins Grundwasser. Kommt der Müll in eine Verbrennungsanlage, wird die Luft mit den Giftstoffen angereichert. Zum Glück landet jedoch nur ein kleiner Anteil der Telefone im herkömmlichen Hausmüll. Elektronische Geräte sollten im Falle einer Entsorgung – wie man es auch vom Sondermüll kennt – bei einer entsprechenden Sammelstelle der zuständigen Entsorgungsbetriebe abgegeben werden. Gemäß Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) müssen sich dann prinzipiell die Hersteller um die Entsorgung kümmern. Teilweise wird der Elektroschrott jedoch rechtswidrig als Gebrauchtware umdeklariert und in Länder wie Indien, China und Ghana exportiert, wo ihn Recycling-Arbeiter unter einfachsten Bedingungen zu Lasten ihrer Gesundheit aufbereiten. Eine Entsorgung sollte demzufolge die letzte Wahl bei der Frage nach dem Verbleib des Mobiltelefons sein.
Recyceln und Spenden
Die meisten Mobiltelefone liegen, nachdem der Besitzer sich ein neues Gerät besorgt hat, ungenutzt in irgendeiner Schublade. Nur 3% aller Althandys werden von den ehemaligen Nutzern einem Recycling zugeführt. Vielen ist die Möglichkeit, ihr altes Telefon an die Netzprovider zurückzugeben, gar nicht bekannt. Je nach Recycling-Anbieter und Funktionsfähigkeit des Gerätes wird das Telefon entweder in Entwicklungsländern weiterverwendet oder zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe zerlegt. Wenngleich Letzteres durch die verwendeten Hilfsstoffe auch mit Problemen behaftet ist, stellt die Übergabe an eine der Recycling-Stellen insgesamt wohl die ökologisch günstigste Variante dar. Gleichzeitig kann man auf diesem Weg noch gemeinnützige Projekte unterstützen, die als Kooperationspartner für jedes zurückgegebene Handy eine Spende erhalten.
Die Rückgabe ist denkbar einfach und erfolgt entweder durch Einsendung mittels eines dafür bereitgestellten Freiumschlags oder durch direkte Abgabe bei der entsprechenden Sammelstelle:
- T-Mobile in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe (in Kooperation mit Deutsche Umwelthilfe und Ärzte für die Dritte Welt)
- E-Plus in Kooperation mit dem NABU
- Vodafone in Kooperation mit verschiedenen Projektpartnern
- O2 in Kooperation mit World Wide Fund For Nature (WWF)
Alternativ kann auch ein Sammelpunkt von Nokia aufgesucht werden.
Oder man unterstützt spezielle Projekte:
- Pro Wildlife
- verschiedene Charity-Partner von zonzoo
- Mobile-Box: Im Kölner Einzelhandel besteht seit Anfang 2013 die Möglichkeit, gebrauchte Handys in dafür bereitgestellten Papp-Boxen zu entsorgen. Die so abgegebenen Handys werden auf Zustand und Funktionalität geprüft und anschließend entweder fachgerecht recycelt oder nach einer Datenlöschung wiederverwendet. Das Konzept der Kölner Studenten befindet sich noch im Aufbau.
Quellen & weiterführende Links
- Bitala, M. (2003, 16. Juni). Coltan-Embargo: „Kein Blut auf meinem Handy“. Süddeutsche Zeitung.
- Greener Solutions (n.d.). Warum recyceln?
- Greenpeace deckt illegalen Export von Elektroschrott auf. (2009, 18. Februar). heise online.
- Johnson, D. (2008, 28. November). Mineralienhandel im Kongo: Coltan kehrt auf Weltmarkt zurück. taz.
- Koesch, S., Magdanz, F., & Stadler, R. (2008, 27. April). Rohstoff-Abbau: Handys bedrohen Gorilla-Bestand. Spiegel Online.
- Schlager, E. (2009, 25. April). Kriegsursache Coltan: Hintergründe des Kongokriegs. scinexx.

